Die Haltestelle Zug in einem Zug: Ein beliebtes Sujet, um mässig lustige Sprüche zu klopfen. (Bild: lob)
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Die Haltestelle Zug in einem Zug: Ein beliebtes Sujet, um mässig lustige Sprüche zu klopfen. (Bild: lob)

Diese Witze können Zuger nicht mehr hören

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Flache Witze oder Bemerkungen über Ortschaften – in Zug bekommt man die meistens beim Pendeln mit. Warum, fragen Sie noch? Weil der Ort Zug heisst. Wie das Gefährt. Und es darum mega witzig ist. Hahaha. Trotzdem haben wir sie gesammelt: Die nervigsten Aussagen und Witze über Zug.

«Wir begrüssen Sie im Interregio nach Zürich Hauptbahnhof … nächster Halt: Zug.» Die Durchsage ist beliebig austauschbar – wichtig ist nur die Haltestelle «Zug», die so manche Passagiere dazu bewegt, zu vermeintlich komödiantischen Höchstleistungen aufzulaufen.

Die Zug-Jokes

Die SBB-Bandansage kündigt also den nächsten Halt an. Oder Passanten werden bei den Leuchtanzeigen darauf aufmerksam. Beobachten kann man verschiedene Arten der Zug-Witze-Reisser:

Die «Professoren», häufig auch getarnt als pensionierte Wanderer – bei denen sich das in etwa so anhört:

«Nächster Halt Zug. Müsste es nicht heissen, nächster Halt DES Zuges? Und wo hält er denn?»

Meist gefolgt von einem triumphierenden Blick in die Runde, um zu prüfen, ob es die Kollegen im Abteil oder auch die anderen Mitfahrer ebenso erhellend fanden. Und um es im Notfall lauthals wiederholen zu können.

(Bild: imgflip / lob)

Die nächste Kategorie: Die lieben Besucher. Die versprochen haben, Sie zu besuchen, und nun via ÖV in die Kolinstadt reisen. Meistens ruft der liebe Besuch auch kurz an, um mitzuteilen, wann er denn eintreffe. Und gibt nicht selten Folgendes von sich:

«Hoi du, ich chume de inere Stund bi dier ah. Bin jetzt grad in Zug nach Zug gstige! (Pause) Hihihi!»

Hach. Natürlich würdigen wir anfangs den Versuch von Freunden und Familie, uns damit zum Lachen zu bringen. Bald aber nicht mehr. Nach gefühlten 327-mal schon gar nicht. Also beschränken wir uns aufs Schweigen. Oder ein ironisches «Boah, den habe ich ja noch nie gehört!»

Dann gibt es die übrigen Witzbolde, zusammengesetzt aus allen möglichen Reisenden und Pendlern. Wo zum Beispiel der eine zum anderen sagt:

«Hehe, jetzt simmer de gli z Zug, de chunsch au du mal zum Zug.»

Eine Meinung zum Kantonsnamen haben auch die beiden Satiriker «Giacobbo/Müller»: «Zug hiess früher Eisenbahn», meinten sie im letzten Jahr. Wieso der Name gekürzt wurde? Um Schreibfehler zu vermeiden, wie sie bei der Abstimmung im letzten November passierten (zentralplus berichtete).

Die Sendung im Video – um die Neubenennung von Zug geht's zirka ab Minute 03:20.

Besserwisser-Einschub: Falls jetzt Zweifel bestehen sollten – natürlich kam der Name Zug vor der Erfindung des Namensvetters im Transportbereich. Das Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen schafft hier Klarheit: «Der Name Zug geht auf das althochdeutsche Gattungswort zug (Fischzug, Fischenze) zurück, das ein Verbalabstrakt von althochdeutsch ziuhan bzw. neuhochdeutsch ziehen ist.»

Und weiter: «Mit Zug war ursprünglich ein bestimmtes ufernahes Gebiet im See und das Recht auf Fischfang in diesem Seeteil gemeint; später wurde es auf die dort liegende Siedlung übertragen.» Falls Sie sich das nächste Mal über die Zugwitze nerven, können Sie den Komödianten jetzt mit etwas Klugscheissen den Spass verderben.

Die Gemeindenamen-Witze

Im englischen Sprachraum nennt man nicht sehr originelle Witze, erzählt von Herren mittleren Alters, auch «dad jokes». Nicht sehr weit hergeholt, wie ein Gespräch zeigt, welches die Autorin des Textes letztens in einem Café mitgehört hat. Da sass ein besagter Vater mit seinem Sohn zusammen.

Überzeugt, ihn mit seinen Retro-Witzen zum Lachen zu bringen. Im Spiel: Die Getränkerechnung des Nachmittags. Zugegeben, nicht alle waren nur platt. Und unter den Sprüchen versteckte sich auch folgender Zuger Witz:

(Bild: imgflip / lob)
 

Wer die Getränke schlussendlich bezahlt hat, ist nicht bekannt. Beim Verlassen des Cafés ging es jedenfalls noch darum, ob schmunzeln und prusten nun zählen oder nicht. Wo wir gerade bei Getränken und Baar sind – hier kommt noch so ein Brüller zu diesem Thema:

«Wo wird im Kanton Zug am meisten Alkohol getrunken? In Baar.»

Baar ist aber offenbar nicht die einzige Gemeinde, mit deren Namen sich Wortspiele machen lassen. Letztens haben wir auch diesen Brüller aufgeschnappt:

(Bild: imgflip / lob)

Mit Zug und Züger ist der Klassiker in etwas abgewandelter Form sogar auch noch enthalten. Hihihi. Die Autorin des Textes ist in Steinhausen aufgewachsen – wo sich die Kreativität der Sprücheklopfer meistens auf Aussagen in Richtung «Steihuuse» im Reim mit «Pfuuse» beschränkte. Da wirkt dieser hier schon fast kreativ:

«Alle Zuger bauen mit Zement … Nur hier muss man noch in Stein hausen.»

Der «Zug ist so reich»-Witz

Ihnen fehlen bei all den Wortwitzen die Anspielungen aufs Geld? Wir dienen Ihnen gerne damit:

Ein Mann will in einer Bank in Zug Geld anlegen. «Wie viel wollen Sie denn einzahlen?», fragt der Kassier. Flüstert der Mann: «Drei Millionen.» «Sie können ruhig lauter sprechen», sagt der Bankangestellte, «auch hier in Zug ist Armut keine Schande.»

Und natürlich können Sie es kaum erwarten, bis Sie das nächste Mal gefragt werden, an wie viele Leute Sie Ihren Briefkasten schon vermietet haben.

Gehen Ihnen noch andere Sprüche so richtig auf die Nerven? Wir sind auf Ihre Kommentare gespannt.

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