Guido Graf, Regierungspräsident Kanton Luzern, begrüsst die Teilnehmer des 33. Europa Forum Luzern im Kultur- und Kongresszentrum. (Bild: swiss-image.ch/Andy Mettler)
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Guido Graf, Regierungspräsident Kanton Luzern, begrüsst die Teilnehmer des 33. Europa Forum Luzern im Kultur- und Kongresszentrum. (Bild: swiss-image.ch/Andy Mettler)

Guido Graf über Doris Leuthard, sein Handy und Cüpli-Events

5min Lesezeit

Am Europa Forum Luzern treffen Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft aufeinander. Regierungspräsident Guido Graf begrüsste die Anwesenden um Bundespräsidentin Doris Leuthard. Dass diese mit einigen Minuten Verspätung eintraf, nutzte Graf gleich für eine politische Forderung.

Was haben Bundersrätin Doris Leuthard, UBS-Boss Sergio Ermotti, ABB-CEO Ulrich Spiesshofer oder Roche-Verwaltungsratspräsident Christoph Franz gemeinsam? Sie alle nahmen diesen Montag am Europa Forum im KKL Luzern teil (siehe Box). Thema war die digitale Revolution und die Frage, wo Europa stehe und was die Schweiz bewege.

Ebenfalls einen Auftritt in dieser illustren Runde hatte der Luzerner Regierungspräsident Guido Graf (CVP). Am Symposium der Wirtschaft überbrachte er die Grussworte der Regierung. Dies bezeichnet er als «wichtig und richtig». Die Anwesenheit der Luzerner Regierung an einem Anlass und das Überbringen eines Grusswortes bringe Wertschätzung, Dankbarkeit und Anerkennung gegenüber dem Veranstalter und den Gästen zum Ausdruck, lässt er gegenüber zentralplus verlauten.

Doris Leuthard reist mit dem Zug

Bevor Graf jedoch einige Worte über die Digitalisierung verlor, machte er die Anwesenden darauf aufmerksam, dass Bundesrätin Doris Leuthard in Kürze eintreffen werde. Sie nehme den Zug. «Hätten wir bereits den Tiefbahnhof, wäre sie längstens hier», scherzte der Regierungspräsident und holte sich beim Publikum einige Lacher ab. Eher unüblich, dass Leuthard mit dem Zug reist, normalerweise nimmt sie ihren Tesla.

Zur Digitalisierung oder der digitalen Revolution sagte Graf: «Es ist eine Entwicklung, die den Arbeitsmarkt, das Gesundheitswesen oder auch unser Privatleben bestimmen wird.» Das beste Beispiel sei für ihn das iPhone. «Vor zehn Jahren kam es auf den Markt und hat seither unser Sozialverhalten, die Art zu kommunizieren und uns zu informieren von Grund auf verändert.» Wie alle Redner erwähnte Graf die Ängste und Sorgen der Bevölkerung vor der Digitalisierung, er machte jedoch auch auf die grossen Chancen aufmerksam. «Ich bin mir sicher, dass alle profitieren können: die Menschen und der Fortschritt in unserem Land.»

«Mich beeindruckt Doris Leuthards Willensstärke und ihre Bodenständigkeit.»

Guido Graf, Regierungspräsident

Bundespräsidentin Doris Leuthard ging im Anschluss auf die politischen Herausforderungen ein. Europa und damit auch die Schweiz müssten aufpassen, dass man den Anschluss an die amerikanischen oder chinesischen Firmen nicht verliere. Man neige dazu, immer erst alles ins Detail geregelt oder reguliert zu haben. Bei der Digitalisierung sei es ganz wichtig, dass man einfach loslege.

VIP-Dinner zum Abschluss

Guido Graf lauschte seiner Parteikollegin gespannt zu. Er hat lobende Worte für die Arbeit der CVP-Magistratin: «Doris Leuthard ist eine starke Persönlichkeit. Sie kennt ihre Dossiers sehr gut und bringt die meisten Sachvorlagen im Parlament und auch beim Volk durch», sagt er. Das zeuge von ihrer Fachkompetenz und ihrer politischen Erfahrung. «Mich beeindrucken ihre Willensstärke und ihre Bodenständigkeit. Sie ist in alle den Jahren als Bundesrätin immer volksnahe geblieben», so der Luzerner Gesundheits- und Sozialdirektor im Vorfeld der Veranstaltung.

Doris Leuthard, Bundespräsidentin und Vorsteherin des UVEK, spricht anlässlich des Europa Forum über die Digitalisierung.
Doris Leuthard, Bundespräsidentin und Vorsteherin des UVEK, spricht anlässlich des Europa Forum über die Digitalisierung. (Bild: swiss-image.ch/Andy Mettler)

Das Europa Forum Luzern

Seit über 20 Jahren setzt sich das Europa Forum dafür ein, den Standort Schweiz durch die Förderung eines konstruktiven Dialogs mit Europa zu stärken. Es treffen sich Grössen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. «Stadt und Kanton Luzern erfahren durch das Europa Forum nationale und internationale Ausstrahlung», sagt Regierungspräsident Guido Graf über den Event. Andererseits sei der Kanton Luzern von den Entwicklungen in Europa und deren Auswirkungen ebenso betroffen und daran interessiert wie die übrige Schweiz. «Die Veranstaltung informiert unabhängig und neutral über die neuesten Entwicklungen in Europa», so Graf.

Rund 500 Besucher waren am «Symposium der Wirtschaft» anwesend. Ein Anlass, um sehen und gesehen zu werden. Dementsprechend mischte sich die Prominenz aus Politik und Wirtschaft unter die Gäste. Ständerat Damian Müller, Tourismusdirektor Marcel Perren oder der ehemalige Luzerner Stapi Urs W. Studer waren vor Ort. Am Abend findet ein sogenanntes VIP Working-Dinner statt. Dort wird auch Guido Graf wieder teilnehmen – zwischenzeitlich musste er zurück ins Regierungsgebäude. 

Wenn es seine Agenda zulasse, sei er gerne an solchen gesellschaftlichen Anlässen dabei. «Diese Plattform bietet die Möglichkeit, sich mit Referenten und Gästen auszutauschen. Auch schwierige Themen können in einem unkomplizierten Rahmen angesprochen werden», sagt er.

Während das Europa Forum ein eher elitärer Anlass ist, besucht der Regierungspräsident auch viele weitaus bodenständigere Events, wie man in den sozialen Netzwerken mitverfolgen kann. Sei es am Innerschweizer Schwingfest, einer 1. Augustfeier oder gemeinsam mit Sportlern, die vom Kanton gefördert werden. «Ich nehme diese Gelegenheiten gerne wahr, um mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen. Denn beim Volk – bei den Menschen – spürt man, wo der Schuh drückt», hält er fest. Am Europa Forum hingegen drehte sich alles um die Herausforderungen der Zukunft.

Guido Graf am Schwingfest – da gehört auch ein «Böser» wie Christian Stucki aufs Bild:

 

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