Dieses Auto überschlug sich in Unterägeri nach einer Kollision. Der Wagen prallte in voller Fahrt frontal in ein verbotenerweise auf dem Trottoir parkiertes Fahrzeug. (Bild: Zuger Polizei)
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Dieses Auto überschlug sich in Unterägeri nach einer Kollision. Der Wagen prallte in voller Fahrt frontal in ein verbotenerweise auf dem Trottoir parkiertes Fahrzeug. (Bild: Zuger Polizei)

Das sind die gefährlichsten Zuger Strassen

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Auf den Zuger Strassen kommt es regelmässig zu Unfällen. Diese führen im Morgen- und Abendverkehr oft zu langen Staus. Betroffen sind neben den Kantons- und Gemeindestrassen auch die Autobahnen A4 und A4a. zentral+ zeigt auf, welches die gefährlichsten Zuger Strassen und die häufigsten Unfallursachen sind.

Kollisionen und Auffahrunfälle. Im Kanton Zug «knallte» es im letzten Jahr über 800 Mal. Damit hatten die Zuger Polizei und die Rettungskräfte etwas weniger Arbeit als in den beiden vorherigen Jahren (siehe Box). Natürlich sind die Verkehrsteilnehmer primär selber angehalten, heikle und gefährliche Situationen zu vermeiden – die Herrschaft über ihr Fahrzeug nicht zu verlieren. Andererseits gibt es bestimmt Verkehrsstellen, bei welchen die Situation mittels baulichen Anpassungen erhöht werden könnte. Die Unfallkarte der «SonntagsZeitung» zeigt, dass es im Kanton Zug einige Verkehrsstellen gibt, bei welchen es auffällig häufig zu Unfällen kommt. Die Daten zur Unfallkarte stammen vom Bundesamt für Strassen (Astra).

Während der Kanton Zug bei einem ersten Blick auf die Unfallkarte kein gefährliches Strassenpflaster darstellt, zeigen sich bei genauerem Hinschauen dennoch mehrere Unfallbrennpunkte. Aktuell sind dies:

  • Zentrum Unterägeri: Kreuzung vor dem Gemeindehaus, Kreisel auf der Zugerstrasse
  • Kreuzung Hauptstrasse-Edlibachstrasse in Edlibach
  • Baar: Abzweigung Rathausstrasse von der Marktgasse her
  • Chamer Zentrum um den Bärenkreisel
  • Rund um die Coop-Tankstelle an der Zugerstrasse in Baar
  • Auf der Göblistrasse in der Stadt Zug zwischen der Bahnunterführung und der V-Zug
  • In der Stadt Zug rund um den Bundesplatz/Alpenstrasse, im Bereich Gotthardstrasse-Poststrasse, am Postplatz und am Kolinplatz

 

«Eine Rangliste über die ‹gefährlichsten› Strassen führt die Zuger Polizei nicht.»

Marcel Schlatter, Mediensprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden

Auffällig viele Unfälle ereigneten sich bei der Autobahnverzweigung Blegi. Hier forderten Unfälle zwischen 2011 und 2013 über 20 Verletzte, sechs davon schwer. Die Unfallkarte zeigt, dass im Kanton Zug allgemein besonders viele Unfälle auf den Autobahnen passieren. So zum Beispiel auch im Bereich der Ein- und Ausfahrt Baar auf der A4a und auf der Sihlbruggstrasse ab dem Autobahnende.

Eine Person verunfallte 2013 tödlich

Im Kanton Zug ereigneten sich im letzten Jahr 835 Unfälle (2012: 895). Das sind etwas weniger als der Durchschnitt der letzten sechs Jahre. Eine Person verunfallte tödlich: Ein 61-jähriger Motorradfahrer verstarb nach einem Unfall Ende August auf der Artherstrasse in Oberwil bei Zug. Letztmals war diese Zahl 2003 so tief. In den Vorjahren verstarben jeweils zwischen vier und acht Personen. Auch die Zahl der Verletzten ist von 350 auf 290 zurückgegangen. Die Zahl der Schwerverletzten bewegt sich mit 60 an der unteren Grenze der letzten Jahre.

Gefährlichste Strassen innerorts

Viele Unfälle geschehen auch im Siedlungsgebiet, wobei diese Unfälle mehr Verletze fordern. Marcel Schlatter, Mediensprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden, sagt: «Eine Rangliste über die ‹gefährlichsten› Strassen führt die Zuger Polizei nicht.» Am meisten Unfälle ereigneten sich aber innerorts, am wenigsten auf der Autobahn. «Die Polizei setzt alles daran, mit Prävention und – wenn es sein muss – mit Repression die Situation an Gefahrenstellen zu minimieren», ergänzt Schlatter. Leider gelinge dies nicht in jedem Fall. «Oft mangelt es an der notwendigen Einsicht der Verkehrsteilnehmenden.»

Zahl der Verunfallten ist rückläufig

Mit 298 verunfallten so wenige Personen wie in den letzten zehn Jahren nicht mehr, zum Glück. Ein Motorradfahrer starb, 60 Personen erlitten schwere Verletzungen. Die Zuger Polizei führt die tiefere Zahl der Unfallopfer «auf den verbesserten Insassen- und Fussgängerschutz bei den Fahrzeugen zurück. Weiter hat auch das allgemein tiefere Geschwindigkeitsniveau einen entsprechenden Einfluss», heisst es in der Verkehrsstatistik 2013.

Die häufigsten Unfallursachen sind laut dieser kantonalen Verkehrsstatistik die mangelnde Aufmerksamkeit und Ablenkung der Verkehrsteilnehmer. Nicht zu vernachlässigen seien zudem Unfälle, die sich infolge von Selbstüberschätzung oder mangelnder Rücksichtnahme ereignen. Die Zuger Polizei schreibt, dass sie in Zukunft entsprechende Unfälle mehr Beachtung schenken will. Auch bei der Fahrfähigkeit seien die Mitarbeitenden der Polizei weiter gefordert. Zu viele Verkehrsteilnehmende lenkten ihre Fahrzeuge alkoholisiert oder unter dem Einfluss von Drogen.

 

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