Vor dem Restaurant Ochsen in Littau erlag die 51-jährige Frau auf offener Strasse ihren Verletzungen. (Bild: Google Maps)
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Vor dem Restaurant Ochsen in Littau erlag die 51-jährige Frau auf offener Strasse ihren Verletzungen. (Bild: Google Maps)

Mord vor Littauer Restaurant Ochsen: Nun steht der Täter vor Gericht

3min Lesezeit

Vor rund zweieinhalb Jahren bot sich in Littau ein schreckliches Bild: Eine 51-Jährige wurde vor dem Restaurant Ochsen erstochen und erlag ihren Verletzungen. Verhaftet wurde ihr mittlerweile 59-jähriger Ehemann. Er steht diesen Donnerstag wegen Mordes vor dem Luzerner Kriminalgericht.

Sara Hensler

Eine Auseinandersetzung in Littau forderte im November 2016 ein Menschenleben. Eine 51-jährige Portugiesin wurde von ihrem Mann auf offener Strasse erstochen und verstarb noch vor Ort an ihren Schnitt- und Stichverletzungen (zentralplus berichtete). Diesen Donnerstag wird der Prozess am Luzerner Kriminalgericht behandelt – angeklagt: der Ehemann der Verstorbenen.

Die Polizei nahm die Suche nach dem damals 57-Jährigen kurz nach dem Tod der Frau auf. Er hatte den Tatort fluchtartig verlassen, verletzte sich absichtlich selbst leicht mit dem Messer und warf dieses anschliessend in ein Gebüsch, bevor er von der Polizei gefasst wurde. Seither befindet sich der gebürtige Portugiese im Strafvollzug und muss sich diesen Donnerstag vor dem Luzerner Kriminalgericht verantworten.

Der Staatsanwalt verlangt für den Angeklagten eine Verurteilung wegen Mordes und damit verbunden eine lebenslängliche Freiheitsstrafe. Für den Beschuldigten würde dies ausserdem einen Landesverweis von 15 Jahren nach sich ziehen.

Frau erlag insgesamt 15 Messerstichen

Ursprung des Vorfalls war offenbar eine Auseinandersetzung zwischen dem Ehepaar. Diese eskalierte um zirka 11 Uhr, worauf der Angeklagte ein Rüstmesser mit einer rund neun Zentimeter langen Klinge aus seiner Jacke zog und seiner davonrennenden Ehefrau in den Rücken und in die Oberarme stach. Auf der Höhe des Restaurants Ochsen lehnte sich die Verletzte an die Wand, worauf der Beschuldigte erneut auf seine Frau einstach.

Die insgesamt 15 Messerstiche führten zu erheblichem Blutverlust, an denen die Frau noch vor Ort verstarb. Auch die erste Hilfe einer Passantin und die Wiederbelebungsversuche des Rettungsdienstes blieben erfolglos.

Mann stand offenbar unter Medikamenteneinfluss

Ihr 59-jährige Ehemann gestand während der Untersuchungen seine Tat, betont jedoch, dass die Tötung seiner Frau unter Medikamenteneinfluss passiert sei und er sich deshalb nicht mehr an alles erinnern könne. Darüber gibt die Anklageschrift des Staatsanwaltes Auskunft.

Geboren wurde der Angeklagte in Portugal, war jedoch bereits längere Zeit mit seiner Frau in Littau wohnhaft. Fast jeden Abend schlenderte das Ehepaar gemeinsam durch Littau und habe stets einen fröhlichen und freundlichen Eindruck gemacht, dies sagte ein Bekannter damals gegenüber dem «Blick».

Staatsanwalt verlangt lebenslängliche Freiheitsstrafe

Doch der Schein trügt. Der Anklageschrift ist des weiteren zu entnehmen, dass es zu wiederholter polizeilicher Intervention wegen häuslicher Gewalt gekommen sei. Der letzte Polizeieinsatz wegen Tätlichkeiten fand im November 2016, vier Tage vor dem Tod der Frau, statt.

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