Markus Hürlimann bestreitet, strafbare sexuelle Handlungen gegen eine Zuger Kantonsrätin begangen zu haben. (Bild: www.markus-huerlimann.ch)
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Markus Hürlimann bestreitet, strafbare sexuelle Handlungen gegen eine Zuger Kantonsrätin begangen zu haben. (Bild: www.markus-huerlimann.ch)

SVP-Kantonalpräsident ist wieder frei – und gibt Amt ab

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Im Zusammenhang mit dem Vorwurf eines sexuellen Übergriffes gegen eine Zuger Politikerin wurde gestern Vormittag Markus Hürlimann verhaftet. Seit heute Mittag ist der Präsident der Zuger SVP wieder auf freiem Fuss. Er selbst bestreitet die Vorwürfe und hat aufgrund des laufenden Verfahrens die Leitung der SVP abgegeben.

zentral+ machte am Dienstagnachmittag publik, dass es im Nachgang zur Landammann-Feier für Heinz Tännler zu strafbaren Handlungen gegen eine Zuger Politikerin gekommen sein soll. Im «Schiff» soll ihr ein Mann K.O.-Tropfen in ihr Getränk gemischt haben. Die Politikerin ging am Morgen darauf ins Spital, um Blut- und Urintests machen zu lassen. Das Spital hat daraufhin die Strafverfolgungsbehörden informiert.

Nach einem Tag Haft wieder auf freiem Fuss

Im Visier der Strafverfolgungsbehörden steht der Zuger SVP-Kantonalpräsident Markus Hürlimann. Gegen den 40-Jährigen wird wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt.

Hürlimann wurde am Dienstag Vormittag in Zug zur Einvernahme gebracht und an Heiligabend gegen Mittag wieder freigelassen. Sein Anwalt teilt mit, dass er die an ihn gerichteten Vorwürfe bestreitet und sich keines strafbaren Verhaltens schuldig gemacht habe. «Die bisherigen Untersuchungen bestätigen in keiner Weise, dass K.O.-Tropfen im Spiel gewesen sein sollen», so Anwalt Markus Dormann. Vielmehr würden verschiedene Zeugen ein aus ihrer Sicht einvernehmliches Handeln zwischen den beiden Personen bestätigen.

Polizeisprecherin Judith Aklin hatte zuvor erklärt, die Entlassung aus der Haft nicht abhängig von den Testresultaten sei. Diese könnten wegen der Weihnachtstage bis zu einer Woche auf sich warten lassen. «Denn selbst wenn K.-O.-Tropfen nachgewiesen würden, heisst das nicht automatisch, dass sie von Hürlimann stammen», erklärte die Polizeisprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Name der Politikerin bekannt

Medien und der Anwalt des Beschuldigten machten in der Zwischenzeit den Namen der betroffenen Zuger Politikerin publik. Dabei handelt es sich um die Co-Präsidentin der Grünen des Kantons Zug, Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin.

Hürlimann hat in der Zwischenzeit die Leitung der Zuger SVP an Vizepräsident Thomas Aeschi abgegeben. Dies geschehe auf seinen Wunsch und aufgrund des laufenden Verfahrens, heisst es in einer heute versandten Mitteilung. Man wisse nicht genau, was passiert sei, sagte der Zuger Nationalrat Aeschi gegenüber zentral+; dies sei Gegenstand polizeilicher Abklärungen. Die Partei legt Wert darauf, dass die Unschuldsvermutung gelte.

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