Vertritt die «junge und dynamische» Generation: Damian Müller. Doch ist er wirklich der Richtige für das hohe Amt? (Bild: twitter/Damian Mueller)
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Vertritt die «junge und dynamische» Generation: Damian Müller. Doch ist er wirklich der Richtige für das hohe Amt? (Bild: twitter/Damian Mueller)

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Die FDP schickt einen knapp 30-Jährigen ins Rennen für das gewichtige Amt des Ständerats, statt auf den Parteipräsidenten und bisherigen Nationalrat zu setzen. Gestern Abend kam es an der Delegiertenversammlung der Luzerner FDP zur grossen Überraschung.

Damit hatte fast niemand gerechnet: Der junge Damian Müller hat sich gegen den gestandenen Politiker, Nationalrat und Luzerner FDP-Präsidenten Peter Schilliger durchgesetzt. Der Entscheid fiel gestern Abend an der FDP-Delegiertenversammlung. Müller soll nach ganz oben und den Ständeratssitz für seine Partei verteidigen, der seit 59 Jahren in der Hand der FDP ist. Doch greift der junge Kantonsrat aus Hitzkirch nicht zu hoch?

Immerhin hat sich der 29-Jährige erst vor Kurzem entschlossen, für das höchste parlamentarische Amt der Schweiz zu kandidieren. Und auf nationalem Polit-Parkett ist Müller noch weitgehend unbekannt. Er vertrete eine junge, neue Politikergeneration, so die Begründung. Er soll «frischen Wind» bringen auf eine «dynamische» Art. Doch reicht das aus?

Fraktionspräsident und Parteistratege Rolf Born stützt den Entscheid seiner Partei: «Kein Kandidat ist ohne Risiken – aber für uns ist das Glas halbvoll, nicht halbleer.» Müller habe als junger, dynamischer Kandidat sehr gute Chancen, den FDP-Sitz zu verteidigen. Die Versammlung habe sich für dieses «neue Profil» entschieden.

Mit fast 70 Prozent der Stimmen gewählt

Das klingt verhalten optimistisch. Denn erstens schaffen es junge Politiker nur selten in den Ständerat. Meistens werden erfahrene Politiker über fünfzig gewählt. Der einzige 30-Jährige, der es bis ins Stöckli geschafft hat, ist der Neuenburger Raphaël Comte, Jahrgang 1979, angetreten 2010. Damals wurde allerdings Didier Burkhalter in den Bundesrat gewählt und Comte rückte für die FDP in der kleinen Kammer nach.

Zudem muss Damian Müller in Luzern im kommenden Wahlkampf gegen andere Herausforderer und politische Schwergewichte antreten. Neben CVP-Mann Konrad Graber wird das wohl die SP-Nationalrätin und oberste Konsumentenschützerin Prisca Birrer-Heimo sein. Die Luzerner Parteien werden ihre Kandidaten in den kommenden Monaten bekannt geben. 

Kann der junge FDP-Kandidat auch ausserhalb seiner Partei bestehen? Damian Müller ist sich bewusst: «Es braucht im Ständerat Mitglieder aus jeder Generation, die sich mit Engagement und Herzblut für unser Land einsetzen.» Er habe Respekt vor einem solchen Amt, sei aber vollends von seinen Fähigkeiten überzeugt. Die FDP-Delegierten vermochte Müller schon mal für sich zu gewinnen. Er gilt als sehr guter Redner und wurde mit knapp 70 Prozent der Stimmen nominiert.

Schilliger enttäuscht

Auf der anderen Seite stand gestern ein enttäuschter Peter Schilliger, der die Nominationswahl verloren hat. Die Kandidatur des 55-Jährigen war schon seit längerer Zeit bekannt. Schilliger sucht die Begründung: «Die Delegierten hatten sich gestern Abend zwischen zwei völlig verschiedenen Profilen zu entscheiden. Ich habe den Zusatzbonus des jungen Aufstrebenden nicht gehabt. Und Damian Müller hat sehr gute Arbeit geleistet. Das ist zu akzeptieren und fertig», sagt der Nationalrat.

Es geht noch ein Jahr bis zu den eidgenössischen Wahlen. Diese Zeit will Damian Müller nutzen, um möglichst viele Stimmen zu generieren. Er hat schon konkrete Ziele: «Ich will anpacken und umsetzen im Ständerat. Da kommen viele wichtige Themen auf die Luzerner zu, grosse Infrastruktur-Projekte wie Bypass und Tiefbahnhof. Dafür werde ich mich einsetzen».  

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