Die Gewinnerin des «Award for Best Teaching», Prof. Dr. Regina Aebi-Müller, mit Aline Studer (Jury) und Unirektor Bruno Staffelbach.
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Die Gewinnerin des «Award for Best Teaching», Prof. Dr. Regina Aebi-Müller, mit Aline Studer (Jury) und Unirektor Bruno Staffelbach.

Was eine Lehrerin zur besten Dozentin macht

4min Lesezeit

Kein Frontalunterricht, sich belehren lassen, den Studenten auf Augenhöhe begegnen: Diese Attribute führen zur Wahl zur besten Dozentin. Die Berner Rechtsprofessorin Regina Aebi-Müller wurde am Donnerstag von den Studierenden der Universität Luzern ausgezeichnet. 

Regina Aebi-Müller heisst die diesjährige Gewinnerin des «Credit Suisse Best Teacher Award», der gestern im Rahmen des «Dies Academicus» der Universität Luzern im KKL verliehen wurde. Die Ausgezeichnete lehrt seit 2005 als ordentliche Professorin für Privatrecht und Privatrechts­vergleichung an der kleinsten Uni der Schweiz.

Studierende küren den Gewinner

Am so genannten «Dies Academicus», dem jährlichen Austausch zwischen Universität, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, werden jeweils auch Preise für herausragende akademische Leistungen vergeben. Einer davon ist der «Award for Best Teaching».

Dafür wählen die Studentinnen und Studenten der Uni jedes Jahr den besten Dozenten. Dazu können alle Studierenden an einer Online-Befragung teilnehmen und ihre Vorschläge einbringen. Sie schlagen dafür je einen Vertreter der vier Fakultäten für Rechtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie für Theologie vor.

Besuch einer Vorlesung

Bestimmt wird der Sieger anschliessend von einem achtköpfigen studentischen Gremium, das sich aus je zwei Vertretern pro Fakultät zusammensetzt. Der Preis ist mit 10'000 Franken dotiert (siehe Box).

Ziel des Preises

Der mit 10'000 Franken dotierte Preis wird laut der Stiftung für die besondere, innovative und kreative Art sowie für speziellen Einsatz bei der Wissensvermittlung verliehen. Der Award hat zum Ziel, die Qualität der Hochschullehre zu fördern und den Wissens- und Forschungsplatz Schweiz zu stärken. Der Preis wird jedes Jahr an allen Universitäten und Fachhochschulen in der Schweiz anlässlich des «Dies Academicus» vergeben.

Das Gremium besucht dazu je eine Vorlesung bei jedem der Nominierten, stellt Stärken und Schwächen fest und kürt danach den Gewinner.

«Dieses Jahr waren wir uns sehr schnell einig», sagt Aline Studer, die der Gewinnerin am Donnerstag stellvertretend für das Wahlgremium den Preis überreichte. «Nach nicht mal zwanzig Minuten stand der Entscheid fest», sagt sie. Aline Studer studiert momentan Politikwissenschaft im Bachelor.

Packende Vorlesungen

«Aebi-Müller schafft es, die Studierenden mit Hilfe vieler aktueller Beispiele und mit grossem Praxisbezug packend in die vermittelte Materie einzuführen», erklärt Aline Studer die Wahl. «Auch mich als fachfremde Studentin hat das von Regina Aebi-Müller vorgetragene Thema und ihre Art zu dozieren sofort fasziniert und mitgerissen», sagt sie.

«Ich habe mir sogar einen Moment ernsthaft überlegt, den Studiengang zu wechseln.»

Aline Studer, Vertreterin des studentischen Wahlgremiums

Was sie als besonders überzeugend empfunden habe, sei die Art und Weise, wie die Gewinnerin des Awards die Studierenden in die Vorlesung miteinbeziehe, sagt Aline Studer. «Es handelt sich dabei nicht nur um Frontalunterricht, sondern die Studierenden müssen sich aktiv an der Lösung der behandelten Rechtsfälle beteiligen», schwärmt sie. Dadurch bekomme man ein gutes Gefühl für den vermittelten Stoff.

Man könne mit der Dozentin auf Augenhöhe diskutieren und fühle sich ernstgenommen, führt Aline Studer weiter aus. Dies habe ihr Interesse an der Materie als fachfremde Studentin umgehend geweckt. «Ich habe mir sogar einen Moment ernsthaft überlegt, den Studiengang zu wechseln», fügt sie schmunzelnd hinzu.

Dozieren als Leidenschaft

Dass es genau sie treffen würde, war für Regina Aebi-Müller doch eine kleine Überraschung, sagt die strahlende Gewinnerin. Denn es gebe innerhalb der Uni eine grosse Konkurrenz an hervorragenden Dozenten. «Umso mehr freue ich mich, dass nun gerade ich ausgewählt wurde», sagt sie.

«Die Studierenden bringen mich auf neue Ideen und korrigieren mich auch. Das ist sehr wertvoll.»

Regina Aebi-Müller, Gewinnerin des Awards

Ihre Auszeichnung erklärt sich die verheiratete Mutter von zwei Kindern durch ihre Leidenschaft für das Dozieren. «Ich verspüre grosse Freude an der Lehre und den Studenten», sagt Regina Aebi-Müller. Denn der Austausch mit ihnen sei insbesondere auch für ihre tägliche Arbeit in der Forschung enorm wichtig, erklärt sie.

«Die Studenten bringen mich immer wieder auf neue Ideen», sagt die Professorin. Auch werde man hie und da von Studenten korrigiert. Dies inspiriere folglich ihre Forschung, was sehr wertvoll sei, wie Aebi-Müller sagt.

«Der Preis gibt mir zusätzliche Motivation für die Zukunft und ich freue mich auf neue Herausforderungen», sagt die Professorin, die mit ihrer Familie und etlichen Haustieren in Niederwangen bei Bern lebt. Die Studierenden wird es freuen.

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