«Jeder Rappen zählt»: Eine Aufnahme von 2016. Gehen nach der zehnten Ausgabe der Spendenaktion die Lichter in der Leuchtenstadt für immer aus? (Bild: SRF/Thomas Züger)
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«Jeder Rappen zählt»: Eine Aufnahme von 2016. Gehen nach der zehnten Ausgabe der Spendenaktion die Lichter in der Leuchtenstadt für immer aus? (Bild: SRF/Thomas Züger)

Die letzten Rappen sind bald ausgezählt

4min Lesezeit

Im Dezember 2018 findet die zehnte Ausgabe von «Jeder Rappen zählt» statt. Die Glasbox steht auch dieses Jahr wieder auf dem Europaplatz in Luzern – entgegen allen Gerüchten. Ein Jubiläum also. Doch Grund zu feiern gibt es nicht. Denn in dieser Form findet die Aktion von SRF zum letzten Mal statt.

Es war eine Liebesgeschichte, ohne Trennung in Sicht: Bereits neun Mal fand die Spendenaktion «Jeder Rappen zählt» statt, fünf Ausgaben davon gab es in Luzern (zentralplus berichtete).

Nach der Bekanntgabe, dass Stefan Gubser und Delia Mayer 2019 zum letzten Mal als «Tatort»-Kommissare ermitteln werden (zentralplus berichtete), standen Gerüchte im Raum, dass SRF die Spendenaktion «Jeder Rappen zählt» in Luzern absetzen wird. Seither wurde darüber viel gemunkelt.

Nun herrscht Klarheit: Die Glasbox wird im Dezember 2018 erneut die Leuchtenstadt zieren. Doch ein Satz im SRF-Newsletter lässt aufhorchen: «[...] auch wenn ‹Jeder Rappen zählt› in dieser Form zum letzten Mal durchgeführt wird.»

Zweck erfüllt – keine Luft nach oben?

Auf Nachfrage lässt sich SRF nicht in die Karten blicken – und weicht aus. Aus Sicht von Robert Ruckstuhl, dem Programmleiter von Radio SRF, hat die Spendenaktion das Ziel erreicht. «‹Jeder Rappen zählt› ist ein Format, das über viele Jahre hinweg sehr gut funktioniert und seinen Zweck, die Schweizer Bevölkerung für Themen und Menschen, die Hilfe brauchen, zu sensibilisieren und Spendengelder zu sammeln, erfüllt hat.» Denn während der vergangenen neun Ausgaben wurden insgesamt über 60 Millionen Franken gesammelt. Aber Ruckstuhl fügt an: «Nach zehn Jahren ist es an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren.»

«Nach zehn Jahren ist es an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren.»

Robert Ruckstuhl, Programmleiter SRF

In welcher Form «Jeder Rappen zählt» künftig bei Radio SRF 3 stattfinden wird, sei momentan noch offen. Wie jedes Jahr werde nach Abschluss des Projekts eine Nachbesprechung mit allen Beteiligten durchgeführt. «Danach wird entschieden, wie es weitergeht», so Ruckstuhl. Konkreter möchte er sich dazu nicht äussern. Klar sei bis jetzt nur, dass die Zusammenarbeit zwischen Radio SRF 3 und der Glückskette fortgeführt werde.

«Bevölkerung hat Aktion lieb gewonnen»

Niklaus Zeier, Chef Kommunikation der Stadt Luzern, freut sich, dass «Jeder Rappen zählt» erneut auf dem Europaplatz über die Bühne gehen wird. «Ich bin sehr froh über den Entscheid. Über all die Jahre haben wir eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem SRF gepflegt.» Die Spendenaktion nehme für Luzern einen hohen Stellenwert ein. Die Bevölkerung habe die Aktion sowie den Platz akzeptiert und die Aktion lieb gewonnen.

Zeier bedauert den Entscheid, dass die Spendenaktion nach der diesjährigen Ausgabe nicht mehr in demselben Format stattfinden wird, jedoch nicht – denn momentan sei noch offen, wie sich «Jeder Rappen zählt» entwickeln wird. Er hofft jedoch, dass die Region Zentralschweiz auch in Zukunft in die Sammelaktion involviert wird. 

Hartmann wiederum in der Glasbox

Die Glasbox bewohnen werden dieses Jahr Nik Hartmann, Judith Wernli und Anic Lautenschlager. Hartmann war die ersten sieben Jahre für die Spendenaktion als Moderator tätig, danach als Gastgeber in der TV-Liveshow. «Ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass ich irgendwann einmal noch einmal in die Box reingehe», sagt er in einem Video von SRF. Doch für die Jubiläumsfeier zieht es ihn nun erneut in die Leuchtenstadt.

Die diesjährigen Spenden von «Jeder Rappen zählt» werden im Ausland dafür eingesetzt, Kindern und ihren Familien ein neues Dach über dem Kopf zu geben – sei es temporär in Lagern oder bei Gastfamilien, durch Hilfe bei Mietzahlungen oder permanent durch die Reparatur oder den Wiederaufbau von Häusern. Mit den Spendengeldern werden aber auch Kinder in der Schweiz unterstützt, die in schwierigen Verhältnissen leben und darum Schutz und Geborgenheit brauchen.

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