Daniel Schärer von Zug Sports hat die Motivation und Ressourcen, um künftige Zuger Seefeste zu organisieren. (Bild: slam)
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Daniel Schärer von Zug Sports hat die Motivation und Ressourcen, um künftige Zuger Seefeste zu organisieren. (Bild: slam)

Zuger Seefest: «Wir wollen sicher keinen Alleingang auf eigenes Risiko»

6min Lesezeit

Der Zuger Eventveranstalter Daniel Schärer vom Verein Zug Sports möchte die Durchführung des Zuger Seefestes gern übernehmen – aber nicht alleine. Unter welchen Bedingungen der Grossanlass mit Feuerwerk gerettet werden kann, sagt er im Interview mit zentralplus.

Markus Mathis

Nachdem die Freiwiillige Feuerwehr der Stadt Zug (FFZ) die Organisation und die Durchführung des Seefests niedergelegt hat (zentralplus berichtete), ist mit Daniel Schärer von Zug Sports ein neuer Veranstalter des Grossanlasses in Sicht (zentralplus berichtete).

Das Seefest sei keineswegs gerettet, sagt Schärer auf Anfrage von zentralplus. «Aber wir haben die Ressourcen, das Netzwerk und die Motivation, um dies in Angriff zu nehmen.» zentralplus wollte wissen, wie sich Schärer die Organsiation des Seefests vorstellt – 2018 und in den folgenden Jahren.

zentralplus: Wann ist ihnen die Idee gekommen, die Organisation des Seefests zu übernehmen?

«In Zug packt man grössere Sachen besser gemeinsam an.»

Daniel Schärer: Wir sind schon länger mit der Freiwilligen Feuerwehr im Gespräch. Wir kennen uns, weil wir mit Zug Sports ebenfalls ein Festival durchführen. In Zug packt man grössere Sachen sowieso besser gemeinsam an. Die ganze Entwicklung des Seefests hat sich nun schneller zugespitzt als gedacht, aber eigentlich wussten wir schon eine Weile über die Problematik Bescheid.

zentralplus: Sie veranstalten unter anderem Zug Sports oder Ägeri on Ice. Hätten Sie denn die personellen Ressourcen für die Organisation des Seefests? Das war ja der eigentliche Knackpunkt für die FFZ.

Schärer: Nach dem Zusammenschluss von zwei Event-Veranstaltern in Zug hätten wir tatsächlich etwa 600 Stellenprozente, auf die wir zurückgreifen könnten.

zentralplus: Haben Sie auch die Helfer für die Durchführung des Anlasses, zu dem in guten Jahren 20’000 Zuschauer kommen? Dafür braucht's doch enorm viele Leute?

Schärer: 250 Helfer wie die FFZ auf die Kürze zusammenzutrommeln, ist wohl kaum möglich. Es geht erst mal darum abzuklären, in welchem Rahmen das Seefest in diesem Jahr überhaupt durchgeführt werden könnte.

Erst wenn es am Ufer keinen Sitzplatz mehr gibt, hat das Seefest richtig angefangen.
Publikumsmagnet Zuger Seefest: Schärer kann sich auch ein kleineres Event vorstellen. (Bild: liv)

zentralplus: Sie hatten schon Kontakt zur FFZ. Wie steht's mit anderen Organisationen, die bei der Durchführung helfen könnten?

Schärer: Wir haben vor vier Jahren eine Studie übers Vereinsleben in Zug durchgeführt und können von Zug Sports aus auf ein Netzwerk von 30 Partnern zurückgreifen. Wir würden versuchen, dieses auch fürs Seefest zu nützen.

zentralplus: Sie machen die Übernahme des Zuger Seefests von der Stadt Zug abhängig. Gehts da um den jährlichen Zuschuss von 110’000 Franken oder um die Bewilligung für den kommenden Juni?

Schärer: Wir wollen sicher keinen Alleingang versuchen und auf eigenes Risiko ein Fest durchführen, das nach einem Jahr mit Regen schon Bankrott anmelden muss. Wenn die Feuwehr weiter mithelfen will und die Stadt Zug interessiert ist, dass das Seefest auch künftig stattfindet, dann haben wir eine gute Chance, eine Lösung zu finden, die von vielen Zugern mitgetragen wird.

zentralplus: Sie wollen also ein professionelles Veranstaltungsmanagement für einen Anlass, an dem sich andere Vereine mitengagieren?

«In der Freiwilligkeit liegt die Herausforderung.»

Schärer: Genau. Der Kern der Organisation wäre professionell, daneben wäre man aber auch auf die ehrenamtliche Mitarbeit von Vereinen und die Unterstützung aus der Wirtschaft und der öffentlichen Hand angewiesen. In der Freiwilligkeit liegt die Herausforderung.

zentralplus: Wie meinen Sie das?

Schärer: Viele Vereine haben Probleme, Leute zu finden, die unentgeltlich arbeiten. Das ist überall so, nicht nur beim Seefest. Als Alternative wird vieles von professionellen Anbietern übernommen, die natürlich nicht nur Fronarbeit leisten wollen. Auch bei Zug Sports, das aus dem Boardstock-Festival hervorgegangen ist, haben wir vor drei Jahren unsere Strukturen professionalisiert. Nur mit ehrenamtlicher Tätigen hatten wir einfach zu wenig Ressourcen. Nun nehmen wir bei Zug Sports eine Vermittlerfunktion wahr und wir könnten dies auch beim Seefest tun.

Feuerwehr bereit zur Mitarbeit, Stadt sieht Gesprächsbedarf

Auch wenn unklar ist, ob im kommenden Sommer und im kommenden Jahr das Seefest doch noch stattfinden kann, sind die Vorzeichen dafür doch nicht schlecht. «Wir sind zu einer Zusammenarbeit grundsätzlich bereit», sagt Roman Jenny, Präsident des Vereins FFZ.

Ob das Seefest bis anhin als Anlass für 20’000 Zuschauer durchgeführt wird, oder als kleineres Fest, sei für die FFZ nicht ausschlagebend. Jedoch sei die Kapazität der Feuerwehr begrenzt. «Es ist uns also nicht möglich, es mit dem gleichen personellen Aufwand zu unterstützen, wie wir ihn bis jetzt betrieben haben.» Man könne sich vorstellen, «in einem begrenzten Rahmen auch am zukünftigen Seefest mitzuhelfen.» Aber natürlich müsse man alles Weitere erst bei einem Treffen der Interessierten besprechen.

«Es ging bisher immer um Privatinitiative

Der oberste Festverantwortliche der Stadt Zug ist Stapi Dolfi Müller (SP). Der sagt zu Schärers Initiative: Er werde zuerst über das Konzept, «das mir nicht vorliegt, sprechen müssen», bevor sich der Stadtrat dazu äussern könne. «Eventuell kommen noch andere Ideen», so Müller. Er erinnert an die Ausgangslage: «Es ging bisher immer um Privatinitiative».

Die Stadt unterstützte in den vergangenen Jahren das Fest, welches eine Viertelmillion Franken kostet, mit 50'000 Franken pro Jahr fürs Feuerwerk, und 60'000 Franken pro Jahr für Werkhofleistungen.

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