Erich Taubmann ist über die EWL verärgert und schrieb deshalb einen Brief.
  (Bild: Fotomontage: Screenshot Google Maps, zvg)
Gesellschaft Bauen

Erich Taubmann ist über die EWL verärgert und schrieb deshalb einen Brief.   (Bild: Fotomontage: Screenshot Google Maps, zvg)

Der Naherholungsstreit ist noch nicht zu Ende

4min Lesezeit

Schon längst sollten die Bauarbeiten der EWL in Emmen abgeschlossen sein, doch der Dammweg ist noch immer versperrt. Erich Taubmann hat deshalb einen offenen Brief an die EWL gerichtet und fordert eine Stellungnahme. Die Einladung der EWL-Bosse zu einem persönlichen Gespräch aber lehnt er ab.

Elias Wyrsch

Erich Taubmann aus Emmen empört sich in einem öffentlichen Brief an die EWL über die Zustände am Dammweg. Seit März 2017 wird dort an einer Fernwärmeleitung gebaut, die bereits im Februar 2018 hätte fertig sein sollen. Die Arbeiten der EWL sind aber in vollem Gange, weshalb sich Taubmann beim Geschäftsführer Stephan Marty beschwert.

Die Einladung ausgeschlagen

Marty erklärt gegenüber zentralplus, die Situation sei ihnen durchaus bewusst. «Aber auch für die EWL selbst sind die Verzögerungen durch die schwierigen geologischen Umstände belastend.» Es werde bereits auf Hochtouren gearbeitet, so der Geschäftsführer.

Taubmann sei als Reaktion auf den Brief zu einem persönlichen Gespräch eingeladen worden. Doch er lehnte ab. Marty wird Taubmann stattdessen schriftlich antworten. Weitere Auskünfte konnte er nicht geben.

Doch weshalb lehnt der Mann, der so verbissen dafür kämpfte, den Bau voranzubringen, nun diese Chance ab, alles zu klären? «Ich wollte nicht an dieses Gespräch, dann höre ich nur ein ‹es tut uns leid› und das war's dann, die machen genau gleich weiter», sagt Taubmann. Die EWL solle die Bagger auffahren lassen und vorwärts machen, die Rohre seien schon längst verlegt, trotzdem passiere nichts. «Ich verlange, dass Marty sich der Öffentlichkeit stellt», so der Emmer.

Stress statt Erholung

Am meisten stört sich Taubmann daran, dass das Naherholungsgebiet behandelt werde, als ob es irgendeine «Pampa» wäre. Die Gitter, der Dreck und der Lärm seien Stress, nicht Erholung. «Das geht jetzt schon 20 Monate, wenn ich dort hinlaufe und das sehe, drehe ich gleich wieder um.»

Eine von zwei Info-Tafeln ist hinter dem Gitter kaum lesbar.
Eine von zwei Info-Tafeln ist hinter dem Gitter kaum lesbar. (Bild: zvg)

«Ausserdem stört mich die fast vollständig fehlende Kommunikation», so Taubmann. Es gebe nur zwei Schilder, die regelmässig aktualisiert würden, wenn sich das Ende der Arbeiten erneut verzögere. Eines der beiden Schilder steht hinter einem Gitter, es ist nur mit Mühe zu lesen. Dort steht geschrieben, dass die «Einschränkungen» auf dem Weg länger anhalten würden. «Das sind keine Einschränkungen, der Weg ist vollständig abgeriegelt», regt sich Taubmann auf.

«Der arme Herr bekam eine ziemliche Ladung ab.»

Erich Taubmann aus Emmen

Als er Anfang September mal vorbeikam, fiel ihm auf, dass wieder eine Frist verstrichen war. «Das hat mich echt geärgert», so Taubmann. Also hat er auf die Nummer auf dem Plakat angerufen. «Ich dachte, ich lande bei der Projektleitung, doch es war der Kundendienst. Bis ich es merkte, war es schon zu spät: Der arme Herr bekam eine ziemliche Ladung ab.»

Vorwurf: Minimale Kommunikation

Lediglich die direkten Anwohner wurden teils mit einem Schreiben informiert. Doch es sei einzig mitgeteilt worden, dass es wieder länger gehen würde. Die Kommunikation werde auf dem absoluten Minimum gehalten, meint Taubmann.

Deshalb hatte er bewusst die Form des offenen Briefes gewählt, um die EWL zu einer öffentlichen Stellungnahme zum Gegenstand des Schreibens aufzufordern. Es gehe dabei nicht um seine Person. «Es geht um ein öffentliches Ärgernis, für das die EWL massgeblich Verantwortung trägt», schreibt der Emmer als Antwort auf seine Einladung.

Nur ein Wutbürger?

Dennoch: Dass er die Einladung zum Gespräch ausschlägt, widerspricht helvetischen Gepflogenheiten. «Ich möchte nicht als Wutbürger angesehen werden», verteidigt sich Taubmann. «Was meinem Handeln Drive gibt, ist mein soziales Engagement. Meine Frau arbeitet mit Behinderten, diese Leute können sich nicht wehren und ich empfinde es als eine tiefe Verpflichtung, mich hier einzusetzen. Von daher ist es mir auch wichtig, meiner Kritik einen konstruktiven Fokus zu geben und nicht einfach niederzureissen.»

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