Sopranistin Regula Mühlemann am Sonntagabend im KKL. (Bild: Marco Masiello)
Kultur Musik Rezension

Sopranistin Regula Mühlemann am Sonntagabend im KKL. (Bild: Marco Masiello)

Regula Mühlemanns fulminantes Heimspiel im Luzerner KKL

4min Lesezeit

Regula Mühlemann und das Basler Kammerorchester unter der Leitung des italienischen Dirigenten Umberto Benedetti Michelangeli überzeugten das Publikum am Sonntagabend im KKL mit ihren Mozartinterpretationen. Begeistert belohnten die Zuhörer die Künstler mit minutenlangen stehenden Ovationen.

Milena Koller

Es war ein Heimspiel für die im luzernischen Adligenswil aufgewachsene Sopranistin Regula Mühlemann. Sie studierte an der Hochschule Luzern, sammelte ihre ersten Bühnenerfahrungen am Luzerner Theater, ist aber inzwischen auf den grossen Bühnen dieser Welt zu Hause.

Am Sonntagabend trat sie im Konzertsaal des KKL im Rahmen der Mozart-Gala mit dem Kammerorchester Basel auf (Leitung: Umberto Benedetti Michelangeli).

Eröffnet wurde der Abend vom Basler Kammerorchester mit der Sinfonie Nr. 36 «Linzer». Sie stimmten das vorwiegend ältere und klassisch elegant gekleidete Publikum auf die Musik Mozarts ein. Trotz des pompösen Saals mit seiner riesigen hölzernen Deckenkonstruktion schuf das Orchester einen beinahe intim wirkenden Rahmen.

Das Kammerorchester Basel unter der Leitung von Umberto Benedetti Michelangeli mit Solistin Regula Mühlemann.
Das Kammerorchester Basel unter der Leitung von Umberto Benedetti Michelangeli mit Solistin Regula Mühlemann. (Bild: Marco Masiello)

Ganz in Schwarz gekleidet und bei gedämpften Licht verzauberten die Musiker die Zuhörer mit einem fröhlichen, verspielten und leichtfüssigen Spiel, das einem direkt an die Seele ging. Auch wer sonst kein Klassikliebhaber ist und sonst selten in den Genuss dieser Musik kommt, konnte sich der musikalischen Magie des ebenso genialen wie tragischen österreichischen Künstlers nicht erwehren.

Von einem fulminanten Einstieg in den Abend ging es über zu träumerischen Klängen – und weiter zu verspielt, bedrohlich, düster. Eine Musik so kapriziös, wie dies wohl auch der Künstler gewesen sein musste.

Feuerwerk der Hingabe

Nach dem runden Einstieg des Basler Kammerorchesters trat Regula Mühlemann auf die Bühne. Mit «Exsultate Jubilate» war der Name Programm. In ihrem dunkelblauen Abendkleid und mit der hübschen klassischen Aufsteckfrisur wirkte die Sängerin bezaubernd. Und man sah ihr die aufrichtige Freude und Hingabe während der ganzen Darbietung an.

Ihre helle, klare Stimme drang mühelos durch den ganzen Saal und löste ein bewunderndes und teilweise ungläubiges Staunen im Publikum aus. Welch Wunder, mochte sich der eine oder andere denken, dass es manchen vergönnt ist, solch wunderbare Klänge mit der eigenen Stimme hervorzubringen.

Man sah ihr die aufrichtige Freude an: Regula Mühlemann im KKL.
Man sah ihr die aufrichtige Freude an: Regula Mühlemann im KKL. (Bild: Marco Masiello)

«Jauchzet, jubelt o ihr glücklich Seelen, singt süsse Lieder; eurem Lied antwortend sollen die Himmel Psalmen mit mir singen.» – Regula Mühlemanns Darbietung erklang im Einklang mit dem Gesangstext und ehrte so gleichzeitig den grossen Meister und seine zeitlose Musik.

Während der erste Teil des Abends von Anfang bis Ende mitreissend war, fühlte sich der zweite Konzertteil nicht mehr ganz so spannungsgeladen an. Zwar lieblich mitanzuhören, fehlte mit der Zeit doch etwas der Biss, der im ersten Konzertteil deutlich zu spüren war. Zeitweise liess die Aufmerksamkeit bei einem Teil des Publikums nach.

Diesen Einbruch in der Leidenschaft machten die Künstler bei den Zugaben allerdings wieder wett. Und Orchester und Solistin verabschiedeten die Zuhörer mit einem Feuerwerk der musikalischen Hingabe. Das Publikum dankte es mit frenetischem Applaus und stehenden Ovationen.

Mehr Bilder des Konzerts in der Galerie:

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