Das Mädchen ist schon mehrmals ausgebüxt. (Bild: zvg)
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Das Mädchen ist schon mehrmals ausgebüxt. (Bild: zvg)

Vermisstes Mädchen (14) aufgetaucht – und wieder ausgebüxt

2min Lesezeit

Verzweifelt lancierte Margot Grüter am Dienstag via Facebook die Suche nach ihrem Kind. Die 14-Jährige wurde noch gleichentags in Luzern gefunden, ist jedoch bereits wieder auf der Kurve. Der Fall hat eine jahrelange Vorgeschichte.

48 Stunden lang wusste Margot Grüter nicht, wo sich ihre Tochter aufhält. Anfragen bei der Luzerner Polizei und dem für die Tochter zuständigen Heim führten ins Leere. Also wandte sich die verzweifelte Mutter am Dienstag via Facebook an die Öffentlichkeit (zentralplus berichtete). 

Jetzt gibt die Mutter Entwarnung – zumindest teilweise. Die Polizei habe ihre Tochter inzwischen ins Heim der Luzerner Stiftung Wäsmeli zurückgebracht. Allerdings sei die 14-jährige Tochter dort bereits wieder abgehauen.

Mädchen büxt ständig aus

Dies bestätigt Polizeisprecher Urs Wigger: «Wir haben das Mädchen diesen Dienstag um 21.30 Uhr angehalten und um 22 Uhr übergeben. Eine halbe Stunde später ging jedoch vom Heim ein Anruf ein, das Mädchen sei bereits wieder weggelaufen.» 

Margot Grüter macht dem Heim grosse Vorwürfe. «Es ist doch eine Frechheit, dass dies immer wieder passiert – auch der Polizei gegenüber.» Das Heim mache einfach nichts, auch wenn sie ständig nachfrage. «Meine Tochter ist bereits zum sechsten Mal abgehauen», erklärt Grüter.

Polizeisprecher Urs Wigger relativiert: «In gewissen Fällen ist es schwierig und unsere Arbeit wiederholt sich.» In diesem Fall sei jedoch festzuhalten, dass bei einem freiwilligen Weggang nicht ein Verbrechen befürchtet werden müsse, was einen wesentlich kleineren polizeilichen Aufwand nach sich ziehe. 

Mutter kämpft seit Jahren

Der zuständige Heimleiter im Wäsmeli, René Rinert, gibt zum beschriebenen Fall keine Auskunft. «In solchen Angelegenheiten kommunizieren wir ausschliesslich in Absprache mit der Polizei öffentlich», teilt er schriftlich mit. Zum Schutz des Kindes und der Familie könne er keine näheren Angaben machen. Die Mutter hat gegenüber zentralplus bestätigt, dass das Kind einen Beistand hat.

Der Konflikt zwischen Margot Grüter und den Behörden schwelt schon seit Jahren. Bereits im Juli 2004 berichtete der «Beobachter» darüber. Die Rede war von einem «behördlichen Trauerspiel um eine Mutter» und deren verzweifeltem Kampf um ihre fünf Kinder, die von Amtes wegen an verschiedenen Orten untergebracht wurden. 

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