Das geht heute moderner: Reparatur eines Sportwagens anno 1979. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)
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Das geht heute moderner: Reparatur eines Sportwagens anno 1979. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Reparaturführer: 70 Zuger Firmen bisher dabei

3min Lesezeit

Reparieren statt wegwerfen: Eine Internet-Plattform will die Bevölkerung für die Reparatur von Alltagsgegenständen sensibilisieren. Der Kanton Zug ist seit 2014 Partner des Projekts. Auch in Luzern ist die Plattform momentan ein Thema. Doch noch ist die Resonanz gering.

Der Kanton Zug ist seit Anfang Jahr Partnerkanton der Internet-Plattform «reparaturfuehrer.ch». Die Idee dahinter ist, Defektes reparieren zu lassen statt wegzuwerfen. Bisher fand man jedoch keine Angebote aus Zug auf der Plattform. Das ist seit heute morgen anders: «Wir sind nun online gegangen. 70 Betriebe haben sich bisher registriert, es werden laufend mehr», sagt Esther Delli Santi, Projektleiterin beim Amt für Umweltschutz des Kantons Zug. Man habe der Bevölkerung zuerst eine genügende Anzahl Firmen präsentieren wollen, sagt sie. Im Frühling ist das Gewerbe mit Briefen, Mails und durch die Gewerbevereine auf die kostenlose Dienstleistung aufgemerksam gemacht worden. Die Registrierung lief im Hintergrund, die Firmen waren nicht sichtbar.

Die Internetplattform lanciert haben die Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft sowie die Städte Bern, Thun und Köniz. Ziel der Initianten ist es, «Reparaturführer.ch» zu einer nationalen Plattform auszubauen. Die finanzielle Trägerschaft hat die öffentliche Hand inne, wer Partner sein will, muss einmalig 5000 Franken zahlen.

Luzern und Zürich diskutieren darüber

Neben dem einmaligen Beitrag, wird sich der Kanton Zug wie die anderen Träger anteilsmässig an den Kosten für Wartung, Unterhalt und Hosting der Webseite beteiligen müssen. Man schätzt die Kosten auf rund 500 Franken. Die internen Kosten für die Arbeit der Verwaltung hat man noch nicht abschliessend eruiert, sagt Delli Santi.
Beim Projekt tauschen sich die beteiligten Kantone und Städte in einem Pool aus, erklärt die Projektleiterin. Man profitiere gegenseitig von den Erfahrungen. «Wir hoffen, dass noch mehr Zuger Firmen diese Gelegenheit wahrnehmen. Der Reparaturführer soll zur nationalen Plattform ausgebaut werden. In Zürich und in Luzern wird das Thema momentan ebenfalls diskutiert.»

In Luzern haben Max Bühler und Theres Vinatzer namens der SP/JUSO-Fraktion im März ein Postultat eingereicht, das den Beitritt zur Plattform anregt. In seiner Antwort verweist der Luzerner Stadtrat auf den Kanton. Das zuständige Amt stehe einem Beitritt Luzerns positiv gegenüber, habe aber momentan nicht die Ressourcen. Deshalb sei ein Beitritt erst «mittelfristig» vorgesehen. Eine Jahreszahl wird nicht genannt.

Am meisten für Haus und Wohnung

Und so funktioniert der Reparaturführer: Gewerbebetriebe tragen ihre Dienstleistungen auf «Reparaturführer.ch» kostenlos ein. Diese werden nach Kantonen und Kategorien sortiert. Es gibt folgende Hauptkategorien: Elektronikgeräte, Haus und Wohnung, Kleidung/Schuhe/Schmuck, Medizinische Hilfsmittel, Möbel und Inneneinrichtung, Fahrzeuge, Kameras und Optik, Maschinen und Haushaltgeräte, Musik und Instrumente sowie Sport/Spielzeug/Hobby. Am meisten Einträge hat «Haus und Wohnung» mit total 534 Firmen in den beteiligten Deutschschweizer Regionen, gefolgt von «Elektronikgeräte» mit 331 Dienstleistern.

Konsumentinnen und Konsumenten finden mit Hilfe der Stichwort- oder Kategoriensuche die geeigneten Reparaturprofis für ihre defekten Gegenstände mit Kurzbeschrieb, Bildern, Adresse und Telefonnummer. Zusätzlich kann nach Regionen oder Postleitzahl sortiert werden. Weiter vermittelt ein Blog Infos zu den Themen Reparieren und Ressourcenschonung. Mit einer E-Mail ans Reparaturführerteam können eigene Reparaturtipps und -erfahrungen weitergegeben werden. Die Internetplattform wird ständig erweitert.

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