Die Luzerner Polizei fand am Tatort eine Red-Bull-Dose, mit DNA-Spuren des Verdächtigen. (Bild: ber)
Gesellschaft

Die Luzerner Polizei fand am Tatort eine Red-Bull-Dose, mit DNA-Spuren des Verdächtigen. (Bild: ber)

Red-Bull-Dose wurde einem Dieb zum Verhängnis

3min Lesezeit

Ein 42-jähriger Serbe ist vom Kriminalgericht zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 1,5 Jahren verurteilt worden. Seine Einbruchstour endete, weil er die Finger nicht von Süssgetränken lassen konnte.

Lena Berger

Unter dem Aktionsnamen CIBUS hatten die Luzerner Strafverfolgungsbehörden schon längere Zeit umfangreiche Ermittlungen gegen einen berufsmässigen Einbrecher geführt, der in zahlreiche Häuser eingedrungen war.

An einem der Tatorte stiessen die Ermittler schliesslich auf eine Red-Bull-Dose, an der DNA eines zweiten Verdächtigen sichergestellt werden konnte. Die Spur eines Komplizen, vermutete die Polizei – und lud den Verdächtigen nach einem Abgleich mit der Datenbank zum Verhör.

Sein Fahrausweis – eine Fälschung für 800 Franken

Aus dieser Verdachtslage konnte sich der Betroffene allerdings noch herausreden: Er gab an, dass er zuvor bei seinem Kumpel im Auto aus der Dose getrunken habe, aber nie mit diesem im Haus und auch beim Einbruch nicht dabei gewesen sei. Das Gegenteil liess sich nicht beweisen.

Trotzdem hat der Mann bereits fast ein Jahr im vorzeitigen Strafvollzug verbracht, bevor er nun vom Kriminalgericht verurteilt wurde. Der Grund: Man konnte seine DNA mit anderen Spuren in Verbindung bringen, die bei Einbrüchen im Raum Zürich gefunden wurden. Dabei verschwanden Schmuck und Bargeld im Wert von rund 30'000 Franken.

Der Mann gab zu, vier Einbrüche begangen zu haben, wobei es in einem Fall bei einem Versuch geblieben ist. Ausserdem hatte er sich in Serbien für 800 Franken einen Fahrausweis ausstellen lassen, damit er die Autoprüfung nicht absolvieren musste – auch das gab der Mann zu.

Die drei Kinder wachsen ohne ihren Vater auf

Als Motiv für seine Taten gab der dreifache Familienvater finanzielle Probleme an. Er habe Spielschulden in Serbien und könne nicht für den Unterhalt seiner Kinder aufkommen.

Der Mann ist arbeitslos, hatte aber von 1998 bis 2009 in der Schweiz gelebt, hier eine Malerausbildung gemacht und eine Familie gegründet. Weil er schon damals straffällig wurde, verhängte das Amt für Migration bereits 2009 eine Einreisesperre.

Dazu kommt es jetzt erneut. Wegen seiner Vergehen wird der 42-Jährige für sechs Jahre des Landes verwiesen. Obwohl seine Kinder hier bei seiner Ex-Frau leben, sieht das Gericht keinen Anlass für die Annahme eines Härtefalls. Dieses Urteil ist rechtskräftig.

Beide Einbrecher müssen ins Gefängnis

Die Ermittlungsaktion CIBUS endete für die Luzerner Polizei übrigens mit einem Erfolg, auch wenn dem Serben keine Beteiligung nachgewiesen werden konnte. Der Haupttäter, der die Red-Bull-Dose seines Kumpels versehentlich am Tatort zurückliess, war bereits im Februar 2018 unter anderem wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls und Hausfriedensbruchs zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 9 Monaten verurteilt worden.

x
Ist Ihnen unabhängiger Journalismus etwas wert? Mit Ihrer Unterstützung helfen Sie zentral+, Beiträge wie diesen zu realisieren.

Ihre Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, müssen Sie auf zentralplus eingeloggt sein.
Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich jetzt und profitieren Sie
von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Mehr Gesellschaft