Güsel, Grümpel, güxle und goifere. Das Zuger Stimmvolk will, dass grundsätzlich Schweizerdeutsch geredet wird im Kindergarten. (Bild: Collage wia)
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Güsel, Grümpel, güxle und goifere. Das Zuger Stimmvolk will, dass grundsätzlich Schweizerdeutsch geredet wird im Kindergarten. (Bild: Collage wia)

Mundart-Initiative: Keine Chance für den SVP-Vorstoss

4min Lesezeit

Das Stimmvolk des Kantons Zug hat entschieden: Es lehnt die Mundart-Initiative der SVP ab und spricht sich klar – mit 62,48 Prozent – für den Gegenvorschlag aus. Damit schafft es ein sanftes Gesetz.

Die Zuger wollen keinen Zwang, wenn es um Mundart im Kindergarten geht. Die Gemeinden lehnen die Mundart-Initiative der SVP mit durchschnittlich 58,32 Prozent Nein-Stimmen ab. Ganz im Sand verläuft das Thema deshalb jedoch nicht. Denn mit 62,48 Prozent findet die klare Mehrheit der Zuger Stimmbevölkerung, dass in Kindergärten «grundsätzlich» Schweizerdeutsch gesprochen werden soll. Ohne dass das Hochdeutsch verdrängt wird. In der Primar- und Sekundarstufe soll nach wie vor Hochdeutsch als Unterrichtssprache gelten.

Somit dürfte der Kindergartenunterricht künftig gleich aussehen wie bisher. Denn bereits heute reden Kinder in Zuger Kindergärten grundsätzlich Schweizerdeutsch. Dennoch werden sie während des Unterrichts langsam und spielerisch ans Hochdeutsch herangeführt. «Diese Praxis hat sich bestens bewährt», schreibt der Kanton Zug in der Abstimmungsbroschüre. Das Zuger Stimmvolk sieht das ebenso. Nur möchte es den Paragrafen jetzt zudem gesetzlich verankern.

«Grundsätzlich» statt «ausschliesslich»

Die ursprüngliche Initiative der SVP plädierte dafür, dass künftig im Kindergarten ausschliesslich Mundart gesprochen werden dürfe. Ebenfalls wollten die Initianten erreichen, dass in Zukunft die Fächer Sport, Musik und Werken auf Primarschulstufe auf Schweizerdeutsch durchgeführt werden. Begründet hat die SVP ihr Anliegen damit, dass damit die Integration ausländischer Kinder verbessert werden könne. Ausserdem sei die Mundart ein Teil der Identität.

Der Gegenvorschlag zur Initiative, der von der CVP, der GLP und der SP entworfen worden war, bildet nun also die Soft-Variante dazu. Das Zuger Parlament unterstützte diesen Vorschlag mit 50 zu 17 Stimmen.

Die Stimmbeteiligung lag bei 45,92 Prozent.

Initiative scheitert in allen elf Gemeinden

Nirgends erhielt die SVP-Initiative eine Mehrheit. Durchschnittlich sagten die elf Gemeinden mit 58,32 Prozent Nein dazu. Am wenigsten Chancen hatte die Initiative in der Stadt Zug, welche sie mit 67,04 Prozent ablehnte. Darauf folgt die Gemeinde Hünenberg mit 64,85 Prozent Nein-Stimmen. Die besten Chancen hatte die Mundart-Initiative in den Berggemeinden Oberägeri (51,4 Prozent Nein-Stimmen) und Unterägeri (52,18 Prozent Nein-Stimmen).

In keiner Zuger Gemeinde stiess die Mundart-Initiative auf Gegenliebe. (Quelle: www.zg.ch)
In keiner Zuger Gemeinde stiess die Mundart-Initiative auf Gegenliebe. (Quelle: www.zg.ch)

 

Der Gegenvorschlag hingegen wurde in allen Gemeinden gutgeheissen. Am meisten Zuspruch gewann der Alternativ-Vorschlag in Hünenberg mit 66,64 Prozent Ja-Stimmen gefolgt von Zug mit 65,66 Prozent. Mit 56 Prozent Zustimmung generierte Unterägeri die tiefste Ja-Quote.

Der Gegenvorschlag kam bei den Zugern indes gut an. In allen elf Gemeinden wurde dieser angenommen. (Quelle: www.zg.ch)
Der Gegenvorschlag kam bei den Zugern indes gut an. In allen elf Gemeinden wurde dieser angenommen. (Quelle: www.zg.ch)

 

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