Am Tisch «à la table» finden neben Gesprächen auch diverse künstlerische Darbietungen statt. (Bild: zvg)
Kultur Veranstaltung

Am Tisch «à la table» finden neben Gesprächen auch diverse künstlerische Darbietungen statt. (Bild: zvg)

Noch etwas Reis oder Kunst für den Gast?

3min Lesezeit

Für zehn Tage wird die «Teiggi» in Kriens zur begehbaren Installation für Politik, Performances, Jodeln und essbarem Kunstbuffet. Die Organisatoren wollen dabei jedoch keine Zuschauer haben. Hingehen soll man trotzdem.

«Unser Publikum sehen wir nicht als Zuschauer, sondern als unsere Gäste», erklärt Esmeralda Schürch, Mitorganisatorin der Plattform «à la table» das Konzept. À la table soll eine Plattform für den Austausch zwischen verschiedenen kulturellen Praktiken sein. «Wir möchten Veranstalter, Ausstellende und Publikum miteinander verschmelzen lassen», so Schürch.

À la table wurde von 12 Studierenden des Studiengangs Kunst & Vermittlung der Hochschule Luzern gegründet. Sie haben sich zusammengefunden, um ihre Kontakte in der Kunst- und Kulturszene spielen zu lassen und ein Programm zusammenzustellen, das der Vielfalt von Kultur einen lebendigen Rahmen gibt.

Naturjodel und Kunst zum Essen

À la table verwandelt die Zwischennutzung «Teiggi» in Kriens während zehn Tagen in eine begehbare Kunstinstallation mit Konzerten und Kunst-Performances, ist Treffpunkt für Gespräche über Kultur und Politik, bietet Lesungen, Vorträge und aussergewöhnliche Events vom Naturjodel bis zum essbaren Kunstbuffet.

À la table

Die Plattform findet vom 20. März bis zum 29. März in der Teiggi in Kriens statt. Organisiert wird sie von Studierenden des Studiengangs für Kunst & Vermittlung der Hochschule Luzern.

Mehr Infos zum Programm finden Sie hier…

Vergangenen Freitag fand die Eröffnung statt. Rund 50 Personen besuchten Konzerte und Ausstellung und assen gemeinsam. Gekocht wurde von zwei Gastköchen aus Eritrea. Durch das gemeinsame Essen enstand ein reger Austausch innerhalb des Kunstrahmens. Die Künstlerin Maren Montauk die am Samstag ihr Happening «Imagine War» präsentierte, die Ausstellenden, die Musiker und Gastköche, sowie Besucher sassen gemeinsam an der grossen Tischinstallation.

Zuschauen, zuhören, austauschen

Lebhafte Diskussionen über nachhaltige Essenszubereitung, über den Unterschied zwischen Intellekt und Körper und Achtsamkeit, über den Unterschied zwischen den Zutaten einer eriträischen Mahlzeit und einem Schweizer Fondue, über gelungene und weniger gelungene Ausstellungskonzepte, über Vernissagen im Allgemeinen fanden Platz. Es hatten sich im Laufe des Abends immer wieder längere Tischgemeinschaften gebildet, die einander ihre Lebensgeschichte erzählten.

«Wer kam, der blieb für mehrere Stunden», freut sich Schürch. Besonders freue sich das Organisatorenteam jedoch darüber, dass sie internationale Gäste wie den Mark Pezinger Verlag aus Wien mit einem Vortrag und Maren Montauk aus Berlin mit ihrem neuen Projekt gewinnen konnten, erklärt Schürch.

Politik und Kunst auf Augenhöhe

Die Plattform soll als öffentliches Wohnzimmer wahrgenommen werden, in welchem sich Kunst, Musik, Literatur, Kultur und Politik auf Augenhöhe begegnen können. Auch die Trennung zwischen Künstler, Vortragendem und dem Publikum wird aufgehoben.

«Wir möchten das Publikum Teil der Installation werden lassen – indem eine offene Kultur von Austausch stattfinden kann», so Schürch. Begegnungen können am grossen Tisch, an der Bar, auf dem Sofa stattfinden, und der aktive Dialog zwischen Künstler und Publikum werde so gefördert. À la table ist also eigentlich ein Gastgeberkonzept, welches Kultur und Kunst integriert.

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