Das Luzerner Neubad ist bestimmt nie um neue Ideen für Veranstaltungen verlegen. (Bild: zvg)
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Das Luzerner Neubad ist bestimmt nie um neue Ideen für Veranstaltungen verlegen. (Bild: zvg)

Aus der Schublade auf die Bühne – direkt neben Michelle Steinbeck

4min Lesezeit

Bei einer neuen Lesereihe im Neubad dürfen sich einheimische Schreibende mit bekannten Autoren vors Publikum wagen. Eigene Ideen sind gefragt. Erfahrungen dafür keine.

Eine Lesebühne der besonderen Art soll es werden. Eine Lesebühne, auf der Schubladenautorinnen und -autoren zusammen mit etablierten Schreibenden lesen.

Die neue Veranstaltung im Neubad heisst «Die Stunde der wahren Empfindung» und gibt Luzerner Schreibenden die Chance, gemeinsam zu einem bestimmten Motiv die eigenen Texte zu präsentieren. Zum Vorlesen steht die Zeit von zwölf Minuten zur Verfügung. Das Motiv wird vorgegeben, die Feder frei drauflosgelassen, gelesen wird schlussendlich im Neubad-Keller.

Bei der ersten Veranstaltung steht das Thema «Geträumt» im Fokus – inspiriert von Michelle Steinbecks vielbesprochenen, -gelobten und -zerrissenen Roman «Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch».

Die Daten

Donnerstag, 6.4.2017 – Motiv: «Geträumt» – mit Michelle Steinbeck

Donnerstag, 4.5.2017 – Motiv: «Verloren» – mit Meral Kureyshi

Donnerstag, 5.10.2017


Donnerstag, 9.11.2017

Donnerstag, 7.12.2017

Inspiration aus Basel

Die Germanistin und Assistentin Veranstaltungen im Neubad, Dominika Jarotta, war auf ein ähnliches Konzept in Basel gestossen und sah sich dadurch für diese neue Reihe im Neubad inspiriert. «An der Vorlesbar lesen im Basler Café Frühling verschiedene Autorinnen und Autoren zu einem vorgegebenen Thema. Ich finde das Konzept schön, da so an einem Abend verschiedene Gedanken, Phantasien, Gespinste zu ein und demselben Motiv gehört werden.»

Doch es soll keine Kopie der Basler Veranstaltung werden: «Die Veranstaltung im Neubad unterscheidet sich insofern von der Vorlesbar, als das Motiv durch einen bereits vorhandenen Text inspiriert ist und dieser zur weiteren Schreibe führt.» So werde auf künstliche Art und Weise Intertextualität erzeugt.

Bekannte Autoren als Motivatoren

Und die bekannten Gesichter in den jeweiligen Veranstaltungen sind nicht nur werbetechnisch gut angedacht. Sie bilden das Fundament für die thematische Umrahmung und folglich für die weitere Schreibe.

Michelle Steinbeck
Michelle Steinbeck

«Dadurch, dass eine bereits bekanntere Person mit von der Partie ist, bekommt die ganze Veranstaltung einerseits etwas mehr Aufwind und andererseits ergibt sich vielleicht auch die eine oder andere Möglichkeit zum Austausch», betont Jarotta und ergänzt: «Mag sein, dass es für gewisse Schreibende eine Herausforderung ist. Doch wissen sie ja bereits im Vorfeld, aus welchem Text beispielsweise Michelle Steinbeck vorlesen wird, was das Ganze vielleicht etwas einfacher gestaltet.» 

Ein Austausch soll auch eine Ebene darüber stattfinden. «Das Ziel ist die Förderung des literarischen Schaffens und die Vermittlung von Literatur aus der Zentralschweiz», betont die Veranstalterin.

«Man bekommt Einblick in unterschiedliche Gedankenwelten.»
Dominika Jarotta, Veranstalterin

Dafür werde auch eine Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren der Schreibszene angestrebt. «Die Loge, der Gesunde Menschenversand, der Kollaboratör oder die Hirschmatt Buchhandlung», zählt Jarotta dabei unter anderen auf.

Erste Texte sind schon eingegangen

Jeder könne sich anmelden, mit Erfahrung oder ohne. Aus den eingegangenen Anmeldungen mit Textproben werden je nach Schreibstil und Alter der Einsendungen ausgewählt. «Wir haben schon einige Anmeldungen – für die erste, ebenso wie bereits für die zweite Ausgabe. Es sind abwechslungsreiche und schöne Texte unterschiedlicher Genres eingegangen», freut sich Jarotta.

Bei ihr selbst tauchten zu den beiden bereits gesetzten Themen zahlreiche Ideen und Assoziationen auf. «Zu hören, was ein Motiv bei anderen für Gedanken ausgelöst hat und wie sich diese auf die Schreibe ausgewirkt haben, finde ich äusserst spannend und bereichernd. Man bekommt so Einblick in unterschiedliche Gedankenwelten, die in dieser Kombination eine grosse Welt an Gedanken ergeben. Diese Welt ist dann für jeden Abend einzigartig.»

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