Robert Küng war Vorsteher des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement. (Bild: zvg)
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Robert Küng war Vorsteher des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement. (Bild: zvg)

Robert Küng: «Ich stehe nirgends an»

6min Lesezeit

Der Luzerner Regierungsrat Robert Küng tritt nicht mehr zur Wahl 2019 an. Dies hat der Politiker am Dienstag mitgeteilt. Die FDP-Kantonalpartei respektiere diesen persönlichen Entscheid, drückt jedoch ihr Bedauern aus.

«Ich habe mich entschieden, auf eine weitere Regierungsratskandidatur zu verzichten. Nach Ablauf der aktuellen Legislatur werde ich mein Amt am 30. Juni 2019 abgeben. Ich blicke mit Freude und Stolz auf meine Zeit als Regierungsrat zurück», schreibt der Luzerner Regierungsrat Robert Küng am Dienstag in einer Mitteilung. Es habe ihn stets erfüllt, in einem thematisch so breit aufgestellten Departement zu wirken und sich für die Anliegen der Luzerner Bevölkerung einzusetzen. «Umso mehr, als ich in all den Jahren von meinen Mitarbeitenden, dem Parlament und der Partei sowie von der Bevölkerung viel Unterstützung erfahren durfte», so Küng weiter.

Nach fast 20 Jahren politischer Tätigkeit habe er sich entschieden, auf eine erneute Regierungsratskandidatur zu verzichten. «Ich habe diesen Entscheid vor den Weihnachten gefällt», sagt Küng auf Anfrage von zentralplus. Nach Ablauf der aktuellen Legislaturperiode ende daher seine Amtszeit als Regierungsrat und Vorsteher des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements. «Ich werde dann 63 Jahre alt sein – mit meinem Entschluss möchte ich nicht zuletzt jüngeren Kräften Platz machen», so Küng.

Mit seinen Ratskollegen war dieser Schritt nicht abgesprochen. «Es war mein persönlicher Entscheid und nicht der Entscheid der Gesamtregierung», sagt Küng. Erst Paul Winiker (SVP) hat durchblicken lassen, dass er nochmals kandidieren will. Bei Guido Graf (CVP), Reto Wyss (CVP) und Marcel Schwerzmann (parteilos) ist dies noch offen. Weitere Vakanzen wären eher überraschend. 

Gern an lebensnahen Inhalten dran

Bewusst kommuniziere Küng seinen Verzicht frühzeitig, damit die Parteileitung die anstehende Regierungsratskandidatur umsichtig und ohne Zeitdruck planen könne. «Meine Arbeit als Regierungsrat und vorher als Stadtpräsident von Willisau (2000–2011) wie auch als Kantonsrat (2007–2011) hat mein Leben bereichert. Ich durfte mich mit zahlreichen interessanten Projekten und Inhalten beschäftigen und viele spannende Menschen kennenlernen.»

Seine Tätigkeit als Regierungsrat habe ihn sehr erfüllt. «Ich habe mich jederzeit gerne für die Anliegen der Luzerner Bevölkerung eingesetzt. Meine Aufgaben als Regierungsrat waren immer nahe am Leben der Luzerner: Mobilität, Siedlungsentwicklung, Volkswirtschaft, Umwelt, Energie, um nur einige Themenbereiche zu nennen. Sich für so lebensnahe Inhalte einsetzen zu dürfen, war für mich ein Privileg», so Küng weiter.

«Meine Zielsetzung, die Verwaltung schlank zu halten und die finanziellen Mittel für nachhaltige Investitionen einzusetzen, habe ich aus meiner Sicht jedoch erreicht.»

Regierungsrat Robert Küng

In seiner Amtszeit war die Finanzpolitik oftmals das dominierende Thema gewesen. Dabei sei wenig Raum für grosse Visionen geblieben. Auch hätten dadurch die Projekte seines eigenen Departements in der öffentlichen Diskussion mitunter etwas zurückstehen müssen. «Meine Zielsetzung, die Verwaltung schlank zu halten und die finanziellen Mittel für nachhaltige Investitionen einzusetzen, habe ich aus meiner Sicht jedoch erreicht», so Küng. Von einer Zermürbung im Laufe der Finanzdiskussionen will er nicht sprechen: «Es war sehr spannend, gemeinsam mit meinem Team Lösungen zu finden, wie man mit knappen Ressourcen die Aufgaben erfüllen kann.»

Küng weiter: «Ich blicke mit Freude und Stolz auf meine Zeit als Regierungsrat zurück, die indes noch nicht zu Ende ist.» Er betont: «Ich werde weiter mit Herzblut und Freude aktiv sein. Ich bin in diversen Projekten noch mittendrin.» Zu Küngs grossen Projekten gehörten oder gehören etwa der Seetalplatz, der Tiefbahnhof oder die Spange Nord.

Der Luzerner Regierungsrat Robert Küng studiert das Agglomerationsprogramm. (Bild: les)
Der Luzerner Regierungsrat Robert Küng studiert das Agglomerationsprogramm. (Bild: les)

Bei der Spange Nord stehen wegweisende Verhandlungen mit der Stadt bevor, die für Küng nicht einfach werden dürften. Steht er vor unüberwindbaren Hindernissen und will deshalb nicht mehr antreten? Küng verneint klar: «Der Auslöser ist ganz sicher kein politischer. Ich stehe nirgends vor einer Wand.» Es sei eine rein persönliche Entscheidung gewesen. 

«Dass mir meine Arbeit Freude bereitete und ich erfolgreich wirken konnte, ist massgeblich auch den Mitarbeitenden meines Departements und der kantonalen Verwaltung zu verdanken», so der FDP-Regierungsrat. 

«Unermüdlich zu Gunsten der Bevölkerung» eingesetzt

Der Luzerner FDP-Präsident Markus Zenklusen bedauert Küngs Ankündigung: «In seinen bisher rund sechseinhalb Amtsjahren hat sich Regierungsrat Robert Küng unermüdlich für einen fortschrittlichen Kanton Luzern mit sehr guter Infrastruktur zu Gunsten seiner Bevölkerung eingesetzt.» So habe Küng die Mobilitätsprojekte Durchgangsbahnhof und Gesamtsystem Bypass mit Spange Nord sowie den Hochwasserschutz Reuss entscheidend vorangetrieben. 

Ein besonderer Verdienst von Robert Küng stelle daneben die erfolgreiche Führung des sehr komplexen Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements dar. «Regierungsrat Robert Küng verstand es stets, dieses Departement mit einzigartiger thematischer Breite umsichtig zu führen. Das Departement ist schlank und kundenorientiert organisiert und verfügt über eine gute Qualitätssicherung und Kostenkontrolle», so die lobenden Worte Zenklusens.

«Für diese Verdienste dankt die FDP-Parteileitung Robert Küng bereits jetzt. Die Parteileitung freut sich, die restliche Amtszeit mit Robert Küng weiterhin aktiv zu bestreiten. Dabei stellt das Regierungspräsidium 2018/2019 einen besonderen Höhepunkt dar», so Parteipräsident Markus Zenklusen.

FDP erhebt weiterhin den Sitzanspruch

Der Anspruch der FDP auf einen Sitz in der Luzerner Regierung sei als drittstärkste Partei mit einem Wähleranteil von 21,04 Prozent klar ausgewiesen. «Die FDP will weiterhin Regierungsverantwortung übernehmen und verfügt über zahlreiche erfahrene und fähige Persönlichkeiten auf allen Staatsebenen, welche für den Regierungsrat sehr gut qualifiziert und geeignet sind. Die FDP will ihren Sitz im Regierungsrat verteidigen und wird daher zu den Regierungsratswahlen 2019 mit mindestens einer Kandidatur antreten», so Markus Zenklusen.

Weiter sagt Zenklusen: «Die Parteileitung der FDP betreibt eine aktive Nachwuchsplanung und steht im ständigen Kontakt mit all ihren Mandatsträgern. Ich bin deshalb überzeugt, dass wir den Delegierten mehrere fähige und motivierte Persönlichkeiten werden präsentieren können». Die Parteileitung wird das Prozedere für die Nomination in den nächsten Tagen festlegen.

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