Das Paar José da Silva und Sandra Santos in ihrem neu eröffneten Restaurant «La Baracca» in der Theaterstrasse. (Bild: ida)
Gesellschaft Essen und Trinken

Das Paar José da Silva und Sandra Santos in ihrem neu eröffneten Restaurant «La Baracca» in der Theaterstrasse. (Bild: ida)

Die neue «Baracke» in Luzern – neben Box und altem Theater

6min Lesezeit

In der Lokalität an der Theaterstrasse 7 in der Stadt Luzern kam es in den vergangenen Jahren zu einer ganzen Reihe von Wechseln. Nun soll damit Schluss sein: Die Wirte, die bereits das «Mamma Leone» führen, eröffneten Mitte Januar ihr «La Barraca» – ist es denn wirklich eine Baracke?

Am 19. Januar öffnete das Restaurant «La Baracca» an der Theaterstrasse 7 seine Pforten. Bis zuvor fand man dort das Restaurant «Due» während rund eineinhalb Jahren.

Hört man den Lauten «La Baracca», hat man das Bild einer Bruchbude vor Augen. Doch das Restaurant ist alles andere als eine Baracke – man setzt auf eine recht schlichte, einfache Einrichtung. Durch das viele Holz und das Lichtspiel wird ein warmes Ambiente erzeugt. Einladend, sodass Gäste ein wenig verweilen sollten, meinen die Betreiber des Restaurants.

Der Name kommt nicht von ungefähr. José da Silva hat sich dieses Wortspiel ausgedacht: «Wenn man sagt, dass man in die ‹Baracca› geht, hat man niedrige Erwartungen», erklärt der 42-Jährige, der gemeinsam mit seiner 35-jährigen Partnerin Sandra Santos das Restaurant führt. «Bei einem Besuch ist der Überraschungseffekt dann umso grösser.»

Italienische Speisen bei einem Lachen

Italienische Küche steht auf der Speisekarte – und das, obwohl es bereits an jeder Ecke ein italienisches Restaurant gibt. Das Betreiberpaar ist überzeugt, dass sie die Gaumen vieler Gäste erfreuen werden. «Ein neues Konzept und neuer Wind sollen für neue Freude sorgen», so José da Silva. Nicht ein wenig blauäugig? Besteht nicht die Angst, zwischen all den italienischen Restaurants Luzerns unterzugehen?

«Ob Sie hier Spaghetti al Pomodoro essen oder auf der anderen Seite der Reuss, spielt keine Rolle.»

Sandra Santos, Wirtin des «La Baracca»

«Nein», meint José da Silva bestimmt. «Wir sind überzeugt von unserer Philosophie. Angst haben wir nicht – Respekt schon.» Sandra Santos knüpft daran an und argumentiert, dass sie kein standardisiertes Restaurant sein möchten. «Ob Sie hier Spaghetti al Pomodoro essen oder auf der anderen Seite der Reuss, spielt keine Rolle», erklärt sie. Das Paar setzt auf eine kleine Auswahl an Speisen und fokussiert sich auf das Betreuen der Gäste.

Die Betreiber wollen auf Gastfreundschaft und Wohlfühlambiente setzen. Und: den persönlichen Draht zu den Gästen vor Ort pflegen. «Ein Lachen, das nicht aufgesetzt ist, ist selten und wird oft zu wenig ernst genommen», erklärt Sandra Santos.

José da Silva führt das Scheitern vieler Restaurants darauf zurück, dass die Fäden der Führung von Restaurants extern übernommen werden. Viele Restaurantwirte seien nicht mehr vor Ort. So bestehe keine Kontrolle mehr und durch die Distanz könne man nicht wissen, ob die Gäste zufrieden seien. José da Silva und Sandra Santos sind selbst jeweils im Restaurant anzutreffen. Sie würden alle Seiten kennen – von der Küche über den Service bis hin zur Betriebsleitung.

Sandra dalla Bona, eine Serviceangestellte, die just in diesem Moment vorbeiläuft, sagt mit einem Strahlen: «Ich kenne niemanden, der mit so viel Herz sein Restaurant betreibt.»

Wo die Pizza noch mit einem Lachen serviert wird: Das «La Baracca».
Wo die Pizza noch mit einem Lachen serviert wird: Das «La Baracca». (Bild: ida)

Jahrelange Erfahrungen in der Betriebsleitung

Das Paar, das seine Wurzeln im Norden Portugals hat, sich jedoch erst vor zehn Jahren in der Schweiz kennenlernte, konnte bereits einige Erfahrungen im Gastronomiebereich sammeln – auch in der Betriebsleitung. José da Silva ist gelernter Koch – seit 15 Jahren stand er in diversen luzernischen Gastrobetrieben in der Küche. Sandra Santos stammt aus einer Gastronomiefamilie und konzentrierte sich auf die Buchhaltung. «Ich bin quasi in einem Restaurant aufgewachsen», erzählt sie.

«Wir sind von sieben Uhr morgens bis zwölf Uhr nachts auf den Beinen.»

José da Silva, Wirt des «La Baracca»

Seit rund sechs Jahren ist das Paar nun selbstständig. Damals übernahmen sie das «Mamma Leone» am Mühlenplatz und rund zweieinhalb Jahre später das «Enzian» in Horw. Doch der Traum, ein eigenes Restaurant von Grund auf zum Leben zu erwecken, verfestigte sich. Als sich die Möglichkeit mit der Lokalität bot, erwärmten sich die beiden zunehmend für die Realisierung ihres eigenen Restaurants.

Die Leitung teilt sich das Paar. Für die restlichen Aufgabenbereiche herrscht eine strikte Arbeitstrennung: José da Silva ist für Küche und Einkauf zuständig, Sandra Santos für Buchhaltung und Service – nebenbei versuchen sie mit ihren zwei Töchtern und den beiden anderen Restaurants alles unter einen Hut zu bringen. «Wir sind von sieben Uhr morgens bis zwölf Uhr nachts auf den Beinen», so José da Silva. Mit Sicherheit kein Zuckerschlecken, doch eine saubere Planung und Organisation ermöglichen vieles.

Das «La Baracca» in der Theaterstrasse befindet sich zwischen «Ente» und «Bistro» an einem Hotspot der Luzerner Strassenfasnacht. Mischen die beiden auch beim bunten Treiben mit? Ja, so José da Silva und Sandra Santos. Für die Fasnacht wird extra rund um das Restaurant eine Bar aufgebaut. Eine Herausforderung, sich all den fasnachtswütigen Luzernern zu stellen. Doch: «Angst und Geld hani kei», meint Sandra Santos mit einem Lachen.

Der «Italiener» neben Box und Theater.
Der «Italiener» neben Box und Theater. (Bild: ida)

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