Sieht eigentlich ganz putzig aus? Kann aber je nachdem ganz schön ungesund werden für den Gestochenen.
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Gesellschaft

Sieht eigentlich ganz putzig aus? Kann aber je nachdem ganz schön ungesund werden für den Gestochenen.   (Bild: Fotolia)

Wenn die Zecke sticht, dieses Mistvieh

4min Lesezeit

Nicht nur die Menschen finden es toll, wenn's wärmer ist. Auch Zecken kommen herausgekrabbelt und suchen sich Zwei- und Vierbeiner als Nahrungsquelle. Gerade in Zug ist jedoch nicht zu spassen mit diesen Tierchen. Kann man sie nicht selber entfernen, gibt's verschiedene Anlaufstellen für Zeckenpatienten. Und die haben sehr unterschiedliche Preise.

Es ist warm, feucht, alle Menschen rennen, getrieben vom Fitnesstrieb und der drohenden Bikinisaison, durch den Wald: viel nackte Haut, an der sich nicht nur die Mücken vergnügen können. Nein, auch die Zecken blasen zum Angriff, kaum tummeln sich neben den Vier- auch vermehrt die Zweibeiner im Wald. Naja, so zumindest stellt man sich das vor.

Dass sich das blutrünstige Spinnentier arglos auf einem Grashalm auf die Lauer legt, bis eine saftige Wade vorbeispaziert, ahnungslos. Und zack. Hat man sie am Bein, beziehungsweise an der Backe. Und das meist nicht im Gesicht. Nein, das Tier sucht sich häufig einen versteckten Platz, denn wo's warm ist, gefällt's ihr am besten.

Am nächsten Tag beginnt's zu jucken, man kratzt und entdeckt den blinden, blutsaugenden Passagier. Das Problem? Das Vieh kann Krankheiten übertragen. Borreliose oder auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (siehe Box). Zug gilt für Letzere als Risikogebiet, wie man folgender Karte unschwer entnehmen kann.

Darum wollen wir es nicht mehr länger dulden, das Zeckentier, und holen es raus. Nur wie? Auf der Webseite zecken-stich.ch der Zeckenliga Schweiz informieren wir uns. Grundsätzlich gilt: Je schneller die Zecke entdeckt und entfernt wird, desto besser. Der Achtbeiner soll mittels Pinzette entfernt werden, welche direkt über der Haut angesetzt wird. Man klemmt die Zecke sachte ein und entfernt sie durch kontinuierliches Ziehen. Danach wird die Stelle desinfiziert.

Doch was, wenn sich das Vieh an einem Ort festgesetzt hat, wo Sie trotz jahrelangem Yoga-Training nicht hinkommen und niemand in der Nähe ist, der Ihnen assistieren kann?

Gleich ins Spital? Im Zuger Kantonsspital werden laut Marketingleiterin Sonja Metzger zwischendurch Zeckenstiche behandelt. Doch bieten auch einige Zuger Apotheken diese Dienstleistung an.

Apotheken verlangen unterschiedlich viel

So etwa die Toppharm Bahnhof Apotheke an der Alpenstrasse. «Wir entfernen Zecken und machen zudem jeweils eine Risikoabklärung», erklärt Pharmaassistentin Franziska Arnold. Dafür werden hier 15 Franken verlangt. Sei bereits ein Ring auf der Haut erkennbar, schicke man die Patienten weiter zum Arzt.

Auch die Apotheke im Bahnhof Zug bietet diese Dienstleistung an. Das ist ideal für Menschen, die eine Zecke nach Ladenschluss oder am Feiertag entdecken. Das Geschäft hat nämlich während der Woche bis 21 Uhr und sonntags bis 20 Uhr geöffnet. Ungefähr alle zwei Tage kämen Menschen zurzeit mit einer Zecke in die Filiale, erklärt Veronica Keller, die Betriebsleiterin der Apotheke Zug. Für die Dienstleistung zahlt der Patient hier fünf Franken.

Die Rotpunkt Apotheke im Metalli bietet die Dienstleistung ebenfalls an. Hier verlangt man dafür 10 Franken. Auf Anfrage von zentralplus erklärt man dort: «Es ist wichtig, einen Stich auch zwei bis drei Tage nach der Zeckenentfernung noch zu desinfizieren. Ausserdem soll man sich das Datum aufschreiben und den Körper weiterhin beobachten.» Denn, so erklärt man weiter, ein sogenannter Ring müsse nicht zwingend dort auftreten, wo die Zecke gestochen hat.

Mit diesen Krankheiten ist nicht zu spassen 

Zecken übertragen zum einen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine Hirn- und Hirnhautentzündung. Gerade das Gebiet um Zug und nördlich davon gilt als FSME-Risikogebiet. Will heissen, es gibt eine Impfempfehlung. FSME äussert sich häufig sieben bis 14 Tage nach dem Zeckenstich durch grippeähnliche Symptome wie Kopfschmerzen, Fieber, Müdigkeit oder Gelenkbeschwerden. Bei einem kleinen Prozentsatz der Erkrankten kommt es später zu einem Befall des zentralen Nervensystems.

Auch Borreliose kann von der Zecke übertragen werden. Gegen sie kann man sich nicht impfen lassen. Eine Infektion verläuft häufig unbemerkt, da die Krankheit ganz unterschiedliche Verläufe aufweisen kann. Auch hier können jedoch grippeähnliche Symptome auftreten. Häufig bildet sich zudem eine sich ringförmig vergrössernde Rötung. Sollten Zeckengebissene derartige Symptome haben, ist ein Arztbesuch unvermeidlich. Um den Befall anderer Organe zu verhindern, wird eine Behandlung mit Antibiotika verordnet.

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