Suva-Agenturleiter Remo Molinaro mit seiner erfolgreichsten Lehrabsolventin, Nadine Krauer, vor dem Suva-Gebäude. (Bild: zvg)
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Suva-Agenturleiter Remo Molinaro mit seiner erfolgreichsten Lehrabsolventin, Nadine Krauer, vor dem Suva-Gebäude. (Bild: zvg)

Note 6 und der Chef bläst zum Fahnenmarsch

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Viele junge Menschen haben in diesen Wochen in Luzern ihre Lehre erfolgreich abgeschlossen. Eine von ihnen ist Nadine Krauer, die das KV bei der Suva absolvierte und Bestnoten erzielte. Obwohl ihr Arbeitgeber für diese Leistung eher hinderlich war.

Werden am runden Suva-Gebäude mit der Glasfassade am Löwenplatz 1 die Fahnen gehisst, hat das zu bedeuten: Entweder es ist Feiertag oder der Suva-Rat tagt. Doch diese Woche ist der Grund ein noch viel erfreulicherer: «Unsere Lehrtochter Nadine Krauer hat ihre Lehrabschlussprüfung mit einer grossartigen Note abgeschlossen», sagt Remo Molinaro, Agenturleiter der Suva Zentralschweiz.

«Vor fünf Jahren habe ich diese Fahnentradition eingeführt», erklärt Molinaro am Telefon. Bei seinen Ausführungen schwingt stets eine grosse Portion Stolz mit. «Wenn jemand bei der LAP auf dem Podest landet oder für eine Abschlussarbeit eine Auszeichnung erhält, wollen wir das honorieren.» Und Molinaro sagt: «Ich freue mich auch persönlich sehr über die Erfolge der jungen Menschen.»

Berufsbildner hatten gutes Gespür

«Betriebskunde ist im KV für die Lehrbetriebe die wichtigste Note», sagt Molinaro. «Frau Krauer hatte in der mündlichen Prüfung eine glatte sechs», kommentiert er trocken. «Und auch sonst hat sie sehr gute Noten erreicht.» Er attestiert den Berufsbildern eine gute Nase, welche das Potenzial von Frau Krauer erkannt hätten. «Sie ist eine zurückhaltende junge Frau, die ihre Arbeit ruhig und pflichtbewusst erledigt.»

Die Suva am Löwenplatz 1 hat die Fahnen gehisst.
Die Suva am Löwenplatz 1 hat die Fahnen gehisst. (Bild: zvg)

Krauer bleibt der Firma ein Jahr erhalten

«Mega» freue sie sich, sagt die Erfolgreiche selbst. «Ich hatte zwar ein gutes Gefühl nach der Prüfung, aber dass ich so gut bin, hat mich selbst überrascht», so die in der Stadt wohnhafte Nadine Krauer. Praktisch alle seien vorbeigekommen und hätten ihr persönlich gratuliert – die Aktion ihres Chefs hat also gefruchtet. Etwas Balsam dafür, dass sie für die Prüfungsvorbereitung zwei Wochen Urlaub geopfert hat.

Nach der Lehre bleibt sie mindestens ein weiteres Jahr bei der Suva. «Mir gefällt mein Job. Er ist spannend und abwechslungsreich», sagt Krauer. Insbesondere bei Unfällen sei jeder Fall wieder anders. Zudem werde man als Lernende gut behandelt.

Erfolg trotz Nachteilen in der Ausbildung

Im Hinblick auf die Lehrabschlussprüfung kann die grosse Affinität zu Unfällen jedoch ein Nachteil sein. Agenturleiter Molinaro sagt: «Die Suva ist ein Nischenplayer. Wir sind auf Personenschäden spezialisiert.» Wer die Lehre bei einer Privatversicherung mache, kenne sich in einem breiteren Feld aus.

Mit der «kostenlosen» Fahnenaktion wolle er die jungen Leute zu guten Leistungen anspornen. «Es kann schon sein, dass wir jemanden im Geschäft sehr positiv wahrnehmen, die schulischen Leistungen jedoch zu wünschen übrig lassen», erklärt Molinaro. Insgesamt befinden sich in seiner Agentur 15 bis 20 Angestellte in der Ausbildung. Etwa jedes zweite Jahr dürfe er die Fahnen rausholen, lacht er.

Das gesamte erfogreiche Team. Von links: Agenturleiter Remo Molinaro, Berufsbildnerin Charlotte Burkhardt, indirekter Vorgesetzter Stefan Bucher, Nadine Krauer und Teamleiter Alain Zimmermann.
Das gesamte erfogreiche Team. Von links: Agenturleiter Remo Molinaro, Berufsbildnerin Charlotte Burkhardt, indirekter Vorgesetzter Stefan Bucher, Nadine Krauer und Teamleiter Alain Zimmermann. (Bild: zvg)

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