So könnte der Durchgangsbahnhof dereinst aussehen – die erste Etappe soll bis 2035 fertig sein, fordert Pro Bahn. (Bild: zvg)
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So könnte der Durchgangsbahnhof dereinst aussehen – die erste Etappe soll bis 2035 fertig sein, fordert Pro Bahn. (Bild: zvg)

Durchgangsbahnhof: Pro Bahn will erste Etappe bis 2035 gebaut haben

4min Lesezeit

Stadt, Kanton und Organisationen haben bereits zum Bundesentwurf für den Ausbauschritt der Bahninfrastruktur 2030/2035 Stellung genommen. Während viele einen raschen Projektausbau wollen, fordert die Vereinung Pro Bahn nun explizit die Fertigstellung der ersten Etappe bis 2035. Der Grund sind Referendumsängste.

Die Region schliesst ihre Reihen. Vehement haben Kanton, Stadt und LuzernPlus in den letzten Tagen gegenüber dem Bund betont, dass sie eine rasche Projektierung des Durchgangsbahnhofs als unerlässlich erachten (zentralplus berichtete). Damit der Kapazitätsausbau rechtzeitig im Ausbauschritt 2030/2035 fertiggestellt werden könne, fordert etwa der Stadtrat vom Bund die Möglichkeit für eine tragbare Vorfinanzierung mit Umsetzungsgarantie. Dies wurde vom Bundesrat auch so in Aussicht gestellt (zentralplus berichtete).

«Konkret heisst das, dass die Projektierung und Realisierung des Durchgangsbahnhofs Luzern im Bundesbeschluss zum Ausbauschritt 2035 verbindlich verankert und explizit aufgeführt wird. Damit können die Kantone die Planung und den Bau in Eigenregie vorantreiben», schreibt die Stadt Luzern heute in ihrer Stellungnahme.

In der Variante des Bundesrates ist nur die Finanzierung der Projektierungskosten im nächsten Ausbauschritt enthalten. Die Realisierung wäre in einem nächsten Paket, voraussichtlich 2025, vorgesehen. Der Bundesrat hat sich jedoch explizit für den Tiefbahnhof Luzern ausgesprochen und alle anderen Varianten verworfen.

«Werden Luzern und auch Bern aussen vor gelassen, kommt es garantiert zum Referendum – und damit zum ‹worst case›.»

Karin Blättler, Präsidentin Pro Bahn

Zweieinhalb Milliarden mehr für Ausbauschritt 2035

Die Vereinigung Pro Bahn geht nun noch einen Schritt weiter und fordert konkret die Fertigstellung der ersten Etappe bis 2035. «Die bestehende Vorlage ist zu zentralistisch, auf Zürich ausgerichtet und regional unausgewogen», bemängelt Karin Blätter, Präsidentin der Pro Bahn. «Das schlimmste Szenario wäre die Ergreifung des Referendums. Werden Luzern und auch Bern – wie es mit dem bestehenden Plan der Fall ist – aussen vor gelassen, wird es aber todsicher so sein.»

«Bis 2035 können die erste Etappe des Durchgangsbahnhofs, der Lötschberg-Ausbau sowie der Basel- und Jura-Durchstich bewerkstelligt werden.»

Karin Blättler 

Die konkrete Forderung deshalb: Erstens soll der Ausbauschritt (AS) 2035 mit 13 statt elfeinhalb Milliarden finanziert werden. «Wenn der AS 2030 mit sieben Milliarden dotiert ist, sollten dem AS 2035 mindestens 13 Milliarden zur Verfügung stehen», schreibt Pro Bahn Schweiz in der heutigen Medienmitteilung. Die Rechnung: Zwei mal sieben Milliarden – da doppelte Bauzeit – minus der wachsende Aufwand beim Unterhalt und Substanzerhalt. «Auch damit lassen sich nicht alle objektiv berechtigten Bedürfnisse befriedigen, aber mehr als mit elfeinhalb Milliarden.»

«Realisierung der ersten Etappe ist machbar»

Ausserdem soll der Bund bei sämtlichen Projekten nochmals über die Bücher gehen, wie Blättler gegenüber zentralplus angibt: «Fast alle Projekte sind Maximalvarianten, die finanziell abgespeckt werden könnten. Ausserdem müssten diese nicht bis zum Endausbau geplant werden und schon finanziert werden, wie es zum Beispiel beim Durchgangsbahnhof der Fall ist.» Da die Ressourcen schon knapp seien, reiche der Ausbau des simpleren, ersten Teils.

Unter dem See bis nach Ebikon: Die geplante Linienführung im Rahmen des Projekts Durchgangsbahnhof. (Visualierung: zvg)
Unter dem See bis nach Ebikon: Die geplante Linienführung im Rahmen des Projekts Durchgangsbahnhof. (Visualierung: zvg)

Ist man denn sicher, dass dies klappen kann? «Ja. Wenn 13 Milliarden gesprochen und die geplanten Projekte finanziell noch optimiert werden, sollten bis 2035 problemlos die erste Etappe des Durchgangsbahnhofs, der Lötschberg-Ausbau sowie der Basel- und Jura-Durchstich bewerkstelligt werden können», bekräftigt Blättler.

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