Hinter dem Luzern, das man kennt, verbergen sich auch einige Überraschungen. (Bild: AURA/Emanuel Ammon)
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Hinter dem Luzern, das man kennt, verbergen sich auch einige Überraschungen. (Bild: AURA/Emanuel Ammon)

Touri-App auch für Einheimische

5min Lesezeit

Die neue App «Lucerne Audio Guide» will Hintergründe zu den Sehenswürdigkeiten Luzerns vermitteln. Was nach altbekanntem Touristenprogramm klingt, hält auch für Luzerner die eine oder andere Überraschung bereit. Hätten Sie zum Beispiel gewusst, dass es im Wasserturm eine Geheimkammer gibt?

Die diese Woche veröffentlichte App «Lucerne Audio Guide» verspricht spannende Geschichten aus der Leuchtenstadt. Während man zu Fuss unterwegs durch die Stadt ist, wird man über Kopfhörer mit Hintergrundinformationen und Fakten zu den wichtigsten Wahrzeichen Luzerns versorgt. Die App enthält insgesamt 18 Hotspots: Dazu zählen unter anderem das KKL, die Kapell- und die Spreuerbrücke, der Wasserturm und das Nadelwehr, verschiedene Plätze der Altstadt wie auch die Museggmauer mit ihren neun Türmen.

Sobald man sich in der Nähe eines solchen Hotspots befindet, startet das Audiosignal automatisch. «Wir haben bewusst auf Bilder und weitere visuelle Darstellungen in der App verzichtet», heisst es beim Start der App. Denn: Die Augen der Stadtbesucher sollen sich voll und ganz auf die schönsten Flecken Luzerns konzentrieren können. Als Startpunkt der Tour wird der Bahnhof Luzern empfohlen, von wo aus es in Richtung See weitergeht. Die Seebrücke soll auf der linken Seite überquert werden, von wo aus das bekannteste Wahrzeichen Luzerns bestaunt werden kann: der Wasserturm.

Klassisches Touristenprogramm?

Die «Lucerne Audio Guide» ist sehr einfach gehalten. (Bild: Screenshot)
Die «Lucerne Audio Guide» ist sehr einfach gehalten. (Bild: Screenshot)
Zusammen mit der Kapellbrücke ist er das in der Schweiz am häufigsten fotografierte Sujet. Er hat einen achteckigen Grundriss und misst vom Grund bis zur Dachspitze 34,5 Meter. Er diente als Archiv, Tresor, Folterkammer und Gefängnis – das verrät der Audio Guide zum Luzerner Wahrzeichen. Das Innere des Turms bestehe aus drei Ebenen: Zuunterst das Verliess, darüber die Rüstkammer und in der obersten Etage befindet sich die Artilleriestube. Unterhalb der Artilleriestube befindet sich eine 68 Zentimeter hohe Geheimkammer. Bei ihrer Entdeckung im Jahr 1937 war sie jedoch leer. 

Schon mal gehört? Genau: Das Ganze klingt sehr nach altbekanntem Touristenprogramm – einen Luzerner kann der vermittelte Inhalt wahrscheinlich weniger überraschen. «Es gibt gar nicht so viele Luzerner Sightseeing Apps», sagt Lukas Fischer, Entwickler der App. Einen Audio Guide für Luzern in App-Form habe man bisher gar vergeblich gesucht. «Es gibt zwar eine Touristen-App von Luzern Tourismus, diese ist aber sehr vom Marketing getrieben. Unser Angebot hat keine Werbung und verfolgt einen klaren Zweck.»

Obwohl die Entwickler der neuen App von Luzern Tourismus keine finanzielle Unterstützung erhalten haben, stehe man in gegenseitigem Kontakt. Luzern wirbt auf der Website und via Social Media für das neue Angebot.

«Das ist ein verblüffender Effekt – man läuft, schaut sich um und es wird laufend moderiert, was man sieht.»
Lukas Fischer, Entwickler des «Lucerne Audio Guide»

Weitere Sprachen in Planung

«Die App richtet sich nicht nur an Touristen», so Fischer. Bisher ist das Audio-Material jedoch lediglich auf Deutsch abrufbar – Übersetzungen auf Englisch, Französisch, Spanisch, Japanisch und Chinesisch sind geplant. Die App sei für alle Personen geeignet, die einen Spaziergang in der Stadt Luzern machen wollen und dabei Fakten, Hintergründe und Geschichten um die Sehenswürdigkeiten kennenlernen möchten, meint Fischer weiter. «Das ist auch für Besucher aus der Schweiz und die lokale Bevölkerung spannend.»

Viele der Anekdoten haben er und sein Team selbst recherchiert, sagt Fischer zur Entstehung der App. Die entstandenen Texte wurden dann von SRF-Moderator Philippe Weizenegger redigiert, ergänzt und eingesprochen.

Inspiriert von der Verbotenen Stadt in Peking

Die Idee für die App sei bereits vor langer Zeit entstanden, erzählt Fischer. «Definitiv inspiriert hat mich dann meine China-Reise.» In Peking habe er die Verbotene Stadt besucht – in Begleitung eines Audio Guide. «Das Spannende an diesem Audio Guide war, dass das Abspielgerät lediglich eine Karte sowie einen Kopfhörerausgang hatte. Via GPS wurden die Stationen automatisch gestartet. Das ist ein verblüffender Effekt – man läuft, schaut sich um und es wird laufend moderiert, was man sieht.»

Die Luzerner App ist somit nach diesem Vorbild entstanden. Bisher wurde sie rund 200-mal heruntergeladen. Die ersten 1'000 Downloads der App sind gratis – danach wird sie im App Store fünf Franken kosten. Neben der App hat Fischer eine Website mit Tipps über die Sehenswürdigkeiten von Luzern erstellt, die den Besuchern von Luzern auch alternative Möglichkeiten vorstellt, um den Charme der Stadt zu entdecken – abseits des Mainstreams.

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