SP-Kantonsrat Urban Sager. (Bild: zvg)
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SP-Kantonsrat Urban Sager. (Bild: zvg)

SP fordert: Unternehmen sollen Kitas mitfinanzieren

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SP-Kantonsrat Urban Sager fordert, dass der Luzerner Regierungsrat zusätzliche Finanzierungsmodelle für Kindertagesstätten prüft. Dabei sollen auch die Unternehmen das Angebot mitfinanzieren. Ein Vorbild sieht er im Kanton Neuenburg.

SP-Kantonrat Urban Sager wird auf die Juni-Session hin ein Postulat einreichen, in dem er «bezahlbare Kita-Tarife bei gleichzeitig fairen Löhnen» fordert. Der Luzerner Regierungsrat müsse zusätzliche Finanzierungsmodelle von Kindertagesstätten und Vergünstigungen der Elterntarife durch Unternehmen und die öffentliche Hand prüfen.

Die sogenannten «Einführungspraktika» in Kindertagesstätten seien systemwidrig und würden eine hohe berufliche Einstiegshürde darstellen, so Sager in der Mitteilung. Der Regierungsrat habe in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage festgehalten: «Praktika in Kinderkrippen vor der Lehre sind unerwünscht und widersprechen der Strategie Bildung vor Arbeit.»

Die Praktika hätten keinen lehrvorbereitenden Charakter im Sinne einer Eignungsprüfung, so Sager, «sonderndienen lediglich dazu, durch sehr tiefe Löhne die Personalausgaben in Kitas zu senken.

Die Tripartite Kommission Arbeit (TKA) hat Empfehlungen mit Weisungscharakter erlassen, die Sager begrüsst:

  • Ein Einführungspraktikum darf die Dauer von sechs Monaten nicht überschreiten – ausser der Betrieb sichert den Ausbildungsplatz verbindlich zu. Dann darf das Praktikum um maximal sechs weitere Monate verlängert werden.
  • Die Gesamtdauer der Einführungspraktika beträgt maximal 12 Monate. Wird dies nicht eingehalten, gelten die Praktikanten als ungelernte Mitarbeiter und erhalten einen Monatslohn von mindestens 3000 Franken.
  • Die Probezeit beträgt einen Monat.
  • Innerhalb einer Kita werden nicht mehr Praktika als offene Lehrstellen im Folgejahr angeboten.
  • Der Mindestlohn für ein Einführungspraktikum beträgt 800 Franken.

Diese Massnahmen würden zu einer Kostensteigerung von bis zu 20 Prozent oder einem Anstieg der Tagesansätze von heute durchschnittlich 125 Franken auf 150 Franken führen. Unter den gegebenen Umständen würden diese Kosten auf die Eltern abgewälzt, befürchtet Sager. «Aufgrund der bereits heute enorm hohen Beteiligung der Eltern ist das nicht mehr zu verantworten.»

Nirgendwo in Europa würden Eltern so hohe Beiträge wie in der Schweiz zahlen, kritisiert Sager. «Deshalb stehen nun auch die Unternehmen in der Pflicht, denn es sind mitunter auch sie, die von einer ausgebauten Kinderbetreuung profitieren.»

Es gebe bereits Kantone mit entsprechenden Beteiligungsmodellen, etwa Neuenburg. Dort zahlen Unternehmen einen Beitrag von 0.18 Prozent der Lohnsumme.

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