Das Kaufmännische Bildungszentrum Zug freut sich über den Schweizer Schulpreis 2015. (Bild: zvg)
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Das Kaufmännische Bildungszentrum Zug freut sich über den Schweizer Schulpreis 2015. (Bild: zvg)

Wertschätzung statt Lehrerschelte

3min Lesezeit

Das Kaufmännische Bildungszentrum Zug (KBZ) und die Primarschule Fluhmühle Luzern haben es geschafft. Gemeinsam mit vier weiteren Schulen gewinnen Sie den Schweizer Schulpreis 2015. Bei den Gewinnern ist man überglücklich, obwohl der Preis nicht nur Freunde hat.

Unter den sechs Preisträgern des mit 120′000 Franken dotierten Preises sind zwei Zentralschweizer Schulen: das Kaufmännische Bildungszentrum Zug (KBZ) und die Primarschule Fluhmühle Luzern. Zu den Bewertungskriterien gehören die erzielte Leistung, der Umgang mit Vielfalt, die Unterrichtsqualität und das Schulklima. Anlässlich der Preisverleihung diesen Mittwoch konnten die beiden Schulen den Schweizer Schulpreis 2015 entgegennehmen.

Die Reaktionen der Gewinner

«Forum Bildung» vergibt Schulpreis

Mit dem Schweizer Schulpreis will «Forum Bildung» herausragende Leistungen im Schweizer Bildungswesen auszeichnen und diese öffentlich machen. «Zu oft werden die Lehrpersonen kritisiert, zu selten wird ihrem unermüdlichen Bemühen, das Schweizer Bildungswesen in der täglichen Arbeit weiterzuentwickeln, die nötige Wertschätzung entgegengebracht», schreibt das Forum in einer Mitteilung. «Die prämierten Schulen sollen Ansporn und Vorbild für andere sein. Dieser Idee fühlt sich der Schweizer Schulpreis verpflichtet.»

«Wir sind sehr glücklich und stolz über diesen tollen Erfolg», sagt der Schulleiter des KBZ Hansjörg Truttmann am Telefon. Der Schulpreis bestätige und motiviere die vielen beteiligten Lehrpersonen, Mitarbeitenden und Schulleitungsmitglieder, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. «Er wird hoffentlich das Vertrauen aller Beteiligten in unsere Institution weiter stärken.» Auch erhofft sich Truttmann eine positive PR-Wirkung, speziell für den Weiterbildungsbereich des KBZ, wo seine Institution im Wettbewerb mit anderen Anbietern steht. «Wir werden den Preis schon im Marketing benutzen, aber prahlen müssen wir nicht.»

Was mit den 20′000 Franken passiert, kann Truttmann noch nicht sagen. «Wir müssen das natürlich noch mit den zuständigen Behörden absprechen», sagt er lachend. Er kann sich aber vorstellen, das Geld für die weitere Schulentwicklung einzusetzen. Und auch ein kleines Fest müsse wohl drinliegen.

Der grosse Moment für das KBZ. Auf der Bühne dürfen die Vertreter den Preis entgegennehmen.
Der grosse Moment für das KBZ. Auf der Bühne dürfen die Vertreter den Preis entgegennehmen. (Bild: zvg)

Darum hat es zum Sieg gereicht

Die Begründungen eines Expertengremiums und einer Fachjury lauten wie folgt:

Kaufmännisches Bildungszentrum Zug

Das Käufmännische Bildungszentrum Zug bietet ein aussergewöhnlich umfangreiches Angebot an beruflichen Ausbildungen für Kaufleute und im Detailhandel. Es überzeugt mit zukunftsorientierten Massnahmen wie I-Teams, in denen unter anderem der Umgang mit digitalen Medien gelehrt wird, und kann sich auf ein beeindruckendes Netzwerk in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft abstützen.

Primarschule Fluhmühle Luzern

Die Schule Fluhmühle hat ein überzeugendes Integrationskonzept entwickelt, welches die ausgeprägte Vielfalt der Schülerinnen und Schüler als Chance nutzt. Begabungen werden durch stärkeorientiertes Arbeiten gefördert, es wird auf eine positive Feedbackkultur Wert gelegt und mit dem Projekt «Leseplatz» soll die Freude am Lesen geweckt werden.

Preis wurde im Vorfeld kritisiert

Der Schulpreis trifft nicht nur auf Zustimmung. So hatten sich im Vorfeld der Preisübergabe die Präsidenten des Zuger Lehrervereins, Barbara Kurth-Weimer, und der Verband des Personals der öffentlichen Dienste (VPOD) Luzern kritisch geäussert (zentral+ berichtete). Wettbewerbsbildung im Bildungsbereich sei nicht förderlich, so der Grundtenor.

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