Die musikalische Darbietung kam sehr gut an.
Kultur Rezension

Die musikalische Darbietung kam sehr gut an.

4min Lesezeit

Der Norweger Jonas Alaska und der Luzerner Long Tall Jefferson (aka Simon Borer) sorgten für einen Abend mit vielen ruhigen Momenten, aber auch einigen Lachern – und nicht zuletzt wurde noch zur Solidarisierung mit «Gundula» aufgerufen.

Am Mittwoch hat im Neubad ein Singer-Songwriter-Abend stattgefunden. Mit dabei waren Jonas Alaska aus Norwegen und der Luzerner Long Tall Jefferson (aka Simon Borer, zentralplus hat ihn am Montag vorgestellt). Es war ein Abend mit vielen ruhigen Momenten, aber auch einigen Lachern.

Das Publikum verstummte

Langsam aber sicher füllten die Zuschauer den Raum. Eine Stunde später als zunächst geplant, betrat Simon Borer alias Long Tall Jefferson die Bühne. Seine Stimme zog von Anfang an alle Besucher in ihren Bann. Mit dem ersten Ton der Gitarre verstummten alle anderen Stimmen und Geräusche.

Man hörte nur noch Long Tall Jefferson, seine Gitarre und ab und zu eine Mundharmonika. Er sang über den Arabischen Frühling, den Frühling der Gefühle und eine Reise an die Küste Belgiens. Zwischen den Liedern sprach der Luzerner auch mal über aktuelle Geschehnisse, die etwas lokaler verankert sind. Er rief zur Solidarisierung mit Gundula auf, die zurzeit (noch) eine Villa an der Obergrundstrasse besetzen: «Wir denken, wir sind frei, obwohl wir es doch nicht sind.»

Für die Zugabe setzte sich Long Tall Jefferson ans Piano, das schon für Jonas Alaska bereitgestellt worden war. Er habe jedoch nur einen Song auf dem Piano geschrieben, deshalb müssten die Zuschauer nachsichtig sein. Von Unsicherheiten hörte man im Song dann jedoch keine Spur. Mit grossem Applaus und einigen Wohoo-Rufen verabschiedete das Publikum den jungen Sänger, der die Latte für Jonas Alaska hochgelegt hatte.

Der Norweger mit Hut

Nach einer kurzen Frische-Luft-Pause ging es in den nun noch besser gefüllten Raum zurück. Jonas Alaska spielte bereits und es war nur noch in der vordersten Reihe Platz. Der junge Mann mit dem Hut (den er auch auf seinem Albumcover trägt) sang von seiner Heimatstadt in Norwegen. Seine Musik könnte als eine Mischung aus Singer-Songwriter, Lagerfeuer-Folk und Pop beschrieben werden.

Für die nächsten Lieder holt der 27-Jährige seine Gesangspartnerin Billie Van mit auf die Bühne. Er stellt sie mit den Worten «She’s my girlfriend» vor und trug ein stolzes Lächeln auf dem Gesicht.

«Sie sind gemeinsam sogar noch besser, als wenn er alleine spielt.»

Billie Van’s klare, warme Stimme übertönte die des Sängers zum Teil, obwohl sie sich sichtlich zurückhielt. Die beiden zeigten sich als ein eingespieltes Team. Zwischen den Songs erzählte er, wie er ihr vor sieben Jahren ein Stück vorgespielt hatte. Die natürliche, charismatische Ausstrahlung der beiden funktioniert zumindest auf der Bühne sehr gut. Sie sind gemeinsam sogar noch besser, als wenn er alleine spielt. Die vielen Love-Songs kaufte man ihnen zwar ab, das Konzert hätte jedoch auch noch einige schnellere Lieder vertragen.

Nicht nur «cheesy lovesongs»

Dass Jonas Alaska durchaus nicht nur «cheesy lovesongs» spielen kann, zeigte ein toller Song über die Schweinegrippe, der einige Lacher aus dem Publikum einheimste. Das Highlight des Konzerts war dann aber doch wieder ein ruhiges Lied über den früh verstorbenen Onkel des Sängers. Es war das allerletzte Lied des Abends und die wunderbare Gitarrenmelodie gekoppelt mit seiner zerbrechlichen Stimme traf mitten ins Herz.

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