Ein Ja für den Breitensport

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Mit der Pilatus-Arena kann in der Region Luzern dem Bedürfnis nach einer lang ersehnten Sport- und Eventhalle entsprochen werden. Für die Initianten gibt es aber noch einiges zu klären.

Satte 63 Prozent der Stadtluzerner sagten an diesem Sonntag Ja zum Verkauf des Mattenhof-Areals an die Eberli Sarnen AG. Das ist ein klares Verdikt für den Breitensport. Die Vorteile für die regionalen Sportvereine wurden im Vorfeld der Abstimmung am stärksten betont. Das hat die Bevölkerung offenbar überzeugt.

Die Kombination aus öffentlicher Nutzung (Pilatus-Arena) und kommerzieller (Erstellung von Wohn- und Geschäftsräumen) ist sinnvoll. Und der Bau der Pilatus-Arena kostet dem städtischen Steuerzahler keinen Franken. Im Gegenteil, die Stadt Luzern erzielt einen Verkaufspreis von 18 Millionen Franken – ein willkommener Zustupf für die nicht allzu prall gefüllte Stadtkasse.

Die Bedenken der Gegner sind nicht durchgedrungen. Der Landverkauf an die Eberli AG wurde von den Grünen und Teilen der SP abgelehnt. Sie wollten eine 2000-Watt-Siedlung realisiert sehen und zudem den gemeinnützigen Wohnungsbau fördern. Das Land solle im Besitz der Stadt bleiben und lediglich im Baurecht abgegeben werden. Zudem sei das Risiko für den Betrieb einer solchen Halle zu gross.

Nun aber rückt die langersehnte Saalsporthalle in greifbare Nähe. Diese Chance sausen zu lassen, wäre fatal. Denn für die Saalsporthalle ist der Standort ideal: zentral gelegen, hervorragend erschlossen und in unmittelbarer Nähe der grossen Sportstätten auf der Allmend.

Zudem wäre ohne die vorgesehene Finanzierung eine solche Halle schlicht nicht möglich. Die Pilatus-Arena soll 30 Millionen Franken kosten und mit über 20 Millionen Franken quersubventioniert werden. Und zwar, indem auf dem Areal anstatt eines 45-Meter-Hochhauses ein 80-Meter-Hochhaus erlaubt wird – dessen Mehrwert aber nur für die Saalsporthalle verwendet werden darf.

Den Initianten der Pilatus-Arena schwebt ein ähnliches Modell vor wie beim Allmend-Fussballstadion. Auch dieses wurde von der Eberli Sarnen AG mitrealisiert und danach an eine eigene Betreiberfirma abgegeben. Der Verkauf wurde damals trotz Widerstand der Linken vom Volk klar gutgeheissen. Und heute gilt das Konzept als Erfolgsgeschichte.

Wie aber die gesamte Überbauung rund um die Pilatus-Arena schliesslich aussehen soll und ob tatsächlich ein riesiges 80-Meter-Hochhaus auf Akzeptanz stösst, das müssen die Projektverantwortlichen nun erklären. Hier darf man gespannt sein. Das Ja zum Baurechtsvertrag ist ein erster Schritt. Nun müssen die Initianten beweisen, dass das Projekt tatsächlich finanzierbar und städtebaulich verträglich ist. Hier gibt es noch viele offenen Fragen. Erst dann ist es an der Zeit, die Korken knallen zu lassen.

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