Düstere Blicke. Oder waren die Scheinwerfer einfach zu hell? (Bild: slam)
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Düstere Blicke. Oder waren die Scheinwerfer einfach zu hell? (Bild: slam)

«Böser» Stier dreht am Muni-Casting fast durch

4min Lesezeit

Vielleicht werde der Sieger mal einer der «ganz Bösen in der Schweiz», so der Moderator des Muni-Castings. Dieses ging am Mittwochabend auf dem Stierenmarkt über die Bühne. Ein klarer Sieg für «Rubel», den grossen, braunen Rebellen, der fast den Zuger Finanzminister umgerannt hätte.

Statt wie in der Stadt fühlt man sich hier wie auf dem Land. Der erste junge Stier begrüsste das Publikum gleich einmal mit einem «Angstbisi» mitten auf der Bühne. Sichtlich nervös waren auch seine Casting-Mitstreiter Arno und Rubel, von denen Letzterer fast den OK-Präsidenten umgerannt hätte. Hätte nicht der Bauer ihn an den Hörnern gepackt und zurechtgewiesen. Vom Stier überrascht musste der Landammann nach hinten ausweichen, um nicht gerammt zu werden. Ganz schön wild, so ein Muni-Casting.

Die besten Noten der Jury bekam «Rubel», der Stier von Bauer Otto Nussbaumer aus Unterägeri. Ein richtiges Zuchttier sei er, so der Bauer. «Das wollen wir hören», erwiderte der Moderator, und meinte, vielleicht werde Rubel ja «mal einer der ganz Bösen in der Schweiz». Die Jury setzte sich zusammen aus Mitgliedern des Braunviehzuchtverbandes, des OKs, aber auch aus Schwingern und Munisponsoren. Jeder mit einem anderen Muni-Geschmack.

Über eines waren sich jedoch alle einig: Ein brauner Typ mit Hörnern muss er sein, der Siegermuni, und das Herz am richtigen Fleck haben. Also vorne in einer breiten Brustpartie. Auch wenn das Publikum nicht mitwählen konnte, zwei glückliche Gewinner unter ihnen tippten auf den richtigen Stier und gewannen die zwei allerersten Tickets überhaupt für das Schwing- und Älplerfest 2019 in Zug.

Bereit für den grossen Auftritt in Zug: Arno (Bild: slam)

Klarer Herzensfavorit des Publikums war jedoch «Arno», fast noch ein Kalb mit seinen unschuldigen Kulleraugen und süss wie die Milch, die seine Kühe im Stall einmal geben werden. Er erreichte immerhin Platz 2. In drei Jahren wird aber nur einer der jungen Stiere am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESAF) als lebender Hauptpreis an den Schwingerkönig übergeben werden: Rubel. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser einen genug grossen Vorhof für ihn bereithalten wird. Bis dahin könnten die Stiere nämlich gut und gerne eine Tonne Lebendgewicht auf die Wage bringen.

<p>Viele schöne Munis lockten den Komplimenten der Jury.</p> <p> </p> (Bild: slam)

«Estavayer ist passé. Zug ist die Zukunft»

«Estavayer ist passé. Zug ist die Zukunft», spornte OK-Präsident und Landammann Heinz Tännler die Gäste noch zum Mitklatschen an. Der Regierungsrat schwingte beherzt seine Einführungsrede zum Casting vor rund 500 fröhlich beisammensitzenden Besuchern im Festzelt des Stierenmarktes. Wir mischten uns kurz unter die Besucher.

Beim Muni-Casting konnte man auch mittippen.
Beim Muni-Casting konnte man auch mittippen. (Bild: slam)

Einige Stimmen aus dem Publikum: «Die Muni-Show war ein grösserer Spass als ‹Germany’s next Topmodel›», ist Besucher Heinz aus Menzingen überzeugt. Es sei einfach lustiger und passe auch zum Schwingfest. Es habe gute Vibes. Ein weiterer junger Besucher aus Steinhausen gibt sogar zu: «Ich war sogar schon mal an einer Fohlenschau. Ich hab’ eigentlich schon alles Mögliche gesehen.» Über diese Aussage muss er selbst und sein Kollege lachen. Er findet aber trotzdem, das Interesse sei da. Aber es sei eher ein gesellschaftlicher Event. Dass ein Casting stattfinden sollte, wissen viele nur vom Lesen der Getränkekarte, wo die Stimmzettel für den schönsten Muni Zugs beilagen.

Gebannt fieberten die Besucher beim ersten Zuger «Muni-Casting» in dieser Form mit. (Bild: slam)

 

 

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