Harry Potter im KKL vereint klassische Musik mit einem Filmerlebnis.
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Harry Potter im KKL vereint klassische Musik mit einem Filmerlebnis.

Gelungene Zauberei zwischen Klassik und Film

4min Lesezeit

Zum Jahresende können die Besucher des 21st Century Symphony Orchestra im KKL eines der letzten Harry-Potter-Konzerte miterleben. Am Donnerstag zeigte sich vor nicht ganz ausverkauftem Haus einmal mehr, dass mit dem Konzept auch weniger klassikaffine Gäste begeistert werden können.

Milena Koller

Die temperamentvolle Filmmusik der Hollywood-Legende John Williams ruft einem in Erinnerung, wie wichtig das Zusammenspiel von Bild und Musik für ein fesselndes Filmerlebnis sind. Im Film steht die Musik allerdings meist eher im Hintergrund und die Kraft des Bildes dominiert.

Am Donnerstagabend wurde dem Publikum vom 21st Century Orchestra unter der Leitung von Ernest von Thiel demonstriert, dass es auch anders sein kann. Während der Kinofilm auf Grossleinwand gezeigt wurde, spielten die 90 Musiker des Orchesters und die Sänger des 21st Century Chorus die Filmmusik von «Harry Potter and the Sorcerer’s Stone». Für einmal stand damit die Musik mehr im Vordergrund als sonst und wurde in ihrer emotionalen Aussagekraft durch das Medium Film gestärkt. Doch vor allem wurde den Besuchern wieder einmal demonstriert, wie wichtig die musikalische Komponente im Film ist.

In magische Welten eintauchen

Passend dazu wird das Thema von zwei Welten, die neben- und miteinander existieren, auch in den Harry-Potter-Geschichten aufgegriffen. Die eine nichtmagische Welt, diejenige der «Muggels», ist die uns allseits bekannte Welt, in der Magie lediglich ein Fantasieprodukt ist. Die magische Welt dagegen ist erfüllt von Zauberern und Fabelwesen. Diese wird dem zehnjährigen Waisenjungen Harry Potter an seinem 11. Geburtstag eröffnet, als er eine Einladung von der Zauberschule Hogwarts erhält, die ihn als Schüler erwartet. Das Interesse an den Abenteuern von Harry und seinen Freunden scheint auch nach all den Jahren, die seit der ersten Filmpremiere 2001 vergangen sind, ungebrochen zu sein.

Das zeigte sich deutlich an den vielen ausverkauften Konzerten im KKL. Zudem beweist dies auch, dass die Harry-Potter-Thematik eine gute Wahl war, für die Vorweihnachts- und Festtagszeit. Das Publikum war auch zum Zusatzkonzert am Donnerstagabend zahlreich erschienen, vermochte den Saal dann aber doch nicht ganz zu füllen. Der entspannten Atmosphäre im Saal tat dies aber keinen Abbruch.

Das Publikum verfolgte den Film gut gelaunt, lachte oft und liess sich von der gewaltig vorgetragenen Musik berauschen. Die freche Figur Dudley Dursley mit einem angehexten Ringelschwanz ist auch einfach zu lustig und lässt einen wieder an eine gewisse Gerechtigkeit im Leben glauben.

Harry bringt dem Publikum die Klassik näher

Tatsächlich fiel es nicht schwer, in die Harry-Potter-Welt einzutauschen und sich nach einer Weile ganz dem Genuss hinzugeben. Ob man nun mehr zur visuellen oder auditiven Erlebnisebene tendiert, bleibt dem einzelnen Konzertbesucher überlassen. Diese Kombination von Konzert und Film bleibt allemal ein besonderes Erlebnis.

«Musik- als auch Filmliebhaber kommen auf ihre Kosten.»

Sicher ist, dass sowohl Musik- als auch Filmliebhaber auf ihre Kosten kommen und Unterhaltung auf höchstem Niveau erleben. Die von ihrem Dirigenten kompetent geführten Musiker spielten denn auch für Laien klar ersichtlich virtuos und oftmals mit einem atemberaubenden Tempo. Die Leistung der Musiker wurde denn auch belohnt mit Standing Ovations, die zwar erst nur zögerlich, dann aber doch vom Grossteil des Publikums aufgenommen wurden.

Man kann sagen, dass diese Art von Konzerterlebnis ein innovatives Konzept ist, das die klassische Musik auch einem breiteren Publikumskreis schmackhaft macht. Manch einer, der vor einem rein klassischen Anlass vielleicht zurückschrecken würde, dürfte nach einer solchen Vorstellung positiv überrascht nach Hause zurückkehren und vielleicht sogar die eigene musikalische Ausrichtung, wenn auch nicht gerade über den Haufen werfen, so doch kurz überdenken und zumindest erweitern.

Weitere Vorstellungen im KKL Luzern finden am Samstag, 31. Dezember 2016, und am Montag, 2. Januar 2017, statt.

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