Hatte am Wahlsonntag gut lachen: SP-Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo. (Bild: Manuel Burkhard)
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Hatte am Wahlsonntag gut lachen: SP-Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo. (Bild: Manuel Burkhard)

Die SP will einen zweiten Wahlgang

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Die Nationalrätin und oberste Konsumentenschützerin des Landes, Prisca Birrer-Heimo, will es nochmals wissen: Sie tritt im Rennen um den Ständerat ein zweites Mal an. Die SP-Delegierten müssen allerdings noch zustimmen. Und was ist mit den anderen? 

Jetzt heisst es für die Luzerner Parteistrategen erneut: Köpfe zusammenstecken. Am Montagmittag hat die SP die erste Sitzung nach dem Wahlkrimi hinter sich gebracht. Das Ergebnis: Ihre Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo wird für den zweiten Wahlgang am 15. November nochmals zur Verfügung stehen. «Die Ausgangslage ist sehr gut», sagt die Nationalrätin auf Anfrage. Und: «Ich trete für einen zweiten Wahlgang gerne an.» 

Müller als starker Gegner

Am Dienstagabend wird die Parteibasis dann definitiv über die weitere Kandidatur ihres nationalen Polit-Schwergewichts entscheiden. Birrer-Heimo erreichte mit 37'241 Stimmen das drittbeste Resultat hinter Konrad Graber (CVP, 64'577 Stimmen) und Damian Müller (FDP, 54'992 Stimmen). Dicht auf den Fersen war ihr allerdings SVP-Kontrahentin Yvette Estermann, die 37'015 Stimmen hinter sich vereinen konnte. 

«Die SP hat bei einer erneuten Kandidatur von Prisca Birrer-Heimo unsere volle Unterstützung.»

Katharina Meile, Co-Präsidentin der Grünen

SP-Präsident David Roth sagt: «Wir wollen zuerst die Ausgangslage analysieren. Die Delegierten haben das letzte Wort.» Gerade nach dem Rechtsrutsch im Nationalrat sei der Ständerat als Kammer des Ausgleichs und der Reflexion gefordert. Die SP ist überzeugt, dass Prisca Birrer-Heimo hier einen wichtigen Beitrag leisten könnte.

Die SP kann bei Birrers Kandidatur ziemlich sicher auf die Rückendeckung der Grünen zählen. Wahrscheinlich ist, dass die Grünen aufgrund der Ausgangslage Louis Schelbert aus dem Ständerats-Rennen nehmen werden. Entscheiden werden sie das am Montagabend. «Die SP hat bei einer erneuten Kandidatur von Prisca Birrer-Heimo unsere volle Unterstützung», sagt die Co-Präsidentin der Grünen, Katharina Meile.

«Am Ende des Tages ist es vor allem wichtig, dass ein bürgerlicher Kandidat ins Stöckli kommt.»

SVP-Präsident Franz Grüter

Was wird die SVP machen? 

Die grosse Frage lautet also: Wird die SVP mit ihrer Kandidatin Yvette Estermann nochmals antreten? Die Delegiertenversammlung findet ebenfalls am Dienstagabend statt. Präsident und Neu-Nationalrat Franz Grüter wollte sich am Wahlsonntag noch nicht in die Karten blicken lassen, gab aber immerhin zu: «Am Ende des Tages ist es vor allem wichtig, dass ein bürgerlicher Kandidat ins Stöckli kommt.» Das deutet darauf hin, dass die SVP möglicherweise Yvette Estermann zurückzieht und für den zweiten Wahlgang die FDP mit Damian Müller unterstützt.

 «Es war immer klar, dass ich Aussenseiterin bin.»

Yvette Estermann, SVP-Nationalrätin

Das hingegen sah Yvette Estermann anders. Gut 37'000 Stimmen machte die SVP-Kandidatin aus Kriens und landete damit auf dem vierten Platz, knapp hinter SP-Konkurrentin Birrer-Heimo. «Ich bin zufrieden mit dem Resultat», gab Estermann zu Protokoll. Immerhin habe sie besser abgeschnitten als der SVP-Kandidat vor vier Jahren. Allerdings machte sie nur gerade 2'000 Stimmen mehr als Fredy Zwimpfer bei den Wahlen 2011. Dass sie hinter der SP klassiert ist, stört sie nicht. «Es war immer klar, dass ich Aussenseiterin bin.» Dennoch gibt sich Estermann kampfesmutig für den zweiten Wahlgang: «Ja, ich werde wieder antreten.» 

Nach dem ersten Wahlgang kann FDP-Kandidat Damian Müller einen satten Vorsprung verbuchen. Er war 17'751 Stimmen vor Birrer-Heimo. Bezüglich eines zweiten Wahlgangs erwartet FDP-Parteipräsident Peter Schilliger Unterstützung von der SVP. Am Sonntag sagte er, es sei angemessen, «dass die SVP nun im zweiten Durchgang Yvette Estermann rausnimmt und dafür unseren Mann unterstützt». Der bisherige CVP-Ständerat Konrad Graber verpasste das absolute Mehr im ersten Wahlgang nur knapp um 1'700 Stimmen und muss Mitte November ebenfalls noch ein zweites Mal antreten. 

Ebenfalls nochmals wissen will es Rudolf Schweizer. Der parteilose Aussenseiter holte am Sonntag ins­gesamt 2'823 Stimmen und war chancenlos. Er wolle dennoch ganz sicher für den zweiten Wahlgang antreten, sagte er gegenüber der «Neue Luzerner Zeitung». Für ihn sei klar, dass er die Plattform nutzen müsse. Es gehe darum, eine Alternative zu den etablierten Parteien aufzeigen zu können, die sich den Wahlkampf mit «riesigen Budgets erkaufen könnten».     

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