Das Opfer: Samichlaus ohne Mütze, muss für einen Krimi tot posieren.  (Bild: zvg)
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Das Opfer: Samichlaus ohne Mütze, muss für einen Krimi tot posieren.  (Bild: zvg)

Luzerner Werber legt den Weihnachtsmann um

4min Lesezeit

Dies ist keine schöne Weihnachtsgeschichte. Denn sie erzählt von einem toten Weihnachtsmann. Es ist mehr als nur eine freche Aktion gegen Adventskitsch. Beworben wird damit ein Werk des Luzerner Autors und Bäckermeisters Bruno Heini.

Mathias Haehl

Ein bekannter Luzerner Werber hat ein provokantes Sujet für die Bücher des Luzerner Autors Bruno Heini gestaltet. Da haben sich zwei gefunden: Der Luzerner Werbeprofi Claude Catsky. Und der Luzerner Bäckermeister und Gastronom Bruno Heini, der sich nebenbei gerne als Jazzmusiker und Krimiautor verwirklicht (zentralplus berichtete). Sie hatten genug von Wichteln, «Merry-Christmas»-Gesülze und Christbaumlametta, diesem ganzen Weihnachtskitsch. Und sie setzten mit einem derben Inserat einen deftigen Kontrapunkt.

Das Inserat wirbt mit einem toten Weihnachtsmann, denn der verantwortliche Werber Claude macht bekanntlich gerne «Werbung mit Schnauze». Beworben werden damit die Bücher des Schweizer Buchautors Bruno Heini. Heini landete mit seinen ersten zwei Thrillern «Teufelssaat» und «Engelsknochen» Überraschungserfolge.

Der Täter: Claude Catsky, Luzerner Werber, hoch dekoriert.
Der Täter: Claude Catsky, Luzerner Werber, hoch dekoriert. (Bild: zvg)

«Das Inserat soll zum Kauf der beiden Krimis animieren», so Catsky, der einst mit den ganz grossen Budgets jonglierte und aufsehenerregende Kampagnen für die Fifa oder Ikea ritt. 2004 beispielsweise gewann er in Cannes als einziger Schweizer Werber einen Löwen, und zwar für seine Suva-Werbung. Cannes Lions ist der wichtigste Kreativwettbewerb der Welt, die Weltmeisterschaft quasi.

«Ich fordere nicht lustigere Werbung, sondern kreativere.»

Claude Catsky, Werber aus Luzern

Claude Catsky, Sohn von Nico (Cadsky), einem der legendären Politkarikaturisten des Landes, der unter anderem 36 Jahre lang für den «Tages-Anzeiger» spitzfindig zeichnete, sagte einmal: «Ich fordere nicht lustigere Werbung, sondern kreativere. Weil ich überzeugt bin, dass die kreativere Werbung auch die erfolgreichere ist – in jeder Hinsicht. Es gibt Werbeagenturen und Kreative, die haben nicht mal eine gute Idee pro Jahr.»

Der Autor: Bruno Heini, auch Musiker, aber vor allem Bäckermeister.
Der Autor: Bruno Heini, auch Musiker, aber vor allem Bäckermeister. (Bild: Silvan Bucher / Gmeiner Verlag)

«Ich finde das Weihnachtsinserat sehr gelungen. Nächsten Frühling setzen wir die Kampagne fort, dann killen wir den Osterhasen», sagte Autor Bruno Heini gegenüber persönlich.com.

PS: Falls Sie sich fragen, weshalb Vater Nico sich Cadsky schreibt und Filius Claude leicht abgeändert Catsky, dann deshalb: «Ich wollte meinen eigenen kreativen Weg zu gehen. Ein krampfhafter Versuch war der mit dem ‹Künstlernamen› Catsky, der meine Herkunft etwas kaschieren sollte.»

Der Sohnmann wollte es übrigens anfangs dem bekannten Vater gleich tun, als Karikaturist bei der LNN, doch er hatte nicht durchschlagenden Erfolg. Auch nicht als freischaffender Kunstmaler, oder dann gar als Musiker – «ich war ein oder zwei Jahre an der Jazzschule Luzern, aber mangels Talent und Durchhaltewillen musste ich aufgeben.» Immerhin, als Werber hatte er einige Meriten zu verzeichnen. Und ist bis heute kreativ geblieben.

Der Witz gegen Kitsch: So präsentiert sich das ganze Inserat.
Der Witz gegen Kitsch: So präsentiert sich das ganze Inserat. (Bild: zvg)

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