Die Türen des «Neubads» sollten bis mindestens 2017 geöffnet bleiben – die finanzielle Situation könnte dem Projekt jedoch früher zum Verhängnis werden. (Bild: Neubad)
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Die Türen des «Neubads» sollten bis mindestens 2017 geöffnet bleiben – die finanzielle Situation könnte dem Projekt jedoch früher zum Verhängnis werden. (Bild: Neubad)

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Die Generalversammlung der Zwischennutzung «Neubad» steht an. Eine Veranstaltung, die nicht ohne Diskussionen über die Bühne gehen wird. Die heikle finanzielle Situation und ein Rücktritt im Vorstand lassen Fragen offen, welche der Vorstand gemeinsam mit der Betriebsleitung schnell in Angriff nehmen muss.

In den letzten Wochen war die Zwischennutzung im alten Biregg-Hallenbad immer wieder Thema in der Presse. Das Team würde sich wünschen, diese Aufmerksamkeit wegen der vielseitigen Veranstaltungen zu bekommen. Seit dem Hilferuf des Neuabds vom 17. Dezember 2014 ist jedoch vor allem die finanzielle Notsituation Thema (zentral+ berichtete).

Im Jahresbericht 2014 schreibt Co-Präsident Aurel Jörg von einer herben Enttäuschung Ende des letzten Jahres. Mit einer Kürzung der Gelder habe man gerechnet, jedoch nicht mit einem Nullbetrag. «Damit geriet das Neubad Ende Jahr in eine existenzgefährdende Situation», so Jörg.

Das letzte Jahr sei auch gezeichnet gewesen von Personalwechseln, so Jörg in seinem Vorstandsbericht. An der GV vom 1. April 2015 tritt nun die Co-Präsidentin Daniela Küttel zurück. Deshalb wird ein Ersatz für die Ressorts Betrieb und Gastronomie gesucht. Fraglich ist nun, ob das Präsidium weiterhin geteilt werden wird, ob Aurel Jörg ganz übernimmt, oder eine andere Person an die Stelle tritt. Eine Optimierung der Kommunikation zwischen Betriebsteam und Vorstand bleibe ebenfalls ein wichtiger Punkt.

Das Team kämpft

Der Geschäftsführer, Dominic Chenaux, schreibt im Jahresbericht: «Die finanzielle Situation wird im Neubad wohl stets ein Thema bleiben.» Damit der Betrieb ohne Subventionen möglich bleibe, brauche es ein hohes Mass an Engagement und Innovation. «Das Team und die Geschäftsführung des Neubad nehmen diese grosse Herausforderung an», schliesst Chenaux. Das Team besteht aus 27 Mitarbeitern mit 1'400 Stellenprozent. Neben dem zwölfköpfigen Betriebsteam und dem 13-köpfigen Gastroteam gehören auch die zwei Veranstaltungstechniker des Hauses dazu. Ebenso sei das Mass an ehrenamtlicher Arbeit, auch ausserhalb des Vorstands, noch immer massiv. Auch ehemalige Vorstandsmitglieder setzen sich für die Zwischennutzung ein.

Im Hintergrund wird mit Hochdruck an einer Lösung des finanziellen Engpasses gearbeitet. Mögliche Sponsoren und Stiftungen werden angefragt und auch mit Stadt und Kanton wird nochmals diskutiert. Denn das Neubad ist immer noch davon überzeugt, eine mündliche Zusage für die Lotteriefonds-Gelder erhalten zu haben (zentral+ berichtete).

Verlust von über 80'000 Franken

Wie es finanziell genau ausschaut, will der Vorstand noch nicht bekanntgeben. Obwohl im Januar öffentlich wurde, dass bis März 100'000 Franken zusammenkommen müssen (zentral+ berichtete). Wie nahe am Ziel das Team derzeit ist, bleibt unklar.

Was lief 2014 im Neubad?

30'000 Franken waren im Januar bereits vorhanden, dazu kam der Beitrag einer Stiftung und neben einigen kleinen Privatspenden auch noch eine Benefiz-Veranstaltung in der «Schüür» Luzern, welche sehr gut besucht wurde. Doch ob das Neubad damit noch 10'000 oder 50'000 Franken vom kurzfristigen Ziel entfernt ist, lässt es nicht durchblicken. Klar ist: Das Neubad schliesst das Jahr 2014 mit einem Verlust von 82'588 Franken ab. Und klar ist ebenfalls, dass das Neubad für einen künftigen Betrieb jährlich 150'000 Franken benötigt. Von welcher Seite diese Gelder kommen sollen, ist unklar. Doch ein Ausblick im Jahresbericht weist bereits auf Veranstaltungen im November hin. Die Hoffnung besteht also weiterhin.

Betrieb läuft

Der Betrieb läuft derweil immer besser. Mit einem Umsatz von einer Million Franken und 50'000 Besuchern zeigt sich das Potential des Hauses. Seit dem Aufruf hat sich auch der Verein nochmals massiv vergrössert. Die Solidarität der Bevölkerung sei sehr erfreulich ausgefallen. 500 Mitglieder und 100 Gönner sind mittlerweile Teil des Vereins.

Nach dem Atelierbereich, konnte im Verlauf des letzten Jahres auch der Co-Working-Space vollständig vermietet werden. Im Pool finden wöchentlich verschiedene Veranstaltungen statt und das Bistro verkauft gemäss Esther Sauter, der Leiterin der Gastronomie, täglich im Durchschnitt 50 Menüs.

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