Auf Facebook präsentiert der junge Mann immer noch seinen Stolz: einen weissen Golf GTI, mit dem auch die Tat begangen wurde, der aber nicht einmal auf ihn zugelassen ist. (Bild: Facebook)
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Auf Facebook präsentiert der junge Mann immer noch seinen Stolz: einen weissen Golf GTI, mit dem auch die Tat begangen wurde, der aber nicht einmal auf ihn zugelassen ist. (Bild: Facebook)

Mit 250 km/h: vom Autorennen in die Untersuchungshaft

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Am Freitagabend mit 98 km/h durchs Luzerner Stadtzentrum oder mit 250 km/h über die Schweizer Autobahnen: Ein in Kriens wohnhafter Portugiese musste sich für seine zahlreichen Raserfahrten vor dem Luzerner Kriminalgericht verantworten. Besonders ungeschickt: Die Beweise für seine Taten wurden auf dem Handy gefunden. Aber nicht nur Raservideos.

Was bringt einen jungen Mann dazu, ein so gravierendes Risiko einzugehen und das auch noch zu filmen und per Nachricht an Freunde zu verbreiten? Der 22-jährige Portugiese, der vor Kurzem verurteilt wurde, ist da wohl im Benzinrausch des Autosalons in Genf und beim Wunsch nach Aufmerksamkeit in ein besonders grosses Fettnäpfchen getreten. Besonders dämlich: Gleich mehrere seiner Taten waren von Mitrasern gefilmt worden. Die Aufzeichnungen fanden sich auf seinem Handy, zusammen mit Pornovideos, die Handlungen mit Tieren zeigen.

Die Polizei musste so bei der Hausdurchsuchung nicht lange suchen. Auch durch Nachrichten an seine Freunde verriet sich der junge Lenker, der sich auf der Rückfahrt vom Autosalon Genf Anfang März mehrere Rennen auf der Autobahn und im Luzerner Stadtzentrum geliefert hatte.

Mitten im Zentrum

Die rasante Fahrt fand an einem Freitagabend auf einer der Hauptverkehrsachsen Luzerns statt. Vom Schweizerhofquai beschleunigte der Verurteilte zusammen im Rennen mit einem BMW-Lenker Richtung Bahnhof Luzern auf 98  km/h, laut dem Tacho des jungen Lenkers aus Kriens. Also an einem Ausgangstag, an dem viele  Fussgänger und alkoholisierte Partygänger auf den Strassen herumliefen oder -torkelten. Es hatte Gegenverkehr und Fahrradspuren, mehrere Lichtsignale sowie Einfahrten und Fussgängerstreifen waren bei der herrschenden Dunkelheit wohl kaum zu erkennen.

Innerorts in Luzern raste der Verurteilte mit über 40 km/h zu viel, auf der A14, Höhe Inwil Richtung Luzern, brachte der Junglenker es sogar auf 79 km/h zu viel. Bis zum Abriegeln des Motors (250 km/h) schaffte es der zügellose Täter am darauf folgenden Tag bei der Rückreise vom Genfer Automobilsalon: 130 km/h zu viel. Beweis genug: die diversen Kurzmitteilungen, die er danach an seine Freunde verschickte.

Trotz Dunkelheit konnte aber ein Kollege des jungen Lenkers in aller Ruhe den Tathergang filmen. Mit seinem Handy. Dabei wurden noch weitere Fahrzeuge gefilmt, deren Lenker in der Zwischenzeit ebenfalls verurteilt wurden.

Gerade noch auf Bewährung

Das Urteil im besagten Fall wurde in einem abgekürzten Verfahren abgehandelt. Der in Kriens wohnhafte Automobil-Fachmann hatte Glück im Unglück. Er darf die Strafe für die mehrfache qualifizierte Verletzung der Verkehrsregeln bedingt über sich ergehen lassen. Ansonsten sieht das Gericht Arbeits- und Lebenslage des verurteilten Portugiesen als gefestigt an. Damit lässt das Gericht den jungen Portugiesen mit zwei Jahren Freiheitsentzug und den Kosten von Verfahren und Busse von über 11’000 Franken davonkommen. Seinen geliebten Golf GTI wird er jedoch die nächsten vier Jahre nur auf Probe im Ausgang und auf den Strassen präsentieren dürfen.

Bei seiner nächsten Fahrt wird der 22-Jährige vermutlich genauer hinschauen, wer ihn mit einer Kamera filmt. Und auch seine Kollegen werden auf die (für den Lenker) teure filmische Unterhaltung per Smartphone à la «2 Fast 2 Furious» wohl oder übel verzichten müssen. Denn Intelligenz geht vor Selbstdarstellung, ausser man möchte sein eigenes oder das Leben anderer riskieren. Die nächste Rennstrecke wäre auch in diesem Fall nicht weit.

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