Ajay Mathur mit Band ermöglichten in der Schüür das Eintauchen in eine andere Welt. (Bild: Marc Wermelinger)
Kultur Rezension Kritik

Ajay Mathur mit Band ermöglichten in der Schüür das Eintauchen in eine andere Welt. (Bild: Marc Wermelinger)

Make The Old Town Store great again

4min Lesezeit

Das 40-jährige Bestehen des Old Town Store galt es diesen Samstag in der Schüür zu feiern. Sieben Bands versuchten dem Luzerner Kult-Laden Tribut zu zollen – und waren dabei mal mehr, mal weniger erfolgreich.

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Man könnte den Titel des Artikels gut und gerne als «Click-Bait» bezeichnen, aber das Ablaufdatum für Wortspiele mit dem amerikanischen Präsidenten ist schon bald erreicht, und die müssen jetzt alle noch rausgehauen werden. Also auch zum 40-Jahr-Jubiläum des Old Town Store, zu dem sieben Bands ihren musikalischen Beitrag leisteten.

Ähnlich wie bei den sinkenden Verkäufen von physischen Tonträgern war es auch in der Schüür ein spärlich gesätes Grüppchen von Menschen, die den Weg ins Konzerthaus gefunden hatten. Anfänglich konnte man das noch auf die Uhrzeit schieben – nach und nach musste man aber akzeptieren, dass der grosse Ansturm wohl nicht mehr kommen würde. Davon liessen sich die Veranstalter aber nicht entmutigen, mit den Bands das Jubiläum zu feiern.

Zu Recht für Grammy nominiert

Zum Beispiel mit Jet Turino. Die Band unterhielt sich mit dem Publikum konsequent auf Spanisch, sodass der Applaus einigermassen verhalten war, als die Musiker vorgestellt wurden. Völkerverständigung: gescheitert.

Musikalisch hingegen wurde auf Englisch kommuniziert. Vor allem die Covers, die auf ihre eigene Rockabilly-Art gespielt wurden, veranlassten die Füsse der Anwesenden im Rhythmus hin und her zu wippen. Schnell gespielte Riffs und kratzige Stimmen bildeten das erste Highlight des Abends.

Jet Turino unterhielt sich mit dem Publikum konsequent auf Spanisch und sorgte musikalisch für das erste Highlight des Abends.
Jet Turino unterhielt sich mit dem Publikum konsequent auf Spanisch und sorgte musikalisch für das erste Highlight des Abends. (Bild: Marc Wermelinger)

Ebenfalls erwähnenswert: Ajay Mathur. Begleitet unter anderem von Christian Winiker an der Gitarre, der auch bei Hendrik Belden in die Saiten greift, war der Auftritt des Singer-Songwriters eine Wohltat. Eine bunte Mischung aus leichten Songs mit einer postiven Message und dunklen, atmosphärischen Liedern, die randvoll Emotionen waren.

Ajay Mathur ist mit dem Song «Nothing Really Matters» für den Grammy nominiert, und das zu Recht. Sein Konzert war ein Eintauchen in eine andere Welt. Die ganze halbe Stunde war man völlig bei ihm und der Band. Auch für kurze Improvisationsteile, in denen beispielsweise «Rebel Rebel» von David Bowie angespielt wurde, war Platz. Eine wunderbare Performance von äusserst routinierten Musikern.

Anlass für eine Rauchpause

Troimer waren auch eine Stunde nach Mitternacht immer noch voller Tatendrang. Energiegeladen lieferten sie eine Show ab, als wäre die Schüür bis in die hinterste Reihe voller Zuschauer. Die hochdeutsch gesungenen Songs waren eingängig und tanzbar. Allerdings wiederholten sich die Stilelemente immer mal wieder, was das Konzert insgesamt etwas repetitiv erscheinen liess.

Nicht so viel Anklang bei den Old-Town-Store-Stammgästen fanden Dreamslain. Die internationale Band mit Basis in Norwegen gab sogar Metal-Interessierten Anlass, eine rauchen zu gehen. Melodischer Metal mit verschiedensten Einflüssen, die Dreamslain alle gleichzeitig wiedergeben wollte. Technisch hochstehend, harmonisch eher Mittelmass.

Potenzial wäre vorhanden

Nachdem Redwood noch ihre grössten Hits gespielt hatten, war der Live-Teil der Veranstaltung vorbei. Es war ein Versuch ein kleines Festival aufzuziehen, das Potenzial hat, aber einige Bands im Programm haben müsste, die mehr Leute ansprechen.

Nach knapp sechs Stunden Konzerten gab es noch Leute, die zu den Klängen des DJs tanzten. Als ob man zeigen wollte, dass man wirklich Musikliebhaber war.

Text: Marc Wermelinger

Dieser Beitrag ist in Kooperation mit Kulturteil.ch entstanden und kann auch dort gelesen werden.

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