Der Natur verbunden: Wie sieht es bei den Parteien aus? Im Bild: Grünes Heupferd in Sarmenstorf AG (Bild: Natalie Boo)
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Der Natur verbunden: Wie sieht es bei den Parteien aus? Im Bild: Grünes Heupferd in Sarmenstorf AG (Bild: Natalie Boo)

Sollen Naturfreunde grün oder grünliberal wählen?

4min Lesezeit 2 Kommentare

Seit es die Grünliberalen gibt, taucht die politische Gretchenfrage immer wieder auf: Welches Grün soll man wählen? Liberal oder Original? Wo sind die Unterschiede. Eine Umfrage von «Vimentis» unter den Kantonsratskandidaten gibt Antworten. Und ein kleiner Tipp: Auch die SP wäre in Erwägung zu ziehen. 

Bald wählt Luzern sein neues Parlament. Was dabei beim Ausfüllen des Wahlzettels oft gefragt wird: Wie grün sind eigentlich die Grünliberalen (GLP) wirklich? Das grüne Original – die Grüne Partei – moniert des öfteren, in den Sachgeschäften sei dies nicht immer so klar. Sind die GLP-Vertreter Freisinnige im grünen Mäntelchen oder eher Grüne ohne Gewerkschaftsausweis? Wir bieten für alle Naturfreunde Entscheidungshilfe.

Wie wählen?

zentral+ bietet Ihnen zur Unterstützung der persönlichen Wahlentscheidung eine unabhängige Online-Wahlhilfe an. Das Tool wird vom politisch unabhängigen Verein Vimentis zur Verfügung gestellt und ist in unserem Spezial-Dossier zu den Luzerner Wahlen abrufbar. 

Anhand eines Fragebogens wird Ihr politisches Profil mit den Kandidaten Ihres Wahlkreises verglichen. Innerhalb von rund 10 Minuten können die am besten passenden Listen sowie einzelne Kandidierende angezeigt werden.


Eine Analyse in Zusammenarbeit mit dem politisch unabhängigen Verein «Vimentis» zeigt auf, welche Parteien für Naturfreunde die Nase vorn haben. In den Fokus kommen die SP, die Grünen und die Grünliberalen. Alle anderen Parteien tun sich in Naturfragen nicht sonderlich hervor. 

Grün typisch links

Gemäss der Vimentis-Kandidatenauswertung setzen sich die Grünen und die GLP in Fragen des Umweltschutzes gleich stark ein. Wie in den untenstehenden Spiderprofilen von GLP und Grünen (Abbildungen 1 und 2) allerdings ersichtlich wird, weist die Grüne Partei ein typisches Profil einer Linkspartei auf.

 

Abbildung 1: Profil der GLP
Abbildung 1: Profil der GLP
Abbildung 2: Profil der Grünen
Abbildung 2: Profil der Grünen

 

Die GLP hingegen verfügt über ein typisch bürgerliches Mitteprofil, vergleichbar mit FDP, CVP oder BDP. Sie haben jedoch eine deutliche Ausprägung zu mehr Umweltschutz und sind in der Befürwortung eines strengen Rechtssystems weniger strikt. Im Detail setzen sich die Kantonsratskandidierenden der Grünen zum Beispiel nur marginal stärker für progressive Strompreise ein.

Unterschiede sind markant

Gewichtiger ist jedoch der Unterschied der Parteien im Bereich Wirtschaftsliberalität: Die liberalere GLP spricht sich klar gegen einen Mindestlohn von 4'000 Franken aus, während die Grüne Partei klar dafür ist. Gleichzeitig ist die GLP für eine Einschränkung des Leistungskatalogs der Krankenkasse, die Kandidierenden der Grünen wollen dies hingegen nicht.

Zudem erweist sich die GLP im politischen Spektrum als deutlich rechts von den Grünen. Dies zeigt sich auf der Achse umfassender Sozialstaat versus restriktive Finanzpolitik. Die GLP will unter anderem den Gewinnsteuersatz für Unternehmen im Kanton Luzern nicht erhöhen, die Grünen sind hingegen klar dafür.

Wer sollte also GLP wählen und wer die Grünen? Für Wähler, die sich voll und ganz für den Umweltschutz einsetzen möchten und gleichzeitig einen starken Sozialstaat wünschen, bieten sich die Grünen an. Dabei ist interessant zu erwähnen, dass die SP (siehe Abbildung 3) über ein nahezu identisches Profil verfügt wie die Grünen und somit eine echte Alternative für Umweltfreunde darstellt. Wer jedoch eine Mittepartei mit Fokus auf Umweltschutz sucht, ist mit der GLP gut beraten.

Abbildung 3: Profil der SP
Abbildung 3: Profil der SP

 

Die Analyse wurde aufgrund der Kandidaten vorgenommen, welche sich bisher an der Vimentis Wahlhilfe beteiligten.

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