Diese Schranke beim Bahnhof Littau führt zu längeren Wartezeiten und Rückstau. Die Umfahrung Cheerstrasse soll Abhilfe schaffen. (Bild: pze)
Der Kommentar

Diese Schranke beim Bahnhof Littau führt zu längeren Wartezeiten und Rückstau. Die Umfahrung Cheerstrasse soll Abhilfe schaffen. (Bild: pze)

Öko-Allianz nahm Littauer Bedürfnisse zu wenig ernst

2min Lesezeit 2 Kommentare

Die Stadt Luzern nimmt für die Cheerstrasse in Littau 20 Millionen Franken in die Hand. Damit wird ein Strich unter eine endlose Diskussion gezogen. In Littau kann man aufatmen.

Die Cheerstrasse wird realisiert. Das Stimmvolk der Stadt Luzern hat hauchdünn Ja zu einem Zusatzkredit von 6,1 Millionen Franken gesagt (zentralplus berichtete). Die alte Gemeinde Littau hatte diese Umfahrung 2009 bereits einmal beschlossen. Nach der Fusion wurde das Projekt jedoch nochmals überprüft. Den Littauern missfiel dies, sie hätten sich eine schnellere Realisierung gewünscht. Dass das Bedürfnis vorhanden ist, zeigt sich auch in der sehr grossen Zustimmung der Littauer Quartiere – in Thorenberg sagten diesen Sonntag über 77 Prozent Ja.

Die Gegner von SP, Grünen und Grünliberalen argumentierten, 20 Millionen Franken für diesen Strassenabschnitt seien zu viel und nicht zukunftsorientiert. Interessanterweise hat die Argumentation der sogenannten Öko-Allianz dieses Mal nicht verfangen. Dass die Cheerstrasse nicht zur aktuellen Mobilitätsstrategie der Stadt passt, ist augenscheinlich – dass das Kosten-/Nutzenverhältnis schlecht ist, hatte sogar der Stadtrat bemängelt.

Weg von der Ideologie, hin zum Bürger

Die Bürgerlichen und insbesondere die Littauer haben im Abstimmungskampf bewusst auf den Stadtfrieden hingewiesen. Es wäre zwar legitim, aber doch unschön gewesen, hätte man den Bedürfnissen der Littauer einen Korb gegeben. Die Gegner liessen dafür die notwendige Sensibilität vermissen und argumentierten zu stark auf einer ideologischen verkehrspolitischen Ebene. Die Öko-Allianz hat den Fokus nicht auf Littau gerichtet. Ist wohl kein Zufall: Kein Vertreter aus Littau sitzt für die Grünen, die Grünliberalen oder die SP im Stadtparlament.

Die Sieger von heute sollten sich jedoch bewusst sein, dass die Abstimmung genauso gut anders hätte ausgehen können. Nur 281 Stimmen gaben am Schluss den Ausschlag. Und sie sollten es honorieren, dass die Menschen aus dem Zentrum – wenn auch knapp – Gehör für die Anliegen Littaus gezeigt haben. Es wird bei Infrastruktur-Projekten immer wieder Differenzen zwischen den Quartieren geben. Aber gleich den Stadtfrieden gefährdet zu sehen, reisst unnötige Gräben auf.

Es ist eine Tatsache, dass die Bedürfnisse in der Neustadt nicht die gleichen sind wie im Wesemlin oder in Reussbühl. Die Politik sollte sich aber an den Wünschen der Bevölkerung orientieren. Diese sind wichtiger als das sture Verharren auf ideologischen Standpunkten. Auch gewisse Littauer Vertreter im Stadtparlament könnten sich davon – gerade nach dem heutigen Entscheid – eine Scheibe abschneiden, wenn sie das nächste Mal gegen den Velotunnel am Luzerner Bahnhof wettern.

x
Ist Ihnen unabhängiger Journalismus etwas wert? Mit Ihrer Unterstützung helfen Sie zentral+, Beiträge wie diesen zu realisieren.

Ihre Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, müssen Sie auf zentralplus eingeloggt sein.
Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich jetzt und profitieren Sie
von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Weitere Kommentare

Der Kommentar

von Andreas Ineichen

EVZ auf historischer Mission

Der Gewinn des Schweizer Cups ist längst nicht so prestigeträchtig wie ein Meistertitel. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Denn grosse Siege über Rapperswil haben bei den Zugern schon viel Positives bewirkt.

Der Gewinn des Schweizer Cups ist längst nicht so prestigeträchtig wie ein Meistertitel. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Denn grosse...

Der Gewinn des Schweizer Cups ist längst nicht so prestigeträchtig wie ein Meistertitel. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Denn grosse Siege über Rapperswil haben bei den Zugern schon viel Positives bewirkt.

Der Kommentar

von Christian Hug

Eine verpasste Chance

Die Zuger Regierung macht weiter wie bisher – und vergibt so die Chance auf einen Neuanfang. Dass Beat Villiger in der Sicherheitsdirektion verbleibt, ist vor allem ein verpasstes Signal.

Die Zuger Regierung macht weiter wie bisher – und vergibt so die Chance auf einen Neuanfang. Dass Beat Villiger in der Sicherheitsdirektion...

Die Zuger Regierung macht weiter wie bisher – und vergibt so die Chance auf einen Neuanfang. Dass Beat Villiger in der Sicherheitsdirektion verbleibt, ist vor allem ein verpasstes Signal.