Die Amerikanerin Sudan Archives spielt am Freitag am B-Sides. (Bild: zvg)
Kultur Musik

Die Amerikanerin Sudan Archives spielt am Freitag am B-Sides. (Bild: zvg)

B-Sides 2018: Arabische Koryphäe, eine Trash-Supergroup und Tanz im Wald

5min Lesezeit

Das B-Sides-Programm ist da: Auf dem Krienser Sonnenberg treten zwischen 14. und 16. Juni über 30 Bands, Künstlerinnen und DJs auf. Der Schwerpunkt liegt auf Schweizer Musik und auch einige Experimente haben die Organisatoren wieder im Köcher.

Ein erstes Highlight des dreitägigen Festivals ist am Donnerstagabend Yasmine Hamdan. Laut Organisatoren ist sie eine «Koryphäe der alternativen Szene in der arabischen Welt». Bei einigen ist sie vielleicht bekannt durch ihren Auftritt im Jim-Jarmusch-Streifen «Only Lovers Left Alive».

Ebenfalls am Donnerstag tritt das schwedische Duo Wildbirds & Peacedrums auf oder die Zürcherin Evelinn Trouble.

 

Das B-Sides legt sein Hauptaugenmerk wieder auf nationale Acts und internationale Entdeckungen, viele Namen aus dem Programm wollen erst entdeckt werden. Zudem hat das Festival auch wieder darauf geachtet, dass im Gegensatz zu den meisten anderen Musikfestivals auch viele Frauen auf der Bühne stehen.

B-Sides 2018

B-Sides-Festival: Donnerstag 14. bis Samstag 16. Juni, Sonnenberg Kriens/Luzern. Vorverkauf für 1-, 2- oder 3-Tagespässe über Petzitickets. Zum kompletten Programm.

«Das B-Sides Festival soll eine Plattform für innovative Musik aus dem In- und Ausland bleiben», teilen die Organisatoren mit. Es unterstützt Musik abseits des Mainstreams und fördere nationale Künstler.

Ein weiteres Highlight dürfte die neu formierte Band Ammar 808 & The Maghreb United am Freitag sein. Sie verbindet nordafrikanische Musik mit elektronischen Beats. Mit der Amerikanerin Brittney Denise Parks alias Sudan Archives präsentiert das Festival wiederum eine interessante Künstlerin, die noch ganz am Anfang ihrer vielversprechenden Karriere steht. Die Geigerin und Sängerin ist Autodidaktin und verbindet afrikanische Einflüsse mit Elektronik und Hip-Hop-Beats.

 

Der Austausch zwischen Kulturen und Genres bildet für die B-Sides-Organisatoren ein Herzstück des Festivals. Mit Siselabonga und Muthoni Drummer Queen sind zwei Projekte vor Ort, welche die Schweiz mit Senegal respektive Kenia verbinden.

One-Man-Band für einmal mit Supergroup

Etwas Neues wagt auch ein altbekannter Rebell: Die One-Man-Band Reverend Beat-Man hat für einmal andere um sich geschart und für ihren Auftritt am B-Sides eine Supergroup zusammengestellt: Mario Batkovic am Akkordeon, Julian Sartorius am Schlagzeug, Resli Burri an den Tasten und Sängerin Nicole Izobel Garcia unterstützen den Berner, der mit gebürtigem Namen Beat Zeller heisst.

Reverend Beat-Man sorgt seit Jahrzehnten für Furore mit seinem trashigen Sound zwischen Psychobilly und Garage Punk, er ist auch ein unermüdlicher Förderer und Antreiber, von dem sein eigenes Label Voodoo Rhythm Records zeugt.

Reverend Beat-Man in Aktion:

 

Etwa zwei Drittel der Künstler kommen aus der Schweiz und auch die Zentralschweiz ist wiederum gut vertreten. Pink Spider, Jon Hood, Long Tall Jefferson oder Der Transformer – alle aus Luzern – spielen auf einer der drei Bühnen auf dem Sonnenberg. Sie alle muss man hier nicht mehr gross vorstellen.

Aus Bern reisen die Damen und Herren von All XS an und bringen warmen Synthie-Pop in die Waldlichtung und aus Zürich kommen J&L Defer. Dieses Duo setzt sich aus den Gründern der Kult-Band Disco Doom zusammen, die ebenfalls schon am B-Sides zu hören war. Auch die Romandie (Orchestre Tout Puissant Marcel Duchamp XXL, Los Orioles, Bombers) und das Tessin (Viruuunga) sind am B-Sides mit Bands vertreten.

Performance im Wald

Das B-Sides-Team wird wieder viel Arbeit und Liebe in die Gestaltung des Festivalgeländes und in die Verköstigung investieren. Am Freitag und Samstag gibt es zudem in Zusammenarbeit mit dem Kulturhaus Südpol eine Tanzperformance von Schubot / Gradinger aus Deutschland. Das Paar wird sich für seinen Auftritt tief in die Wälder des Sonnenbergs begeben.

Letztes Jahr hatte das Festival mit dem Projekt «The Art of a Culture of Hope» ein gesamtgesellschaftliches Thema (zentralplus berichtete). Dieses Jahr widmet sich das Festival ganz den Inhalten und den Musikerinnen. Die Programmzeitung beinhaltet diverse Lyrics der Bands und auf der Homepage kann man sich die Songtexte in Form einer Karaoke-Maschine zu Gemüte führen.

Video vom letzten B-Sides:

 

Für die Kinder ist wiederum der frühe Samstagnachmittag reserviert. In einem Postenlauf, der von der Organisation Pfasyl begleitet wird, können die Kleinen verschiedene Facetten der Musik erleben. Teil des Programms sind die Musiker Black Tiger, Cello Inferno und Simon Wunderlin. Das Kindertheater Kolypan führt anschliessend eine musikalische Interpretation des Märchens «Rotchäppli» auf.

zentralplus ist Medienpartner des B-Sides.

x
Ist Ihnen unabhängiger Journalismus etwas wert? Mit Ihrer Unterstützung helfen Sie zentral+, Beiträge wie diesen zu realisieren.

Ihre Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, müssen Sie auf zentralplus eingeloggt sein.
Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich jetzt und profitieren Sie
von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Mehr Kultur