Durchmarsch der CVP, Debakel für die Linke

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Nach den Wahlen 2018 ist klar: Nur gerade ein Kanton (Uri) verfügt in der Zentralschweiz noch über eine linke Vertretung in der Kantonsregierung. Dass es in Zug soweit gekommen ist und die Linke nach 95 Jahren nicht mehr in der Regierung vertreten ist, erstaunt nicht – und haben sich Grüne und Linke auch selbst zuzuschreiben.

Aus den Regierungsratswahlen gehen zwei Parteien als klare Sieger hervor: Die FDP, weil sie die beiden Sitze der zurücktretenden Matthias Michel und Urs Hürlimann mit ihren Kandidaten verteidigen konnte. Über allem strahlt aber die CVP, die sich in der Neuzeit erstmals wieder drei Sitze in der Zuger Exekutive sichern konnte. Was Parteichef Gerhard Pfister mit dem «richtigen Bauchgefühl» erklärt, liegt vor allem auch daran, dass mit der neuen CVP-Regierungsrätin Silvia Thalmann-Gut eine Frau zur Verfügung stand, die sich links positionierte, ohne links zu sein – und so auch links der Mitte Stimmen holte.

Dass die Affäre von Beat Villiger der Partei nicht nachhaltigen Schaden zufügen kann, war absehbar. Als sie publik wurde, hatten die meisten Stimmberechtigen ihre Wahlcouverts längst der Post übergeben.

Gemeinsamer Kandidat

Mit dem verlorenen Regierungssitz gehen die Alternativen – die Grünen als klare Verlierer der Wahlen 2018 hervor. SP-Präsidentin Barbara Gysel macht vor allem den späten Verzicht auf neuerliche Kandidatur von Manuela Weichelt für das Scheitern ihrer eigenen Kandidatur verantwortlich. Ihr Frust ist verständlich, sie hat aus dem Wählerpotenzial ihrer Partei viel herausgeholt und mehr Stimmen als der Kandidat der stärkeren ALG geholt.

Dennoch verfügt die Linke in Zug bis auf weiteres nicht über das Potenzial, zwei Sitze anzustreben. Zwar haben die Alternative – die Grünen und die SP im Zuger Kantonsparlament neu 20 Sitze, was einem Anteil von 25 Prozent entspricht. Doch so lange man sich gegenseitig Stimmen abjagt, wird man es schwer haben, in die Regierung zurück zu finden. Dies wird wohl nur gelingen, wenn man sich zusammenrauft und sich auf einen gemeinsamen Kandidaten einigt.

Was macht Beat Villiger?

Für die Wähler jedoch bleibt nach diesem Wahltag ein grosses Fragezeichen: Was wird aus Beat Villiger? Nachdem er am Sonntag öffentlich Abbitte leistete und eine Affäre eingestand, sind nun zumindest die Fakten auf dem Tisch. Rechenschaft darüber muss er den direkt Betroffenen ablegen, die Öffentlichkeit haben aussereheliche Aktivitäten von Politikern nicht zu interessieren – ausser sie beeinflussen seine Arbeit. Sollte sich hier die Lage aber nicht bald beruhigen, wird der wahrscheinliche Wechsel der Direktion alleine nicht ausreichen. Dann steht der aktuell wenig wahrscheinliche Rücktritt erneut zur Diskussion – und die Linke erhält eine zweite Chance, der CVP den verlorenen Sitz wieder abzujagen.

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