Teilnehmerin Esther Bättig auf einer geführten Schneeschuh-Tour von Lisa Scheidegger. (Bild: Natur & Erlebnis)
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Teilnehmerin Esther Bättig auf einer geführten Schneeschuh-Tour von Lisa Scheidegger. (Bild: Natur & Erlebnis)

Der Trend Schneeschuh-Wandern

6min Lesezeit

Die sonnigen und verschneiten Berge locken in diesen Tagen ganz besonders zum sportlichen Vergnügen. Und wer dabei nicht Ski fahren will, der greift gerne zu den Schneeschuhen. zentral+ hat für gelungenes Schneestapfen wertvolle Profi-Tipps zusammengestellt und empfiehlt Links zu den originellsten Angeboten und schönsten Gebieten.

Für unbedachte Anfänger empfiehlt es sich, vor der Schneeschuhtour zuerst einmal die Karte zu studieren und sich nach dem Schwierigkeits-Grad zu erkundigen. Oder aufmerksam den Experten zuzuhören. Denn die Berge kennen bei fehlender Vorbereitung kein Pardon. «WT-Was?» Die Kategorien des Schweizerischen Alpen-Clubs SAC machen auf die Gefahren aufmerksam und teilen die entsprechenden Wanderwege in Schwierigkeitsgrade ein: WT-1 bedeutet so viel wie «insgesamt flach und weniger steil». Die höchste Stufe WT-6 hingegen so viel wie «Vorsicht Gletscherspalten» und «Absturzgefahr». Für den Laien heisst es also bei letzterer Kategorie entweder «Finger weg» oder bei hoher Risiko- und Abenteuerlust: nur mit Bergführer.

Genug der Warnungen. Denn das Wandern im Schnee ist etwas Schönes, per se nicht gefährlich und wurde auch deshalb in den letzten Jahren immer beliebter. Das weiss Lisa Scheidegger, Wanderleiterin und Geschäftsführerin von «Natur und Erlebnis». «Ist man sich den Gefahren erst einmal bewusst, steht dem erholsamen Spass in der Natur nichts mehr im Weg», sagt die Expertin.

Auch in der Zentralschweiz ein Trend

Das Wandern Schneeschuhen liegt im Trend. Und die Zentralschweiz bietet in diesem Bereich für alle etwas. In den Wintersportregionen finden sich für diejenigen, die nicht auf geführte Wanderungen gehen wollen, markierte und gesicherte Schneeschuh-Trails. «Meistens kann man vor Ort bei einer Bergbahn auch Schneeschuhe mieten», sagt Wanderleiterin Lisa Scheidegger. Eine gute Übersicht fürs Erste bietet die Website von Luzern Tourismus.

Dort fällt zum Beispiel ein Angebot der Mythen-Region ins Auge – apropos Gefahren: Es ist ein Kurs für Interessierte, die sich grundlegendes Wissen zur Materie Schnee, zur Struktur und Einschätzung im Gelände aneignen wollen. Ausgerüstet mit den notwendigen Untersuchungsmaterialien wird unkundigen Anfängern das Wichtigste zur Entstehung von Lawinen erklärt. Die Kosten für einen ganztägigen Kurs belaufen sich auf 290 Franken pro Person, die Verpflegung sowie Kursunterlagen sind inbegriffen. Details zur Anmeldung und aktuelle Kursdaten gibt es auf bildungs.ch.

Die wichtigsten Regeln beim Schneeschuhlaufen

  • Planen Sie jede Schneeschuhtour sorgfältig und gehen Sie nie alleine.

  • Achten Sie auf geeignete und vollständige Ausrüstung.

  • Informieren Sie sich über Lawinengefahr und Wetterentwicklung.


  • Abseits der markierten Routen brauchen Sie umfassende Kenntnisse und Erfahrung für die Einschätzung der Lawinengefahr sowie die Notfallausrüstung mit Lawinenverschütteten-Suchgerät LVS, Schaufel und Sonde.

  • Bleiben Sie bei Unsicherheit auf den markierten Routen oder schliessen Sie sich lawinenkundigen Personen an. 


  • Beachten Sie Wildruhezonen und Wildschutzgebiete.
 Lassen Sie keine Abfälle in der Natur zurück.

Auf der Mörlialp sind die Angebote ebenfalls für Anfänger geeignet. Das Spezielle an der geführten Tour: Es werden passende Geschichten und Sagen zur Region vom Bergführer erzählt. Die Kosten, inklsive Schneeschuhmiete, belaufen sich auf 60 Franken pro Person. Die Wanderung ist für Gruppen und für individuelle Teilnehmer geeignet und dauert zirka zwei Stunden. Während den Erzählungen in der Natur wird Glühwein serviert. Danach rundet ein Käsefondue im Bergrestaurant den Tag kulinarisch ab.

In Sachen Aussicht ist – obwohl längst kein Geheimtipp mehr – die Rigi ganz bestimmt ein sicherer Wert. Die «Königin der Berge» garantiert eine malerische Aussicht auf Vierwaldstättersee und die umliegenden Bergketten. Und nicht überall auf den insgesamt 30 Kilometern Winterwanderwegen muss man sich unbedingt mit Schneeschuhen fortbewegen. Aber für alle Fälle: Ein Paar Schneeschuhe für den ganzen Tag kosten dort um die 60 Franken. Zudem sind die Bahnpreise fair.

Schneeschuhtour für Singles

Lisa Scheidegger ist besonders gerne im Gebiet des Niederbauen unterwegs. Das sei ihr Geheimtipp. «Die Ruhe und die fantastische Aussicht gefallen mir sehr.» sagt sie. Falls man längere und schwierigere Touren mit Bergführer buchen möchte, empfiehlt Scheidegger folgende Bergsportschulen: Berg und Tal, Höhenfieber oder Montanara.

Die Expertin bietet mit ihrer Agentur unter anderem eine geführte Schneeschuhwanderung mit Fondueplausch speziell für Singles an (Website Natur & Erlebnis). Am 11. Januar findet eine Tour für die Altersgruppe von 40 bis 55 statt.

«Auch unsere Vollmondwanderungen für Gruppen sind sehr beliebt», sagt die Wanderführerin. Seit Jahren organisiert sie Touren für Individualgäste bis zum Schwierigkeitsgrad WT-2. «Wenn ich meinen Energiespeicher wieder aufladen will, dann schnalle ich die Schneeschuhe an und laufe los».

Ein anderer Anbieter von Schneeschuhwanderungen ist Adagion Alpina. Das Team rund um den Bergführer Rolf Sägesser bietet ebenfalls romantische Schneeschuhtouren im Mondschein an. Die Kosten sind mit 90 Franken in etwa gleich wie bei Natur & Erlebnis. In diesem Preis inbegriffen sind Führung, Fondueplausch, Schneeschuhmiete und Luftseilbahnfahrt. Ferner gehört auch eine Tour mit Yoga-Übungen zum Programm von Adagio Alpina.

Weiter empiehlt Scheidegger die Übersichts-Karten von snow trail map und die Schneetourenführer von SAC, die auf der entsprechenden Website bestellt werden können oder im Buchhandel erhältlich sind. «Dort finden auch Fortgeschrittene immer wieder wertvolle Ideen», sagt sie.

Wildtiere: Bitte nicht stören

Was es ebenfalls zu beachten gilt: Durch den Schneeschuhtrend werden Gebiete, die bisher im Winter früher völlig unberührt blieben, heute rege genutzt. Deshalb sei es wichtig, den natürlichen Lebensraum der Wildtiere nicht noch mehr einzuschränken und zu stören. «Auf Schneeschuhwanderungen muss unbedingt auf die Wildruhezonen und Wildschutzgebiete geachtet werden», sagt Lisa Scheidegger. Informationen dazu gibt die interaktive Website wildruhezonen.ch, wo alle Gebiete mit ihren Schutzzohnen aufgeführt sind.

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