Diese weissen Stiere am Hafenweg in Zug darf man selbst verzieren. Sie warten auf kreative heimische Künstler. (Bild: zVg)
Gesellschaft GLOSSE EVZ

Diese weissen Stiere am Hafenweg in Zug darf man selbst verzieren. Sie warten auf kreative heimische Künstler. (Bild: zVg)

Zum Hockey-Jubiläum gibt's die Stierenplage

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Laut den Chinesen ist 2017 das Jahr des Feuer-Hahns. Nicht so in Zug: Mehr denn je ist dies das Jahr des Stieres. Als Kreisel, Gemeinde-Geschenke oder Kunst – sie sind allgegenwärtig. Das ist für den EVZ nicht ganz ungefährlich. Eine Glosse.

Munis, wohin man schaut: Klar sind die Stiere in der DNA von Zug – so stark präsent wie in diesem Jahr waren sie aber selten. Seit 2010 schmückt der Stier auch das Logo des EVZ, seitdem gehört er fest zum Image des Klubs. Der Eissportverein aus der Kolinstadt feiert 2017 das 50-jährige Bestehen. Auch mit Stieren en masse. Zu vielen. Viel zu vielen.

Muni on the road

Seit diesem Frühling bewachen zwei Stiere den Kreisel vor der Bossard-Arena (zentralplus berichtete) – ein Geschenk des EVZ an die Stadt zum Jubiläum. Der eine oder andere Autofahrer wird beim Anblick der geballten Power schon mal kurz auf die Bremse treten, statt den anderen Verkehrsteilnehmern die Vorfahrt zu klauen. Die Munis als Verkehrserziehungs-Massnahme, so quasi. Und wer im September in Richtung Stierenmarkt-Areal unterwegs ist, dem hüpft beim Anblick der Prachtskerle schon vor der Ankunft das Herz vor Freude.

Bullen für Training in der Bullenhitze

Von Mai bis Juli brachten die EVZ-Cracks Bewegung in die Zuger Gemeinden. Die Trainings-Sessions im Programm «Fit4Zug» dürften die Zuger mächtig ins Schwitzen gebracht haben. Dafür verantwortlich waren nicht nur das vermutlich anstrengende Fitnessprogramm der Profis, sondern vor allem auch die Temperaturen.

Übergabe des Jungstiers für das «Fit4Zug» an Paul Langenegger und Andreas Hotz in Baar.
Übergabe des Jungstiers für das «Fit4Zug» an Paul Langenegger und Andreas Hotz in Baar. (Bild: zvg/Fabrizio Vignali)

Viele machten dennoch mit. Als Ansporn im Gepäck hatten die Spieler für jede Gemeinde – sie ahnen es – einen Jungstier. Schock: Gerade die Stadtzuger liess das offenbar kalt. Gemessen an der Einwohnerzahl brachten sie am wenigsten Teilnehmer zusammen und wurden abgeschlagen Letzte. Ziemlich lasch, finden wir – für den letzten Platz sollte es maximal ein Kälbchen geben.

Kein Entkommen

In den letzten Tagen könnte man meinen, die geschenkten Jungstiere hätten sich im Kanton in Windeseile vermehrt – aus den elf Tierchen ist eine ganze Horde geworden. Egal ob vor der Haustüre, beim Einkaufen oder beim Spaziergang am See: Die Kunst-Stiere sind da (zentralplus berichtete). Unter den Hauptsponsoren der Aktion: Erneut der EVZ.

150 an der Zahl. Überall. Farbig, aus Stahl, aus Plastik zum selber Bemalen (siehe Titelbild). Und da sie nicht wie in Spanien durch die Strassen gehetzt werden, bleiben sie das auch. Zumindest bis zum 6. September: Dann wandert die «Stierenparade» an einen Ort, an den sie auch gehören: Zum Stierenmarkt.

Der Herti Bull ist eines von 60 Exemplaren.
Der Herti Bull ist eines von 60 Exemplaren. (Bild: zVg)

Vorsicht vor den roten Bullen

Von den ganzen Stieren hat man nicht nur schnell zu viel, sie könnten unliebsame Artgenossen anziehen. Rote Bullen, mit viel Geld, die gerne Klubs sponsern. Aber auch – ganz wie wilde Munis – über Fankultur und Vereinsfarben trampeln, wie das im Fussball schon passiert ist. Das wollen wir doch nicht. Also wünschen wir uns Jubiläumsgeschenke in Form von Pucks, Hockeyschlägern oder Goaliemasken. Damit sich nicht plötzlich rote Bullen auf die EVZ-Trikots verirren.

Wohin die Exemplare aus der Stierenparade nach dem Stierenmarkt umziehen, ist noch nicht bekannt. Um das Jahreszeiten-Bingo vollzumachen, bräuchte es eigentlich auch noch Weihnachtsstiere. In roten Jäckchen und Zipfelmützen. Oder – wieso auch nicht – als Ersatz für Rudolf und Konsorten. Der Nikolaus und seine Zuger Stierli. Bitte nicht, es reicht doch langsam. Stier-Overload.

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