Reicht’s heuer oder erst 2019 zum Meistertitel? EVZ-Goalie Tobias Stephan bei einem Einsatz im vergangenen April. (Bild: Pascal Muller)
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Reicht’s heuer oder erst 2019 zum Meistertitel? EVZ-Goalie Tobias Stephan bei einem Einsatz im vergangenen April. (Bild: Pascal Muller)

Das beschäftigt Zug im neuen Jahr

6min Lesezeit

Gibt es kommendes Frühjahr eine Freinacht in Zug, weil der EV Zug nach 20 Jahren wieder die Meisterschaft gewinnt? Wer wird neuer Zuger Stadtpräsident? Und was passiert mit der Kantonalbank? Diese Themen werden 2018 in Zug Diskussionen auslösen.

Markus Mathis

Wie weit kommt die Schweiz an der Fussball-WM in Russland? Und gewinnt Beat Feuz die Olympia-Abfahrt in Südkorea? Dies beschäftigt auch die Zugerinnen und Zuger im kommenden Jahr. Daneben gibt es wie jedes Jahr bewährte regionale Grossereignisse: Chesslete und Fasnacht, Quer durch Zug, Zytturm-Triathlon, Seefest, Waldstock, Zug Sports, Jazz-Night, Rock the Docks, Stierenmarkt, Morgartenschiessen, Baarer Chilbi und Märlisunntig. 

Und daneben? Tun sich folgende Fragen auf, die lokal viel zu reden geben werden.

Wen nimmt das «Füürhorn» diesmal aufs Korn?

Die Fasnachtszeitung der Freiwilligen Feuerwehr ist eine der besten Quellen für Lokalklatsch. Nachdem sich die Leute vom Styger Rettungskorps jahrelang überwiegend an der früheren Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin abgearbeitet haben, nahmen sie 2016 wieder verschiedene Akteure aufs Korn. Eines der Opfer: der populäre Baarer Gemeinderat Paul Langenegger, der mit dem Velo in die Lorze gefallen war. Langenegger tritt aber bald von der politischen Bühne ab. Was nun? Unser Tipp: Das «Füürhorn» nimmt den Zuger Stapi Dolfi Müller und seine Liebe zu Bitcoins ein letztes Mal auf die Schippe. 

Wer wird neuer Stapi?

Nach zwölf Jahren bekommt Zug einen neuen Stadtpräsidenten. Das Erbe von Dolfi Müller (SP) wollen die drei Stadträte Karl Kobelt (FDP), Vroni Straub (CSP) und André Wicki (SVP) antreten. Die drei geben bisher in der geschlossen wirkenden Zuger Stadtregierung ein recht harmonisches Bild ab, werden also ihr Profil noch schärfen müssen, um sich gegeneinander abzugrenzen. Der Wahlkampf verspricht spannend zu werden, weil sie sich gegenseitig Wähler streitig machen müssen.

Der Zuger Stadtrat: V.l. Karl Kobelt (FDP), Vroni Straub (CSP), Stadtpräsident Dolfi Müller (SP), André Wicki (SVP) und Urs Raschle (CVP). Müller will 2018 nach 16 Jahren im Stadtrat aufhören.
Der Zuger Stadtrat: Karl Kobelt (FDP. links) und Vroni Straub (CSP) wollen Stadtpräsident Dolfi Müller (SP) beerben – ebenso wie André Wicki (SVP). Einzig Urs Raschle (CVP) hält sich zurück. (Bild: Zug online)

Wann reicht es dem EV Zug wieder für einen Titel?

Drei Ziele hatte der EV Zug zu Beginn der Saison: in der Champions League, im Schweizer Cup und der nationalen Meisterschaft um den Titel mitzuspielen. Zwei Ziele sind schon verpasst, im Cup und im internationalen Wettbewerb ist man ausgeschieden. In der nationalen Meisterschaft liegt der EVZ auf Platz vier, ist trotz Schwächephasen nicht schlecht unterwegs. Aber ob es gegen das dominante Bern und das erstarkte Lugano reichen wird? Falls nicht, so versprechen vielversprechende Transfers jetzt schon eine tolle Folgesaison.

Ist Ivo Romer schuldig?

Der Politskandal um den früheren Zuger FDP-Stadtrat Ivo Romer, der eine vermögende Witwe ausgeplündert haben soll, gibt nun schon seit einigen Jahren zu reden und hat menschliche Tragödien verursacht. Das Strafgericht hatte ihn wegen Veruntreuung, ungetreuer Geschäftsbesorgung und Urkundenfälschung zu viereinhalb Jahren Freiheitsstrafe verknurrt, Romer hat das Urteil aber weitergezogen, sodass sich nun das Obergericht mit der Sache beschäftigt. Wir vertrauen in die Unabhängigkeit unserer Gerichte und sind gespannt darauf, was das höchste Zuger Gericht im April zum Ganzen sagt. Romer plädiert auf nicht schuldig, es gilt weiter die Unschuldsvermutung.

Der Zuger Super-Sunday

2018 wird nicht nur ein neuer Stapi in Zug gewählt – es stehen im ganzen Kanton Gesamterneuerungswahlen an. Gewählt werden alle Gemeinderegierungen, die Mitglieder des Zuger Stadtparlaments und des Zuger Kantonsparlaments gleichzeitig. Der Zuger Super Sunday ist am ersten Oktober-Wochenende – genauer, am 7. Oktober. Wer mischt mit, wer sahnt ab – man darf gespannt sein. 

Sparen, sparen, sparen

Vieles, was im kommenden Jahr aufs politische Parkett kommt, hat mit Geld zu tun. Im Kantonsrat wird das dritte Sparprogramm beraten, mit dem der Kanton Zug sein strukturelles Defizit beseitigen will. Das erste war bekanntlich an der Urne gescheitert, ein zweites brachte Finanzdirektor Tännler (SVP) durch, beim dritten – Finanzen 2019 – wird’s wieder schwierig, weil es Steuererhöhungen vorsieht. 

Ein heisses Eisen, das noch kaum im Bewusstsein der Leute angelangt ist, findet sich im Gesetz über die Zuger Kantonalbank. Das ist zurzeit noch in der Vernehmlassung. Der Entwurf sieht vor, dass der Kanton Zug die Aktienmehrheit bei seiner Staatsbank aufgeben soll – eine Staatsgarantie soll aber weiterhin geleistet werden. Der Kanton soll also im Notfall haften, aber nicht mehr das Sagen haben. Ob das gut geht? Affaire à suivre.

Am wichtigsten ist das Wetter

Überhaupt: Wegen des anstehenden Kommunal- und Kantonal-Wahlkampfs werden wir 2018 viel über lokale Politik hören. Über Sinn oder Unsinn von Enteignungen, weil das Zuger Strandbad bald um die zu enteignende Oesch-Wiese erweitert werden könnte. Über alle möglichen Megaüberbauungen im Kanton Zug, von der Suurstoffi in Risch über die Neugestaltung des V-Zug-Areals bis zur Erweiterung des Zuger Hertizentrums.

Viel zu reden gibt sicher das Thema Verkehr – auch wenn 2018 die Staus  nicht verschwinden werden. Und natürlich besonders wichtig für hochnebelgeplagte Alpenrandbewohner: das Wetter. 

Ein beliebter Publikumsmagnet: Die Sonnenuntergänge am Zugersee.
Wir wünschen viele schöne Sonnenuntergänge am Zugersee. (Bild: lob)

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