Das Leitungsteam für die neue Saison am Luzerner Theater (von links): Sandra Küpper (Schauspiel), Johanna Wall (Oper), Clemens Heil (Musik), Benedikt von Peter (Intendant) und Kathleen McNurney (Tanz). (Bild: zvg/Vanessa Püntener)
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Das Leitungsteam für die neue Saison am Luzerner Theater (von links): Sandra Küpper (Schauspiel), Johanna Wall (Oper), Clemens Heil (Musik), Benedikt von Peter (Intendant) und Kathleen McNurney (Tanz). (Bild: zvg/Vanessa Püntener)

Das Luzerner Theater entert den Sonnenberg und die Viscosistadt

4min Lesezeit

Ein «Opern-Air» zu Frank Zappa auf dem Sonnenberg, die Rückkehr von Regula Mühlemann und Frischs «Biedermann» in Luzerner Wohnungen: Mit der neuen Saison erhält das Luzerner Theater durch Sandra Küpper zusätzliche Verstärkung und wagt sich vermehrt nach draussen.

Während draussen vor der Jesuitenkirche die Vorbereitungen für das Highlight zum Saisonabschluss laufen – das Freilichtstück «Ein Luzerner Jedermann» ab 25. Mai –, stellt Intendant Benedikt von Peter in der Box die neue Saison vor. Gewohnt rasant rattert er durch das Programm der Spielzeit 18/19.

«Neue Formen» heisst das Thema, und es bringt neue Darstellungsweisen und ungewohnte Perspektiven. Und diese kommen auch von neuen Köpfen: Auf die kommende Saison beginnt Sandra Küpper als Schauspielchefin, sie kommt vom Hamburger Thalia-Theater. Und Johanna Wall heisst die neue Operndirektorin, die von der Komischen Oper Berlin kommt. Und genauso wichtig: Tanzchefin Kathleen McNurney feiert ihr Zehnjähriges in Luzern.

Mutig und eigenwillig

«Jede Premiere ist eine kleine Uraufführung», so von Peter. Und er erklärt im Programmheft: «Wir machen Dinge, die wir lieben. Und das, was wir tun, das meinen wir auch. Und wir meinen es mit Herzen.» Neue Formen, das heisst für von Peter spezielle Lesarten, eigenwillige Handschriften und mutige Positionen.

Mit Sandra Küpper kommen internationale Sichtweisen ins Haus, heisst es im Programm. Sie sei beeindruckt von der Offenheit und von der Einfachheit des Hauses, sagt Küpper. «Neue Formen» bedeute für sie unterschiedliche künstlerische Ausdrucksformen – ein paar Highlights gefällig?

Sandra Küpper über die kommende Saison:

 

Den Auftakt macht der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó mit dem Stück «Traumland». Die Inszenierung findet auf dem Schiff statt und ist eine Auseinandersetzung mit Luzern und der Umgebung.

Es gibt ab Oktober ein Festival in fünf Gängen: Da wird gekocht und gegessen und die Box wird zur «Open Kitchen». Für «Biedermann und die Brandstifter» werden im November Luzerner Wohnungen aufgesucht und für die Produktion «Cybercity» wird im März 2019 gar die Viscosistadt in Emmen besetzt. In Zusammenarbeit mit Jugendlichen und Studenten der «Kunsti» erschafft Regisseur Mirko Borscht eine Welt zwischen Analogem und Digitalem.

Regula Mühlemann zurück am Theater

Auch in der Opernsparte kündigt von Peter ein paar «Coups» an. Den Auftakt macht im September die Inszenierung «Im Amt für Todesangelegenheiten», eine Slapstick-Oper ohne Worte zusammen mit dem 21st Century Orchestra (Inszenierung Viktor Bodó). Für «Roméo et Juliette» kehrt im November Opernsängerin Regula Mühlemann ans Luzerner Theater zurück, wo ihre Karriere begann. Sie bildet mit dem Mexikaner Diego Silva ein «Traumpaar», so Benedikt von Peter.

Benedikt von Peter über das Motto «Neue Formen»:

 

Das grosse Saisonhighlight dürfte «Zappa on the Hill» sein. Das Luzerner Theater spannt mit dem Festival B-Sides zusammen und inszeniert an gerade mal fünf Tagen ein eigenes «Opern-Air-Festival» über den Musiker Frank Zappa. Eine Variété-Show werde es geben, eine Geistesbeschwörung «an diesem indianischen Kraftort», so von Peter. Und vor allem: Für die Inszenierung konnte das Theater die Schweizer Überfliegerband Faber (Julian Pollina) gewinnen.

Neue Aktion für sozial Benachteiligte

Zudem geht Kathleen McNurney in ihrer zehnten Saison auch im Tanz den Weg der neuen Formen weiter – im Mai 2019 gibt es darum eine Jubiläumsgala mit einem Best-of der letzten zehn Jahre. Als «Luzerner Legende» bezeichnet Benedikt von Peter die Tanzchefin, sie habe den Tanz in Luzern wieder «strahlen lassen».

Auch das Figurentheater bekommt frischen Wind und ist neu in den Händen von Jacqueline Surer und Sibylle Grüter. Zudem: Das Luzerner Theater hat einen neuen, sehr potenten Hauptsponsor (Benedikt von Peter: «Ich finde das Logo sehr schön»). Und das Haus macht mit der neuen Aktion «Eins mehr!» einen Schritt auf jene zu, die sich Eintritte nicht leisten können: Man kann zu seinem eigenen ein zusätzliches Ticket kaufen und so einer sozial benachteiligten Person den Theaterbesuch ermöglichen.

Der Vorverkauf für die neue Saison startet am 20. August.

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