Palmen, weisse Strände, smaragdgrünes Meer: Es muss aber nicht immer die Karibik sein – als attraktivstes Ferienziel. Auch nicht für Zuger Politiker. (Bild: flickr.com)
Politik Glosse

Palmen, weisse Strände, smaragdgrünes Meer: Es muss aber nicht immer die Karibik sein – als attraktivstes Ferienziel. Auch nicht für Zuger Politiker. (Bild: flickr.com)

Hierhin schicken wir die Zuger Politiker in die Ferien

8min Lesezeit

Nun haben auch Politiker Ferien. Da hat jeder so seine eigenen Vorlieben. Doch Reisen bildet bekanntlich auch. zentralplus hat sich deshalb einige Ferienziele für Zuger Politiker ausgedacht – damit diese bei der Rückkehr ihre gesammelten Erfahrungen auch in die heimische Politik einfliessen lassen können.

Wolfgang Holz

Worüber hat alle Welt die letzten Wochen geredet? Richtig: die WM in Russland. Das wäre doch eigentlich auch eine Destination für den Zuger Regierungsrat Beat Villiger. Nein, nicht um sich mit Putin zu treffen. Oder irgendwelche fiesen Spionagetechniken zu übernehmen.

Dobro poschalowat: «Herzlich willkommen, Herr Oligarch!»

Aber so ein vierwöchiger Russisch-Intensivkurs in Moskau wäre doch für Zugs Sicherheitschef ganz praktisch. Erstens ziehen immer mehr Russen in den Kanton Zug, wo sie sich bekanntlich pudelwohl fühlen. Im Augenblick sind es knapp 900.

Ist manchmal selbst so eine Art «Oligarch»: Bei der Dreikönigskonferenz der CVP in Zug hatte Sicherheitsdirektor Beat Villiger das entsprechende Kuchenglück.
Ist manchmal selbst so eine Art «Oligarch»: Bei der Dreikönigskonferenz der CVP in Zug hatte Sicherheitsdirektor Beat Villiger das entsprechende Kuchenglück. (Bild: woz)

 

Und da Beat Villiger den Superreichen mit ihren saftigen Steuersubstraten die Qual des Deutschlernens grundsätzlich ersparen will, wäre es doch eigentlich ganz vorteilhaft, wenn der CVP-Politiker die nächsten Oligarchen in Zug gleich in ihrer Heimatsprache begrüssen könnte.

Nach dem Motto: «Dobro poschalowat. Choroscho, molodez, schto ty sitschas sdjes v Zugu. Koneschno, spasibo bolschoje za twoi djengi!» Frei auf Deutsch übersetzt etwa: «Herzlich willkommen. Super, Junge, das Du jetzt bei uns in Zug bist. Und natürlich vielen Dank für Deine Finanzspritze!»

Staus in L.A.

In die entgegengesetzte Richtung, ins Trump-Country, würde zentralplus seinen Regierungsratskollegen Urs Hürlimann schicken. Genauer gesagt nach Los Angeles.

Natürlich könnte sich der FDP-Politiker auf dem St.-Monica-Boulevard und dem Sunset Strip in Hollywood erstmal ein bisschen Showtime als Auszeit von den nüchternen Zuger Regierungsratssitzungen gönnen. Die lässige Sonnenbrille des Hünenberger Magistraten, die er etwa beim Spatenstich der Zuger Tangente trug, hat ja durchaus Glamour-Potenzial.

Der kantonale Baudirektor Urs Hürlimann (links) und der Baarer Bauchef Paul Langenegger durchschneiden das Band bei der Eröffnung der neuen Velobrücke über die Tangente.
Der kantonale Baudirektor Urs Hürlimann (links) und der Baarer Bauchef Paul Langenegger durchschneiden das Band bei der Eröffnung der neuen Velobrücke über die Tangente. (Bild: Andreas Busslinger)

Wenig Glamour versprühen indes die kilometerlangen Dauerstaus auf den Highways in und um L.A. Vielleicht könnte sich der Zuger Bauchef, in einem gut klimatisierten «Chevy» unterwegs, ein paar Stunden lang im trübsinnigen Stop-and-go überlegen, wie sich die täglichen Pendlerstaus auf der Zuger Nordzufahrt anfühlen – und was man endlich dagegen unternehmen könnte.

Klar, L.A. und Zug – da liegen in Sachen Stau noch Welten dazwischen. Aber der Verkehr auf der Nordzufahrt wird ja nicht weniger, wenn das ganze Unterfeld mal bebaut ist. So ein Tipp von einem echten «Cop» auf seiner Harley könnte ihm da vielleicht weiterhelfen.

«Tour de France» der anderen Art

Auch für Stephan Schleiss, Zugs Bildungsdirektor, hat sich zentralplus ein erholsames und bildungsreiches Reiseziel ausgedacht. So eine Art «Tour de France». Der dynamische SVP-Magistrat ist ja grundsätzlich gerne mit dem Velo unterwegs. Doch diesmal würde es nicht um das «Maillot jaune» gehen, sondern um die vielen «Lycées» in «Fronkreisch».

Zugs Bildungsdirektor Stephan Schleiss schmökert auch mal in US-Handbüchern, wenn es um die Überprüfung der Grundkompetenzen von Schülern geht. Nur mit den Lycées hat er es nicht so.
Zugs Bildungsdirektor Stephan Schleiss schmökert auch mal in US-Handbüchern, wenn es um die Überprüfung der Grundkompetenzen von Schülern geht. Nur mit den Lycées hat er es nicht so. (Bild: woz)

Bekanntlich liegt die Maturaquote in Frankreich um ein Vielfaches höher als in Zug. Schleiss könnte sich verschiedene «Lycées» zu Gemüte führen und dadurch seine Hemmungen gegenüber einer künftig deutlich höheren Gymnasialquote in Zug abbauen.

Schliesslich braucht gerade der Kanton Zug auch in Zukunft viele gut qualifizierte Fachkräfte und müsste diese nicht immer aus dem Ausland rekrutieren. Eh bien, nicht schlecht wäre es auch, die Sommerferien in Zug für Schüler und Lehrer wie in Frankreich auf quasi zwei Monate auszudehnen.

In die Loipe in der Mawson-Station

Unter den Zuger Regierungsräten gibt es auch ganz verdiente Mitglieder – wie etwa Matthias Michel. Da dieser schon seit 15 Jahren im Exekutiv-Gremium aktiv ist und viel geleistet hat, empfiehlt zentralplus dem ganzjährig sportlich topfitten FDP-Politiker rein regenerative Ferien, beziehungsweise so eine Art Trainingsoptimierungsurlaub.

Mawson Station in der Antarktis: Da hätte es Platz für eine Menge Loipen.
Mawson-Station in der Antarktis: Da hätte es Platz für eine Menge Loipen. (Bild: flickr.com)

Sprich: Damit der 55-Jährige nach seinem Ausscheiden aus dem Zuger Regierungsrat nach den Wahlen im Herbst endlich mal den Engadiner Skimarathon gewinnen kann, würde zentralplus dem Oberwiler Magistraten einen Aufenthalt in der Antarktis, in der Mawson-Station, anraten. Da herrschen derzeit so rund 4 Grad minus. Ideale Temperaturen also, um sich in der Loipe auszutoben – und ganz ohne Gefahr, sich zu verwachsen.

Was macht eigentlich Dolfi Müller so in den Ferien? In zahlreichen Interviews hat der SP-Stadtpräsident von Zug ja bereits antönen lassen, dass er nach seinem Ausscheiden im Herbst irgendwann mit seiner Gattin eine Weltreise machen will. Da hat zentralplus überhaupt nichts dagegen, ja wünscht ihm schon jetzt eine schöne Reise.

Nur mit Bitcoins bezahlen

Vorher, als Einstimmung sozusagen, würden wir ihm eine Art Generalprobe für diese Weltreise empfehlen. Das Reiseziel wäre ihm dabei völlig freigestellt.

Einzige Bedingung, die Zugs kreativer und wandlungsfähiger Stadtvater zu erfüllen hätte: Er dürfte, egal wo er hinfährt und was er bezahlen möchte, nur mit Bitcoins oder mit einer anderen Kryptowährung seine Rechnungen begleichen.

Weltenbummler auch ohne Bitcoin: Der Zuger Stadtpräsident Dolfi Müller.
Weltenbummler auch ohne Bitcoins: Der Zuger Stadtpräsident Dolfi Müller. (Bild: mbe.)

Er müsste also nicht nur pauschal abbuchbare Hotelrechnungen mit Bitcoins bezahlen, sondern auch die Zeche für den Caipirinha an der Bar an der Costa Brava. Oder das Miet-Surfbrett in der Karibik. Nicht zu vergessen solch lästige Kosten wie die Autobahngebühren auf der «Autostrada».

Damit könnte der findige Sozialdemokrat endlich einmal den praktischen Nachweis liefern, dass der Hype um das Zuger Mekka in Sachen Kryptowährungen nicht bloss ein geschickter Medientrick ist, um Zug in aller Welt bekannt zu machen – sondern, dass sich Kryptowährungen auch tatsächlich überall für jedermann als alltagstauglich erweisen.

Okay – damit Dolfi Müller nicht völlig monetären Schiffbruch mit seinen Bitcoins erleidet, würde ihm zentralplus einen 200-Franken-Obolus gewähren. Wir sind gespannt. Hasta la vista!

Und nun wünschen wir allen Zuger Politikern erholsame Ferien und sind mal gespannt, welche kreativen Inputs sie nach ihrem Urlaub nach Zug zurückbringen.

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