Die Spange Nord beinhaltet eine vierspurige Brücke über die Reuss. (Bild: Visualisierung Grüne Luzern)
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Die Spange Nord beinhaltet eine vierspurige Brücke über die Reuss. (Bild: Visualisierung Grüne Luzern)

Grüne veröffentlichen Visualisierungen – und verneinen Polemik-Vorfwurf

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Die Grünen kämpfen gegen das Verkehrsprojekt Spange Nord. Nun veröffentlicht die Partei selber erstellte Visualisierungen. Das sie damit provozieren wollen, streiten sie nicht ab.

Anfang Mai berät der Kantonsrat die  Spange Nord. Es geht um einen Planungskredit, mit dem der Autobahnzubringer vom Schlossberg her zum Autobahnanschluss Lochhof ausgearbeitet wird. Miteinbegriffen ist auch eine vierspurige Brücke über die Reuss.

Die Grünen des Kantons Luzern haben die Pläne des Kantons genau studiert. Sie haben Visualisierung erstellt. «Die Ansichten beinhalten jeweils das aktuelle Quartierbild, eine genaue Markierung der zu fällenden Bäume sowie die verschwindenden Grünanlagen und zuletzt, die entwerteten Quartiere mit der realisierten Spange Nord», sagt Parteipräsident Maurus Frey. Sie stören sich daran, dass der Regierungsrat immer wieder betone, dass der Eingriff in die Quartiere im Vergleich zum Nutzen nur minim sei.

Polemik auf beide Seiten

«Im Gegensatz zu den durch den Kanton veröffentlichten abstrakten Planskizzen zeigen diese Visualisierungen, was der Regierungsrat wirklich bauen will», erklärt gegenüber zentralplus. «Sie verdeutlichen, dass der Widerstand der betroffenen Bevölkerung mehr als nur verständlich ist.» 

Die Bilder erwecken einen etwas polemischen Eindruck. So ist auf den aktuellen Bildern aufgrund des Schattenwurfs kaum etwas von Strassen zu sehen – eine grosse graue Fläche zieht sich durchs Quartier. «Polemik kann in Form von Über- aber auch Untertreibung stattfinden. Wir haben lediglich die bestehende Pläne abgebildet.», sagt Frey darauf angesprochen. «Die bisherigen Pläne des Kantons verharmlosen das Projekt. Strassen sind nun einmal grau.» Ziel sei es, den Bürgern ein akkurates Bild der Spange Nord zu vermitteln, erklärt er. Diesbezüglich bestehe noch Nachholbedarf.

So sehen die Vorher-Nachher-Bilder aus:

 

 

Kanton: Pläne richtig, aber…

«Die Visualisierungen basieren auf den Plänen zum Vorprojekt und halten den vom Projekt betroffenen Bereich korrekt fest», stellt Mirija Weber, Kommunikationsverantwortliche des Departements für Bau, Umwelt und Wirtschaft fest. «Die Massnahmen, die zur Gestaltung sowohl des Strassenraums als auch der angrenzenden Bereiche geplant sind, zeigen sie aber nicht.» 

So würden zum Beispiel die Neugestaltung beim Pausenplatz des Maihof-Schulhauses oder die neuen Begrünungen und Baumbepflanzungen fehlen. «Die Verkehrsfläche wird zudem auch für Busspuren und für den Rad- und Fussverkehr vergrössert.» Insgesamt benötige das Projekt rund 12’000 Quadratmeter neue Verkehrsfläche: ÖV und Langsamverkehr erhalten dabei zusammen gleich viel wie der Autoverkehr: rund 6000 Quadratmeter. «Das ist in den Visualisierungen schlecht ersichtlich», so Weber.

Nächste Projektphase soll Klarheit bringen

Die Visualisierungen würden weiter nur die Vogelperspektive zeigen. «Die Wahrnehmung der Strasse aus Sicht von Fussgängern, Velofahrern oder Autofahrern bilden die Visualisierungen nicht ab», erklärt Weber. «Indem sie die bisherigen städtebaulichen und gestalterischen Überlegungen – die in der nächsten Projektphase vertieft werden – ausblenden, vermitteln sie kein Gesamtbild.»

Zu den Vorwürfen der Grünen, man hätte die Auswirkungen zu wenig beachtet, sagt Weber: «Es ist unbestritten, dass die vom Projekt betroffenen Quartiere künftig stärker belastet sind.» Man strebe jedoch eine gute städtebauliche und gestalterische Lösung für die Spange Nord an.

Sie streicht auch die Vorteile der Spange Nord hervor. «Mit der neuen Stadtautobahn wird das Zentrum markant entlastet, wodurch der öffentliche Verkehr Platz erhält und gefördert werden kann. Das zeigt: Das Projekt ist ein Verlagerungsprojekt, kein Ausbauprojekt.»


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