Geben der Konstruktion den nötigen Halt: die Ausbuchtungen des Gerüstes an der Peterskapelle. (Bild: bic)
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Geben der Konstruktion den nötigen Halt: die Ausbuchtungen des Gerüstes an der Peterskapelle. (Bild: bic)

Bis zur Fasnacht muss das Luzerner Monstergerüst weg

3min Lesezeit

Es prägt seit einigen Wochen das Bild der Luzerner Altstadt: das Monstergerüst an der Peterskapelle auf dem Kapellplatz. Dass es gerade im Herbst installiert wurde, hat einen speziellen Grund.

Mehrere Meter ragt das riesige Stahlgerüst seitlich der Peterskapelle über den Kapell- und den Rosengartplatz. Schon von weitem sieht man: Die Kirche wird momentan renoviert (zentralplus berichtete). Auf dem Gewirr aus Eisenstangen stehen aber keine Handwerker und entsprechende Plattformen fehlen gänzlich.

Weshalb hängt also ein solch enormes Gerüst an der Kirche? Dies hat laut Alphons Arnet, Leiter Verkehrs- und Signalisationstechnik bei der Stadt Luzern, rein statische Gründe. Die Peterskapelle bekommt unter anderem ein komplett neues Dach.

Deshalb ist momentan ein Notdach auf dem Gerüst installiert. Damit dieses stabil ist, müsse dessen Gewicht gleichmässig verteilt werden, so Arnet. Die ist nur durch die aufwendige Konstruktion möglich.

An der Fasnacht nicht erwünscht

Die Bauherrschaft muss mit der Arbeit vorwärtsmachen. Denn in ziemlich genau zwei Monaten beginnt in Luzern die Fasnacht. «Die Arbeiten am Dach müssen bis dann abgeschlossen und das grosse Gerüst entfernt sein», sagt Alphons Arnet.

Diese Bedingung wurde der Bauherrschaft von der Stadt auferlegt. Damit man zeitig fertig wird, haben die ersten Arbeiten im September begonnen. Ganz entfernt werden die Gerüste bis zur Fasnacht allerdings nicht. Seitlich werden auch während der «rüüdigen Tage» Gerüste stehen, so Alphons Arnet. Dies allerdings in einem Ausmass, das man sich von Fassadenrenovierungen gewohnt ist.

An der Fasnacht wohl auch zu gefährlich. Das Gerüst ragt weit über den Rosengartplatz.
An der Fasnacht wohl auch zu gefährlich. Das Gerüst ragt weit über den Rosengartplatz. (Bild: bic)

Der Kapellplatz ist an der Fasnacht ein Hotspot. Am Schmutzigen Donnerstag und Güdismontag finden hier die Fritschi- und die Weytagwache mit tausenden von Leuten statt.

Weiter führt der Umzug am Montag rund um den Fritschibrunnen auf dem Kapellplatz. Die Fasnachtsgruppen haben jeweils grosse und hohe Fahrzeuge dabei. Die grosse Ausbuchtung des Gerüstes würde den Montagsumzug somit massiv behindern oder gar verunmöglichen. Zudem parkieren einige Fasnachtsgruppen ihre zum Teil hohen und grossen Fahrzeuge jeweils entlang der Fassade der Kapelle.

Ist ab dem Schmutzigen Donnerstag für die hohen Fahrzeuge der Fasnachtsgruppen reserviert: der Platz vor der Fassade der Peterskapelle.
Ist ab dem Schmutzigen Donnerstag für die hohen Fahrzeuge der Fasnachtsgruppen reserviert: der Platz vor der Fassade der Peterskapelle. (Bild: bic)

Die Peterskapelle ist eine der ältesten Kirchen der Stadt Luzern und wurde 1178 das erste Mal schriftlich erwähnt. Damit fällt der Bau in die Gründungszeit der Stadt Luzern. Die Kirche wird nun während zwei Jahren für 4,5 Millionen Franken saniert – Dach, Fassade und Innenraum werden erneuert. Letztmals wurde die Kirche 1965 saniert.

Finanziert wird der Umbau hauptsächlich von der katholischen Kirchgemeinde Luzern, auch die kantonale Denkmalpflege beteiligt sich an den Kosten. Die Arbeiten sollen bis November 2018 abgeschlossen sein.

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