«Du musst damit rechnen, dass du bereits beim ersten Hindernis runterfällst», sagt Jessica Gismondi. (Bild: zvg)
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«Du musst damit rechnen, dass du bereits beim ersten Hindernis runterfällst», sagt Jessica Gismondi. (Bild: zvg)

Jessica Gismondi: Ninja Warrior soll eigene Fitness bestätigen

5min Lesezeit

Im Oktober wird der erste schweizerische «Ninja Warrior Parcours» ausgestrahlt. Er gilt als der härteste TV-Parcours der Welt. Mit dabei ist auch Jessica Gismondi, eine Personaltrainerin aus Luzern und frühere Bikini-Bodybuilderin. Noch während sie backstage wartete, seien die ersten verletzten Teilnehmer vom Parcours zurückgekehrt.

Der wohl härteste TV-Parcours der Welt flimmert ab Mitte Oktober über die Bildschirme der Schweiz. «Ninja Warrior» ist eine sportliche Action-Spielshow nach japanischem Vorbild. Neben Promis wie Baschi, der Luzerner Nacktkünstlerin Milo Moiré und der amtierenden Miss Schweiz absolvierte auch die Luzerner Personaltrainerin und Social-Media-Expertin Jessica Gismondi den Hindernisparcours.

Für die 25-Jährige war es eine grosse Herausforderung und eine neue Erfahrung, wie sie betont. Und: «Es war definitiv der grösste Adrenalin-Kick, den ich bis anhin erlebt habe.»

Teilnahme gut überlegt

Jessica Gismondi ist zum Casting eingeladen worden. Dennoch habe sie sich die Teilnahme zweimal überlegt. Denn wie der Parcours aufgebaut ist und auf welche Hindernisse sie treffen wird, wusste sie nicht. «Wenn du am ‹Ninja Warrior Parcours› teilnimmst, musst du damit rechnen, dass du bereits beim ersten Hindernis runterfällst», sagt Gismondi. Erst als der Startschuss fiel und sie auf der Bühne des Hallenstadions in Zürich stand, sah sie, was auf sie zukommen würde.

«Für einen normalen Wettkampf kannst du dich vorbereiten, für den ‹Ninja Warrior› kannst du dies nur bedingt», fährt sie fort. Sie habe ihr klassisches Krafttraining umgestellt und sich während eineinhalb Monaten vermehrt auf Ausdauer und Koordination konzentriert. Sie suchte die rote Bahn auf, legte Sprints hin und verbesserte beim Bouldern ihre Griffkraft.

Der Parcours wurde vor einem tobenden Publikum bestritten. Begleitet von Filmkameras, die jeden Schritt und jeden Griff aufnahmen. Will heissen: Ob Erfolg oder Misserfolg – vertuschen war nicht.

So sah der «Ninja Warrior Parcours» in Amerika aus:

Nicht nur Höhepunkte

«Es brauchte aber viel Mut, sich anzumelden und auch am Wettkampf anzutreten», sagt Gismondi. Auch habe sie sich mit dem Gedanken auseinandergesetzt, wie andere über ihre Teilnahme denken. Insbesondere bei einem frühen Sturz.

In unserer Gesellschaft möchte sich jeder nur von seiner besten Seite präsentieren. «Gerade auf sozialen Medien zeigen wir nur die Highlights unseres Lebens», fährt Gismondi fort. «Und dies, obwohl wir oft einen Fehler oder einen falschen Tritt im Leben machen.» Deswegen habe sie für sich entschieden, dass – auch wenn sie scheitern würde – dies doch nur menschlich sei und nichts, wozu man sich schämen müsste.

«Bereits beim Casting mussten wir uns alle beweisen», sagt Gismondi. «Nur die Besten kamen weiter. Für mich war es bereits damals die Bestätigung, dass ich sportlich topfit bin.»

Das zweite Hindernis war bereits das schwerste

«Ich war voller Adrenalin, vollgepumpt mit Traubenzucker», sagt Jessica Gismondi lachend, wenn sie an den grossen Tag zurückdenkt. «Zusätzlich habe ich noch Espressi getrunken, sodass meine Beine nur noch am Wackeln waren.»

«Ich sah einige humpelnde Männer herauslaufen und gar eine Teilnehmerin, die an beiden Armen voll mit blutenden Schürfungen war.»

Jessica Gismondi

Im Backstage konnten die Kandidaten den Stimmen der beiden Moderatoren lauschen. Auch der befürchtete Gong, der den Sturz oder den Fall eines Kandidaten begleitete und somit dessen Ausscheiden signalisierte, vernahm Gismondi immer wieder. Einige kehrten verletzt zurück: «Ich sah einige humpelnde Männer herauslaufen und gar eine, die an beiden Armen voll mit blutenden Schürfungen war.»

Am schwierigsten sei für Gismondi im ersten Parcours bereits das zweite Hindernis gewesen. Bei einem Sturz wäre Gismondi dabei fast ins Wasser gefallen. «Im letzten Moment konnte ich mich noch irgendwie hochhangeln. Es muss wohl ziemlich ‹Ninja-mässig› ausgesehen haben», so Gismondi lachend. «Ich meine mich noch daran zu erinnern, wie der Moderator ausrief, wie das denn sein könne und dass es beinahe unmenschlich sei.»

Im Wettkampf gestürzt

Interessant: Unter den Konkurrenten war auch Jessica Gismondis Freund Kevin Waller. «Schlussendlich ist es klar ein Konkurrent wie jeder andere», so Jessica Gismondi. Dennoch hätten die beiden einige Trainings gemeinsam absolviert, sich gegenseitig Tipps gegeben und Mut zugesprochen. «Einen Plan, wie wir die anderen ausstechen können, haben wir jedoch nicht geschmiedet.»

Wie viele Hindernisse Jessica Gismondi erfolgreich erklimmen konnte und wie diese ausgesehen haben, darf sie noch nicht verraten. Ab dem 16. Oktober wird die Sendung auf «Tv24» ausgestrahlt. Mit ihrer Leistung sei Gismondi zufrieden. «Jedoch sagt man natürlich im Nachhinein immer, dass noch mehr möglich gewesen wäre.»

Beim Wettkampf sei sie einmal «krass gestürzt» und habe sich danach vier Wochen mit einem schmerzenden Schienbein herumgerungen. Dies hält sie jedoch nicht vom sportlichen Tun ab. Aktuell trainiert sie eine Königsfamilie aus Katar.

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