Gemeinsam mit Queenkong hat zentral+ Vorschläge für die Verschönerung unserer Stadt erarbeitet. (Bild: Montage Queenkong)
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Gemeinsam mit Queenkong hat zentral+ Vorschläge für die Verschönerung unserer Stadt erarbeitet. (Bild: Montage Queenkong)

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Das Wandbild beim Luzerner Himmelrich hat gezeigt, dass sich viele Luzerner über eine etwas farbigere Stadt freuen würden. Wir haben deshalb mit den Streetart-Künstlern Queenkong getestet, wo und wie das ausschauen könnte. Und Sie werden Augen machen.

«Sie steht noch!» Immer wieder tauchen in den vergangenen Wochen Fotos des Wandgemäldes an der Bundesstrasse in den sozialen Medien auf. Die Dame vom Himmelrich – eine Arbeit des Künstlerpaars Queenkong – ist zu einem temporären Wahrzeichen der Luzerner Neustadt geworden. Doch die verschönerte Fassade ist dem baldigen Abriss geweiht.

Wir haben uns deshalb gefragt: Könnte man nicht auch andere Gebäude in der Stadt mit etwas Farbe verschönern – auch solche, die stehen bleiben? Denn wer lebt schon gerne Grau in Grau?

Beim Spaziergang durch die Luzerner Gassen fällt auf: Zahlreiche Wandbemalungen existieren bereits – lediglich aus anderen Jahrhunderten. Besonders in der Altstadt zieren fasnächtliche, historische und religiöse Motive viele Gebäude. Aber auch jüngere Malereien aus den 70er-Jahren finden sich beispielsweise in der Steinenstrasse oder der Rütligasse.

Klopfen, fragen, malen

Auch den beiden Künstlern scheint es Spass zu machen, durch die Stadt zu schlendern und nach potenziellen Flächen Ausschau zu halten. «Wir verbinden dieses Gefühl mit unserer zweijährigen Reise durch Nord- nach Südamerika. Unser Van war bis oben hin gefüllt mit Sprühdosen, wir immer auf der Jagd nach leeren Wänden.» 

Wenn den beiden eine Wand gefiel, klopften sie an die Tür und fragten, ob sie diese bemalen dürften. «So hinterliessen wir in jedem der bereisten Länder unsere Spuren.» Und natürlich blieb es danach nicht nur bei Südamerika – auch in Deutschland und auf dem afrikanischen Kontinent haben sich die beiden künstlerisch verewigt.

Marco Schmid und Vero Bürgi alias «Queenkong» vor ihrem Wandbild bei der Abbruchsiedlung Himmelrich. (Bild: jav)
Das Künstlerpaar Marco Schmid und Vero Bürgi alias «Queenkong» vor ihrem Wandbild bei der Abbruchsiedlung Himmelrich. (Bild: jav)

Nicht nur die künstlerische Arbeit, sondern auch die Begegnungen geniessen die Künstler bei der Arbeit auf den Strassen. «Man lernt ganz viele spannende Menschen kennen, wenn man sich auf der Strasse aufhält und dort etwas entstehen lässt. Auch beim Malen vom Himmelrich hatten wir immer wieder tolle Begegnungen und einen regen Austausch mit der Luzerner Bevölkerung. Das ergibt sich sonst selten so schnell.»

Unvorstellbar in Grau

«Wir sind Fans von Farben und überzeugt, dass man Luzern an mehreren Stellen ganz schön aufwerten könnte. Wir sehen Streetart als Bereicherung des öffentlichen Erscheinungsbildes einer Stadt», betonen die beiden. «Wenn man an Städte wie Berlin, São Paulo, Athen, New York oder Bogotá denkt, wäre es eine Katastrophe, sich dort die farbenfrohen Strassen wegzudenken.»

zentral+ und Queenkong haben jetzt in Luzern das Gegenteil gemacht. Wir haben uns die Strassen farbenfroh gedacht – beziehungsweise gephotoshopt. Queenkong selbstverständlich mit eigenen Bildern, zentral+ hat Luzerns Wände mit internationalen Streetart-Künstlern wie Banksy gepaart. Aber, sehen Sie selbst:

Am Pilatusplatz könnten sich Queenkong auf einer riesigen Fläche austoben. (Bild: Montage Queenkong)
Am Pilatusplatz könnten sich Queenkong auf einer riesigen Fläche austoben. (Bild: Montage Queenkong)

Am Hirschengraben – gleich gegenüber der zentral+-Redaktion – würde dieser Löwe Farbe ins Spiel bringen. (Bild: Montage Queenkong)
Am Hirschengraben – gleich gegenüber der zentral+-Redaktion – würde dieser Löwe Farbe ins Spiel bringen. (Bild: Montage Queenkong)

An der Bundesstrasse hätte es eine grossflächige Fassade. (Bild: Montage jav)
An der Bundesstrasse hätte es eine grossflächige Fassade. (Bild: Montage jav)

Auch von der anderen Seite wäre das Gebäude an der Bundesstrasse verschönerungswürdig. (Bild: Montage Queenkong)
Auch von der anderen Seite wäre das Gebäude an der Bundesstrasse verschönerungswürdig. (Bild: Montage Queenkong)

Die unfreundliche Ecke des Kaufmannwegs hätte plötzlich Charme und Vögel. (Bild: Montage Queenkong)
Die unfreundliche Ecke des Kauffmannwegs hätte plötzlich Charme und Vögel. (Bild: Montage Queenkong)

An der Neustadtstrasse könnte man sich auch verewigen. (Bild: Montage jav)
An der Neustadtstrasse könnte man sich auch verewigen. (Bild: Montage jav)

Beim Carparkplatz am Kasernenplatz würden die Reisenden so bestimmt noch lieber warten. (Bild: Montage Queenkong)
Beim Carparkplatz am Kasernenplatz würden die Reisenden so bestimmt noch lieber warten. (Bild: Montage Queenkong)

Auch der Pavillon an der Promenade könnte aufgewertet werden. (Bild: Montage jav)
Auch der Pavillon an der Promenade könnte aufgewertet werden. (Bild: Montage jav)

Eine wilde Fassade für die Bleicherstrasse? (Bild: Montage Queenkong)
Eine wilde Fassade für die Bleicherstrasse? (Bild: Montage Queenkong)

Auch an der Obergrundstrasse finden sich leere Flächen. (Bild: Montage jav)
Auch an der Obergrundstrasse finden sich leere Flächen. (Bild: Montage jav)

Mit etwas Farbe wäre die Löwenstrasse gleich etwas freundlicher. (Bild: Montage Queenkong)
Mit etwas Farbe wäre die Löwenstrasse gleich etwas freundlicher. (Bild: Montage Queenkong)

 

Ein «Banksy» in der Hertensteinstrasse. (Bild: Montage jav)
Ein «Banksy» in der Hertensteinstrasse. (Bild: Montage jav)

An der Promenade am Schweizerhofquai könnte das Bus- und WC-Häusschen aufgewertet werden. (Bild: Montage jav)
An der Promenade am Schweizerhofquai könnte das Bus- und WC-Häuschen aufgewertet werden. (Bild: Montage jav)

Auch an der Ecke Kaufmannweg Murbacherstrasse hätte ein grosses Wandbild Platz. (Bild: Montage Queenkong)
Auch an der Ecke Kauffmannweg/Murbacherstrasse hätte ein grosses Wandbild Platz. (Bild: Montage Queenkong)

Beim Gütsch sind gleich zwei grosse Flächen leer. (Bild: Montage jav)
Beim Gütsch sind gleich zwei grosse Flächen leer. (Bild: Montage jav)

An den Gleisen hat es zahlreiche Wände wie diese, die aufgewertet werden könnten. (Bild: Montage jav)
An den Gleisen hat es zahlreiche Wände wie diese, die aufgewertet werden könnten. (Bild: Montage jav)

Schon vorbei?

Wir hätten noch ewig mit unserem Spaziergang und dem Photoshopen weitermachen können. Aber nach nur zwei Stunden Umherziehen hatten wir schon über 60 Wände zusammen, die sich für eine künstlerische Verschönerung angeboten hätten. Und wir waren wirklich wählerisch – haben nur grosse Wände an belebten Plätzen und Strassen gewählt. Und das wohlbemerkt auch nur in der Innenstadt. Nähme man die Industrie und Agglomeration dazu, man käme nicht mehr aus dem Schwärmen heraus.

Hat es Sie auch gepackt? Kennen Sie vielleicht einen Liegenschaftsbesitzer, der dafür zu haben wäre, oder wollen Sie sich auch gleich mit Photoshop die Nachbarsecke vornehmen? Teilen Sie Ihre Ideen mit der zentral+-Community.

Ach – Und hier die deprimierende Slideshow. So sieht die Realität aus:

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