Praktisch fertig – das neue Wandbild im Neubad. (Bild: zVg)
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Praktisch fertig – das neue Wandbild im Neubad. (Bild: zVg)

Das neue Gesicht des Neubad-Pools

4min Lesezeit

Im Neubad wird gemalt. An der Wand, wo jahrzehntelang Hans Ernis Poseidon hing, folgt die zweite Umgestaltung seit Beginn der Zwischennutzung. Das neue Bild startet mit einem sommerlichen Outfit.

Es riecht nach Farbe, wenn man dieser Tage den Pool des Neubads betritt. Die Sonnenstoren sind zu, die Temperatur trotzdem bereits in den Morgenstunden bei um die 30 Grad. Auf dem Gerüst, welches vor der einzigen grossen Wand im Neubad aufgestellt ist, ziehen vier Männer die letzten Striche und die letzten Klebestreifen ab. Das neue Wandbild von Tobias Eichelberger und Philipp Lehmann ist beinahe fertig.

Ein Blick durch die Wand

Das Malergeschäft Lehmann & Co. sponsert das Projekt und sowohl Philipp Lehmanns Bruder als auch sein Vater arbeiten hier umsonst. Rund eine Woche lang hat das Team 80 Kilo Farbe aufgetragen. Am Freitag wird das Gerüst abgebaut und das neue Wandbild ist bereit für die neue Saison.

«Wir wollten kein statisches Bild schaffen.»
Tobias Eichelberger

Am 16. August wird die neue «Kulisse» offiziell eingeweiht. Bei einer Vernissage, zu der auch die Nachbarschaft eingeladen ist. Denn sie diente den beiden Initianten des neuen Wandbilds als Inspirationsquelle. Das neue Wandbild will die Offenheit des Neubads aufzeigen und tut es, indem es die Mauer durchbricht und die Fassade dahinter zeigt – die Nachbarn sozusagen. Im Moment jedoch wirkt das Bild noch sehr zurückhaltend und schlicht. Lediglich in den Fenstern spiegelt sich die Geschichte des Hauses in Wellen wieder.

Ein Blick auf die echte Fassade dahinter.
Ein Blick auf die echte Fassade dahinter. (Bild: jav)

Es soll eine Projektionsfläche sein, eine Art Kulisse, die unterschiedlich bespielt werden kann, erklärt Grafiker Tobias Eichelberger. Deshalb ist das Grundbild sehr grafisch und reduziert gestaltet. «Wir wollten kein statisches Bild schaffen», so Eichelberger. Das neue Bild soll sich verändern und weiterentwickeln können. Dafür sind vor allem die Balkongeländer da, welche auf die gemalten Balkone geschraubt werden.

Geschichten und Gesichter

Zum Start haben Eichelberger und Lehmann eine der zahlreichen eigenen Ideen für die Fassade umgesetzt. «Ich habe bei den Nachbarn in der Bireggstrasse 39 angeklopft und sie darum gebeten, mir ihre Lieblings-Badetücher zu zeigen.»

Inspiriert von den Badetüchern und den Geschichten, die er aus der Nachbarschaft erfahren hat, liess Eichelberger Frotteetücher herstellen, die ab der Vernissage an den Balkongeländern im Pool hängen werden.

Hinter jedem Tuch steckt eine Geschichte aus der Nachbarschaft.
Hinter jedem Tuch steckt eine Geschichte aus der Nachbarschaft. (Bild: jav)

Zu jedem Tuch hat er daher Geschichten zu erzählen. Über Walti zum Beispiel, der als junger Mann im ehemaligen Hallenbad keine schönen Erlebnisse gemacht und sich deshalb geschworen habe, es nie mehr zu betreten. Oder von Frau Lang, die mit Leidenschaft den Garten vor dem Haus pflege und mittlerweile schon zu einer Freundin geworden sei.

Veränderung erwünscht

Eichelberger, der selbst in der Nachbarschaft lebt, wollte durch das Projekt die Nähe zum Rundherum und die Offenheit des Neubads in den Fokus stellen (zentralplus berichtete). Das sei jedoch nur die Grundlage. «Es wäre toll, wenn nicht nur unsere Ideen, sondern ganz verschiedene Menschen und Projekte das Bild weiter prägen», so Eichelberger.

Mit neu gefüllten Fenstern – vielleicht auch mal Adventstürchen –, mit Rollos oder einer bemalten «Fassade». Die Balkongeländer, der sehr geometrische, ruhige Stil und die zurückhaltenden Farben wollen alle Möglichkeiten offenlassen. Für die Jahre, die noch kommen.

Tobias Eichelberger und Michael Lehmann geniessen nochmals die Aussicht, bevor das Gerüst abgebaut wird.
Tobias Eichelberger und Michael Lehmann geniessen nochmals die Aussicht, bevor das Gerüst abgebaut wird. (Bild: zVg)

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