Parteien können ihre Plakate künftig an einigen Orten umsonst aufhängen (Symbolbild). (Bild: Facebook)
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Parteien können ihre Plakate künftig an einigen Orten umsonst aufhängen (Symbolbild). (Bild: Facebook)

Haarscharf: Stadt Luzern sagt Ja zur Cheerstrasse

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Die Luzerner geben grünes Licht für die Cheerstrasse. 50,56 Prozent sagen Ja zum Zusatzkredit. 281 Stimmen gaben letztendlich den Ausschlag. Damit erhalten die Littauer ihr schon lange gefordertes Strassenstück.

Das Luzerner Stimmvolk sagt haarscharf Ja zum Zusatzkredit für die Cheerstrasse von 6,1 Millionen Franken. Damit wird das Strassenstück in Littau, das die Littauer seit Jahren fordern, nun realisiert. Die Gegner des Projekts argumentierten: 20 Millionen Franken sind für dieses Strassenprojekt viel zu teuer. Sie kritisieren, dass mittelfristig sowieso bessere Lösungen für Velos und Fussgänger nötig würden.

Für die Befürworter sprachen nicht nur inhaltliche Argumente für die Vorlage. Mehr als sieben Jahre nach der Fusion von Littau mit Luzern wurde die Abstimmung von vielen als erster grosser Stimmungstest angesehen. Denn anders als im Stadtzentrum sprechen sich in Littau – wenig überraschend – viele für die Umfahrung aus. In den Littauer Quartieren lag die Zustimmung bei über 70 Prozent. Für die Befürworter ist klar, dass nicht nur die Innenstadt, sondern auch der Littauerboden als Aussenquartier aufgewertet werden müsse. In ihren Augen ist der Stau auf der Thorenbergstrasse am frühen Abend nicht nur ärgerlich, sondern gefährlich.

Nebst den bürgerlichen Parteien befürworteten auch der städtische Wirtschaftsverband sowie die Unternehmen in Littau-Reussbühl und die betroffenen Quartiervereine die Vorlage. Auf der Seite der Gegner engagierten sich nebst den links-grünen Parteien der Verkehrsverband VCS und der Verein Umverkehr.

Rot eingezeichnet ist die Umfahrung Cheerstrasse. Gebaut wurde 2005 erst die Unterführung unter den SBB-Gleisen.
Rot eingezeichnet ist die Umfahrung Cheerstrasse. Gebaut wurde 2005 erst die Unterführung unter den SBB-Gleisen. (Bild: lwo)
 

SP spricht von Zufallsresultat

Keine Freude am Abstimmungsergebnis hat die SP: «Leider hat eine Zufalls-Mehrheit das rückwärtsgerichtete Projekt Cheerstrasse angenommen», schreibt die Partei in einer Mitteilung. Die SP akzeptiere diesen Volksentscheid, werde sich jedoch bei der Umsetzung und der weiteren Gestaltung im Littauerboden konsequent für die Anliegen der Velofahrer und Fussgänger einsetzen.

Zudem dürfe die neue Cheerstrasse nicht zu einer Verletzung des Reglements für eine nachhaltige städtische Mobilität führen. «Die SP wird dies im Auge behalten und sich für eine quartierverträgliche Umsetzung einsetzen.» Wenn es möglich sei, 20 Millionen für ein reines Autoverkehrsprojekt auszugeben, so ist für die SP klar, dass auch für Fussgänger und Velofahrer Infrastrukturverbesserungen kommen müssen. «Wir sind deshalb überzeugt, dass nun der durchgehende Velotunnel am Bahnhof rasch möglichst erstellt werden muss», so Parteipräsident Claudio Soldati.

SVP will am Ball bleiben

Erleichtert ist man bei der SVP. Parteipräsident Peter With aus Littau hat das Projekt Cheerstrasse immer nahe begleitet. Die Partei schreibt nun in einer Mitteilung von einer «grossen Genugtuung» über die Annahme des Zusatzkredits. «Der lange Kampf der letzten Jahre der SVP Stadt Luzern für den Ausbau der Cheerstrasse hat sich gelohnt. Das Verdikt ist ein Zeichen, dass die Bevölkerung auch weiterhin einen punktuellen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur will und sich nicht von Rot-Grün blenden lässt.»

Es sei aber auch ein Beweis, dass eine Mehrheit der Stadt-Luzerner die Anliegen der ehemaligen Littauer ernst nehme. Die SVP Stadt Luzern werde beim weiteren Verlauf dieses Projekts am Ball bleiben und schauen, dass es nicht wieder, wie in den letzten Jahren, zu einer Verschleppung durch den Stadtrat kommt.

Für die CVP ist das Ja zur Cheerstrasse gar das «eigentliche Highlight dieses städtischen Abstimmungssonntages». Mit grosser Freude nimmt die CVP davon Kenntnis. Damit könne der Entscheid der Littauer Bevölkerung aus dem Jahr 2009 endlich umgesetzt werden, teilt die Partei mit. Das Projekt führe zu mehr Lebensqualität im Quartier. Der Entscheid zeige auch die Solidarität der Stadtbevölkerung mit dem Stadtteil Littau.

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