Die Mitglieder der Band Hecht mit Sänger Stefan Buck (Mitte). (Bild: zvg)
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Die Mitglieder der Band Hecht mit Sänger Stefan Buck (Mitte). (Bild: zvg)

«Oh Boy!» So schnell war die Schüür noch nie ausverkauft

5min Lesezeit

Was ist da passiert? Das Konzerthaus Schüür startet einen Vorverkauf und sogleich ist er wieder beendet. Sämtliche Tickets sind innert eines Tages weg. Die Schüür und die Band Hecht wurden förmlich überrumpelt. Für Fans gibt es (noch) eine zweite Chance auf Tickets.

Sowas gab’s in 25 Jahren Schüür noch selten: Da wird der Vorverkauf für ein Konzert im nächsten Frühling eröffnet und 24 Stunden später sind bereits alle 650 Billette weg. Einen solchen Schnellstart schafften nicht mal die grossen Züri West, als sie kürzlich in der Schüür spielten. «So etwas habe ich bisher noch nicht erlebt», sagt Schüür-Leiter Marco Liembd hörbar fasziniert.

Als drei Stunden nach Vorverkaufsstart schon die Hälfte der Tickets weg war, schaute das Team erst ungläubig auf das System. Da könnte ja auch einmal ein Fehler passieren. War es aber nicht.

Den Run auf die Tickets für den 13. April 2018 ausgelöst hat die Band «Hecht». Auch Sänger und Gitarrist Stefan Buck ist etwas sprachlos: «Das ist völlig jenseits, das hätte ich nie erwartet.» Man habe den Vorverkauf einfach mal gestartet, aber damit gerechnet, dass die Nachfrage erst später anzieht. «Dass die Leute so ready sind, ist schon krass», sagt Buck.

Der Ort, wo alles begann

Buck stammt wie auch Gitarrist Christoph Schröter ursprünglich aus dem Luzerner Seetal, ist aber inzwischen in Zürich zu Hause. Der schnelle Vorverkauf zeigt, dass Hecht in der Zentralschweiz immer noch als Luzerner Band wahrgenommen wird. «Da hat sicher der Local-Bonus mitgespielt», sagt Liembd. Er erinnert sich noch, als Hecht vor Jahren im EG noch auf der kleinen Bühne spielte – und nun das. «Bei Hecht ist alles aufgegangen, das war ein perfektes Timing», so Liembd.

«Das ist völlig jenseits, das hätte ich nie erwartet.»

Stefan Buck, Sänger Hecht

Auch Buck sagt: «Ich habe mit 16 mein erstes Konzert in der Schüür gespielt, damals noch mit der Band Seng. Es ist für mich der Ort, wo alles angefangen hat.»

«Oh Boy! Absoluter Wahnsinn!», kommentiert Hecht den Vorverkauf:

 

Die Band wurde vom Ansturm also überrumpelt, sie befindet sich momentan im Studio für den letzten Schliff am kommenden Album. Am 17. November veröffentlichen Hecht eine neue Single, im März kommt das Album. Das dürfte die Vorfreude auf das Konzert zum Teil erklären. Eine grosse Rolle dürfte schliesslich der gute Ruf von Hecht als Liveband spielen, gewannen sie dieses Jahr doch den «Swiss Music Award» als beste Live-Band.

«Ich würde schnell reagieren, wenn ich Hecht noch sehen will.»

Marco Liembd, Schüür-Leiter

«Wir spielten einige coole Open-Air-Gigs, es hatte immer viele Leute, und wir leben von der Mund-zu-Mund-Propaganda des Live-Erlebnisses», so Stefan Buck. Denn grosse Charts-Erfolge oder Boulevard-Presse hat Hecht nicht, aber die Band erspielte sich mit ihrem energiegeladenen, melodiösen Mundart-Rock eine eingeschworene Fangemeinde. «Die Live-Shows sind uns am wichtigsten, das wissen die Zuschauer und darum kommen sie das nächste Mal wieder», erklärt er den Effekt.

In der Schüür-Ankündigung heisst es: «Kein Hecht-Konzert, an dem die Zuschauer nicht lauthals mitsingen und sich um den Verstand tanzen, von der ersten Sekunde bis zur letzten, von der vordersten Reihe bis zur hintersten.»

Zusatzshow: Man muss sich beeilen

Ihre Ambitionen unterstreicht die Band auch damit, dass sie ihre offizielle Plattentaufe kurz nach dem Schüür-Gig im Zürcher Volkshaus bestreitet. Dieser Saal ist mit gut 1’600 Plätzen mehr als doppelt so gross wie die Schüür. Für dieses Konzert gibt’s noch Tickets, ebenso für die Zusatzshow, welche die Schüür einen Tag vor dem ausverkauften Konzert spontan angesagt hat.

Aber trotzdem: Besser, man beeilt sich, wenn man Hecht im Frühling noch live erleben will. Denn auch die restlichen Konzertbillette gehen gut weg – auch das Zusatzkonzert in der Schüür ist schon zur Hälfte voll. Marco Liembd ist sich sicher: «Auch dieses Konzert wird voll, ich würde schnell reagieren, wenn ich Hecht noch sehen will.»

So tönen Hecht mit ihrem Song Charlotta, den sich auf Youtube schon fast 2 Millionen User angeschaut haben:

 

Schon über 1’000 Leute reissen sich also in Luzern innert weniger Tage um die Tickets für eine lokale Gitarrenband – und das in einer Zeit, in der von einer Krise im Konzertbusiness die Rede ist. Liembd hofft, darin schon die ersten Anzeichen einer Trendwende nach «sieben mageren Jahren» zu erkennen: «Die Jubiläums-Herbstsaison bestätigt diesen Eindruck und solche Momente wie jetzt mit Hecht sowieso.»

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